Music Review | verfasst 18.04.2014
Farben & James DIN A4
Farben presentes James DIN A4
Faitiche, 2014
Text Peter Gebert
Deine Bewertung:
8.0
Nutzer (2)
7.9
Redaktion
Cover Farben & James DIN A4 - Farben presentes James DIN A4

Als Dennis Busch vor sechs Jahren seine Musikprojekte um James DIN A4 begrub (und sein Plattenlabel Esel mit dazu), um sich fortan auf sein bildnerisches Werk, seine Collagen zu konzentrieren, war das vor allem eines: sehr schade. Auch seine Musikstücke, oft ohne Rücksicht auf DJ-Bedürfnisse auf Alben gepfercht, waren immer Collagen: unwahrscheinliche Arrangements verschrobener Samples, denen einfache, aber effektive Beatgerüste vor allem die Grundfläche gaben, die sie zusammenhielt. Und die das latent Verstörende besänftigten, das seine surrealen Bilder (wie hier im Album-Artwork vorgestellt) mitunter transportieren (wenn auch nicht so finster wie etwa bei Column One, andere Neo-Dada-Baustelle): Egal wie seltsam durcheinander die Welt schien, auf diesem Puls, dem Kölner Polka-Funk entsprosst, gelangte man durch sie hindurch nach Hause. Auftritt Jan Jelinek. Auch ein Meister der Collage, aber unter ganz anderen Vorzeichen, der mit Filterbesteck an Rekombination und Destillation von Groove und Duft geht, und hier den Originalen mit sehr feiner Nase den innewohnenden Jazz entlockt, sie in schläfenpochenden Dunst hüllt und unversehens entdeckt man einen ganz falschen Cocktail in der Hand (die kurzen Stücke!), sieht nur noch fremde Gesichter, und spürt: von dieser Party führt nie mehr ein Weg ins eigne Bett. Bei seinem Plattenlabel Faitiche Records musste man ja von Anfang an auf der Hut sein. Das Gewand von Farben passt James DIN A4 jedenfalls wie angegossen und lässt auf neue Lebenszeichen hoffen.

Das Album »Farben presents James DIN A4« von Farben & James DIN A4 findest du bei hhv.de findest du bei hhv.de auf LP.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 09.09.2016
Masayoshi Fujita & Jan Jelinek
Schaum
Mit »Schaum« setzen Masayoshi Fujita & Jan Jelinek ihren fruchtbaren, musikalischen Austausch, sechs Jahre nach dem ersten Album, fort.
Music Review | verfasst 27.04.2017
Jan Jelinek
Loop-Finding-Jazz-Records
Jan Jelineks »Loop-Finding-Jazz-Records« versperrte sich mit ihrem subtilen Humor vor der Avantgarde. Jetzt wurde das Album neu aufgelegt.
Music Review | verfasst 09.04.2019
Asuna & Jan Jelinek
Signals Bulletin
Sechs Jahre haben der japanische Organist Asuna und der in Berlin lebende Musiker Jan Jelinek an »Signals Bulletin« gearbeitet.
Music Liste | verfasst 07.09.2016
Jan Jelinek
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich der Produzent Jan Jelinek der Aufgabe an.
Music Liste | verfasst 08.09.2017
Ausklang | 2017KW36
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne | verfasst 02.02.2021
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Review
Pauline Anna Strom
Angel Tears In Sunlight
»Angel Tears In Sunlight« sollte das erste Album von Pauline Anna Strom nach 30 Jahren werden. Kurz vor Veröffentlichung ist sie verstorben.
Music Review
Tindersticks
Distractions
Lenkt die Liebe vom Leben oder das Leben von der Liebe ab: Tindersticks haben mit »Distractions« ein spannendes Album veröffentlicht.
Music Review
The George Otsuka Quintet
Loving You George
WeWantSounds macht mit »Loving You Geroge« eine Live-Aufnahme des The George Otsuka Quintets aus dem Jahr 1975 wieder verfügbar.
Music Review
Nancy Sinatra
Start Walkin' 1965-1976
»Start Walkin‘ 1965-1976« vereint die wichtigsten Songs von Nancy Sinatra und ist in diesem umfassenden Paket ein Pop-Schmankerl.
Music Review
Moggi (Piero Umiliani)
News! News! News!
»News! News! News!«, das Piero Umiliani vor 40 Jahren unter seinem Pseudonym Moggie veröffentlichte, wurde neu aufgelegt.
Music Review
Egyptian Lover
1986
Kraftwerk kann sich schleichen: Egyptian Lover lässt nicht locker und veröffentlicht mit »1986« neue Musik.
Music Review
Roots (Barney Rachabane)
Roots
»Roots«, das 1975 eingespielte Album des südafrikanischen Saxofonisten Barney Rachabane, wurde bei Frederiksberg wiederveröffentlicht.
Music Review
21 Savage & Metro Boomin
Savage Mode II
»Savage Mode II« von 21 Savage und Metro Boomin löst das Versprechen ein, dass die beiden 2016 auf ihrem Erstling heraufbeschworen haben.
Music Review
Stella Chiweshe
Ambuya!
Stella Chiweshes Musik entstand unter Widrigkeiten. Das Reissue ihres Debütalbums setzt folgerichtig ein Ausrufezeichen hinter dessen Titel.
Music Review
Omar Khorshid
With Love
Das 1978 im libanesischen Exil entstandene Album »With Love« des ägyptischen Gitarristen Omar Khorshid wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Al Wootton
Maenads
Mit »Maenads« kehrt der hochaktive Al Wootton auf sein Label Trule Records zurück. Die vier Tracks strömen eine ahnungsvolle Atmosphäre aus.
Music Review
Conny Frischauf
Die Drift
Lustig und nachdenklich, albern und rätselhaft: die Musik von Conny Frischauf auf »Die Drift« lässt auf eine Fortsetzung hoffen.
Music Review
Condry Ziqubu
Gorilla Man
Sehr sexy geballte Energie gegen Gewalt: Afrosynth veröffentlicht auf »Gorilla Man« Stücke des südafrikanischen Musikers Condry Ziqubu.
Music Review
Black Country, New Road
For the First Time
Black Country, New Road ist die Band der Stunde in Großbritannien. Ihr Debüt »For the First Time« ist soeben bei Ninja Tune erschienen.
Music Review
Orchestre Poly-Rythmo De Cotonou Dahomey
Orchestre Poly-Rythmo De Cotonou Dahomey
Tout puissant! Auf Superfly wurde das selbstbetitelte 1972er Album von Orchestre Poly-Rythmo De Cotonou Dahomey wiederveröffentlicht.
Music Review
Laurent Petitgirard
Suite Epique
»Suite Epique« des französischen Komponisten Laurent Petitgirard, erstmals 1972 erschienen, wurde jetzt bei Superfly wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Somewhere Between: Mutant Pop, Electronic Minimalism & Shadow Sounds Of Japan 1980-1989
Japan in den 1980er Jahren, 14 unerhörte Songs. Zur neuen Compilation »Somewhere Between« auf Light In The Attic.
Music Review
Various Artists
Profondo Nero
Mit der Dekmantel-Compilation »Profondo Nero« beleuchtet der DJ Cinema Royale die dunkle Unterseite des Italo-Disco-Hypes.
Music Review
Witch
Introduction
Rockmusik aus Sambia: »Introduction«, das Debüt von Witch aus dem Jahr 1972, wurde bei Now-Again aufgehübscht und wiederveröffentlicht.
Music Review
Shame
Drunk Tank Pink
Wer hinter den Krach blickt, entdeckt eine Fülle an Details: die britischen Rocker Shame präsentieren mit »Drunk Tank Pink« ein neues Album.
Music Review
Biosphere
Angel's Flight
Gerade ist das Beethoven-Jahr vorüber, da veröffentlicht Biosphere mit »Angel’s Flight« auf dem »String Quartet No.14« basierende Musik.
Music Review
Various Artists
Berlin Atonal – More Light
2020 setzte auch das Berlin Atonal aus und kondensiert das geplante Programm nun in eine Compilation von außergewöhnlicher Geilheit.
Music Review
Hieroglyphics
Hiero Oldies Vol.1
Bis auf Kassette und digital erschienen, gibt es »Hiero Oldies Vol.1« der kalifornischen Rapcrew Hieroglyphics nun auch auf Schallplatte.
Music Review
Yu Su
Yellow River Blue
Auf ihrem Albumdebüt »Yellow River Blue« verfolgt die im kanadischen Vancouver beheimatete Musikerin Yu Su eine klare Idee.
Music Review
Tiziano Popoli
Burn the Night / Bruciare la Notte. Original Recordings, 1983-1989
Mit »Burn the Night / Bruciare la Notte« wird dem disparaten Schaffen des italienischen Eigenbrödlers Tiziano Popoli ein Denkmal gesetzt.
Music Review
Various Artists
Two Synths A Guitar (And) A Drum Machine
»Two Synths A Guitar (And) A Drum Machine« versammelt an die Achtziger angelehnten Post-Punk, der zum Tanzen einlädt.
Music Review
Emmanuelle Parrenin & Detlef Weinrich
Jours de Grève
Die Folklegende Emmanuelle Parrenin & Detlef Weinrich alias Tolouse Low Trax haben mit »Jours de Grève« ein wunderliches Album abgelegt.
Music Review
François De Roubaix
Les Secrets De La Mer Rouge O.S.T.
erstmals wird die Musik zur TV-Serie »Les Secrets De La Mer Rouge O.S.T.« von François De Roubaix auf Schallplatte veröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Spiritual Jazz 13: NOW!
Nach einem halben Dutzend Ausgaben widmet sich »Spiritual Jazz 13: NOW!« nun den aktuellen Tendenzen des titelgebenden Genres.
Music Review
Various Artists
Cuba: Music and Revolution 1975-85
Gilles Peterson und Stuart Baker haben mit »Cuba: Music and Revolution 1975-85« die innovativen Momente der Zeit zusammengetragen.
Music Review
Conrad Schnitzler
Paracon (The Paragon Session Outtakes 1978-1979)
»Paracon (The Paragon Session Outtakes 1978-1979)« umfasst zehn unbekannte Stücke von Conrad Schnitzler aus seiner besten Phase.
Music Review
Ibrahim Khalil Shihab Quintet
Spring
Beschwingt und sonnendurchflutet: das erste Mal seit 40 Jahren wird »Spring« des südafrikanischen Ibrahim Khalil Shihab Quintets aufgelegt.
Music Review
Aminé
Limbo
Wie tief kann man gehen, ohne einzuknicken: der amerikanischer Rapper Aminé probiert’s auf seinem neuen Album »Limbo« aus.
Music Review
Badge Époque Ensemble
Future, Past & Present
Das kanadische Badge Époque Ensemble hat mit »Future, Past & Present« ein neues Albumveröffentlicht.
Music Review
Jorge Navarro
Navarro Con Polenta
Das Album »Navarro Con Polenta« des argentinischen Jazzpianisten Jorge Navarro aus dem Jahr 1977 wurde auf Altercat wiederveröffentlicht.
Music Review
Kurt Vile
Speed Sound Lonely KV (EP)
Mit »Speed Sound Lonely KV (EP)« hat Kurt Vile eine neue Platte draußen. Mit Zeitgeist hat die nichts zu tun. Was für eine Erleichterung.
Music Review
Pierre Henry
Un Monde Lacéré
Die Museen sind geschlossen. So kannst du in Ruhe eine Platte wie »Un Monde Lacéré« von Pierre Henry auflegen.
Music Review
Dan Kye
Small Moments
Wer das nicht geil findet, werfe die erste Kokosnuss: Jordan Rakei hat als Dan Kye das Album »Small Moments« veröffentlicht.
Music Review
Lindstrom & Prins Thomas
III
Nach elf Jahren erscheint aus Samlltown Supersound mit »III« ein neues, gemeinsames Album der beiden Norweger Lindstrom & Prins Thomas.
Music Review
Pierre Elitair
Digitsed Cassettes
Die Verrücktheiten der seit 40 Jahren ausgestrahlten Radioshow von Pierre Elitair können nun auf »Digitised Cassettes« gehört werden.
Music Review
Sparkle Division
To Feel Embraced
Über Jahre ließen Preston Wendel und William Basinski ihre LP »To Feel Embraced« Staub ansetzen. Zum Glück besannen sie sich eines Besseren.