Music Review | verfasst 10.04.2014
Eloquent & Warpath
Sense Of Tumor EP
Sichtexot, 2014
Text Christian Neubert
Deine Bewertung:
8.3
Nutzer (9)
7.5
Redaktion
Cover Eloquent & Warpath - Sense Of Tumor EP

Eloquent – der wohl umtriebigste MC in und um Wiesbaden – startet mit einer neuen EP in den Frühling, um Seite an Seite mit dem Wahl-Bremer Warpath seinem Pseudonym gerecht zu werden. Auf dem Opener »Schwarzer Tumor« tanzen die beiden im Viereck der Kicks und Snares eines von den Dramadigs lässig aus dem Ärmel geschüttelten Beats, der den abwechselnd auf deutsch und englisch vorgetragenen Raps Raum für rhythmische Brechungen bietet. Danach zelebrieren sie mit »Pass Das Mic« klassischen Rap-Shit, was im Hause Sichtexot ja gerne auf Kosten der glücklicherweise nie vom Aussterben bedrohten Whack MCs geschieht. Gut und gerne geschieht, wohlgemerkt. Labelmate Knowsum hat sich hierbei für den Sound verdient gemacht. »Heiliger Zorn« kommt mit einer etwas plakativ geratenen Hook rüber, entpuppt sich aber ansonsten als standesgemäßer Battle-Track, dessen von DFace geschmiedetes Instrumental durchaus Pop-Appeal zwischen den schmutzigen Samples erkennen lässt. Anschließend schicken sie einen mit richtungsweisendem Sinn für Tumor in die Krebsabteilung. Die Dramadigs steuern dafür den beattechnischen Krankenwagen mit zurückgenommenem Tempo durch straighte Synth-und-Sample-Landschaften. Auf »Ganz Normaler Move« gibt es ein Wiedersehen mit Knowsum, diesmal auch am Mic, wo er für seine Verhältnisse herkömmliche, also verhältnismäßig betrachtet hochklassige Moves abzieht. Und zum Abschluss gibt es mit »The Big Flood« nicht nur eine weitere DFace-Produktion, auf der sich die beiden MCs verausgaben, sondern einen weiteren mitreißenden Track.

Die EP »Sense Of tumor« von Eloquent & Warpath findest du bei hhv.de auf ###HHV: 353572:LP###.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 31.05.2013
Eloquent & Wun Two
Jazz auf gleich
»Jazz auf Gleich« läuft so entspannt flüssig, das es auch nach zehnmaligem hören nicht langweilig wird und man in einen jazzigen Sog gerät.
Music Review | verfasst 15.08.2013
Eloquent & Loki
Soylent Gruen EP
Die aktuelle Rundschau vonLoki und seinem Labelmate Eloquent strotzt nicht vor optimistischen Zukunftsaussichten, ist aber doch hörenswert.
Music Review | verfasst 19.09.2013
Eloquent
Das Ich und dein Verhängnis
Eloquent umgeht die Spießruten der intellektuellen Anstrengung mit einer simplen Methode: Er schafft Publikumsnähe.
Music Review | verfasst 10.02.2014
Eloquent
Tinte, Spucke, Schall und Rauch
Der Wiesbadener Rapper Eloquent kommt mit »Tinte, Spucke, Schall und Rauch« auf Vinyl und Kassette um die Ecke.
Music Review | verfasst 22.01.2015
Tufu & Eloquent
Wenn der Vorhang fehlt
Tufu produziert, Eloquent rappt. »Wenn der Vorhang fehlt«, das sind 14 skizzenhafte Tracks, die zusammen eine Einheit bilden.
Music Review | verfasst 19.12.2016
Eloquent & Twit One
Folie Á Deux
Twit One und Eloquent machen ein gemeinsames Album. Wie »Dope« es ist, könnt ihr euch sicherlich denken.
Music Review | verfasst 30.11.2020
Eloquent & Torky Tork
Modus Minus
»Modus Minus«, das Album von Eloquent und Torky Tork, zeigt, was einen guten Rapper ausmacht: Die Bereitschaft zur Weiterentwicklung.
Music Review
Vinicio Adames
Al Comienzo Del Camino
Nach 35 Jahren wurde »Al Comienzo Del Camino« des venezolanischen Elektronikpioniers Vinicio Adames wiederveröffentlicht.
Music Review
Michael Paul
Reggae Music
»Reggae Music«, der wirklich einzige Song von Michael Paul, wurde jetzt bei Kalita Records auf Vinyl 12" wiederveröffentlicht.
Music Review
Joseph Shabason
The Fellowship
Das wäre dann wohl die Fifth World: der kanadische Trompeter Joseph Shabason legt sein neues Album »The Fellowship« vor.
Music Review
Dinosaur Jr.
Sweep It Into Space
»Sweep It Into Space« ist ein typisches Album von Dinosaur Jr. und das beste seit vielen Jahren.
Music Review
The Basic Group
Expander
Unter dem Namen The Basic Group hat der Italiener Antimo Serino in den Achtzigern Musik komponiert. »Expander« fasst zehn Stücke zusammen.
Music Review
The Zenmenn
Enter The Zenmenn
Ein weiteres Debüt auf Music From Memory: »Enter The Zenmenn« von The Zenmenn breitet demonstrativ die Yogamatte aus.
Music Review
Der Plan
Save Your Software
»Save Your Software«, das nie veröffentlichte Album von Der Plan aus 1989, erhält jetzt doch noch einen Platz in deinem Plattenregal.
Music Review
Ssiege
Meteora
Niemand weiß so genau, wer hinter Ssiege steckt. Eins ist klar: neue Tracks sind jetzt unter dem Titel »Meteora« bei Knekelhuis erschienen.
Music Review
José Carlos Schwarz & Le Cobiana Djazz
Lua Ki Di Nos
Mit »Lua Ki Di Nos« blättert das Label Hot Mule das Leben des Poeten, Musikers und Widerstandskämpfers José Carlos Schwarz lohnenswert auf.
Music Review
Andy Stott
Never The Right Time
Zack! Ohne große Ankündigung hat der Mancurian Andy Stott mit »Never The Right Time« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Kenny Mann with Liquid Pleasure
Kenny Mann with Liquid Pleasure
Mad About hat das vielgesuchte »Kenny Mann with Liquid Pleasure« wiederveröffentlicht.
Music Review
Masabumi Kikuchi
Hanamichi
Acht Jahre nach den Aufnahmen erscheint mit »Hanamichi« das letzte Album des japanischen Jazzpianisten Masabumi Kikuchi.
Music Review
Various Artists
Indaba Is
»Indaba Is«, die neueste Compilation von Gilles Peterson Brownswood Label, wirft die Scheinwerfer auf die südafrikanische Jazzszene.
Music Review
Francisco Mora Catlett
Mora! I
»Mora! I«, das Debüt des amerikanischen Schlagzeugers und Percussionisten Francisco Mora Catlett von 1986 wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Francisco Mora Catlett
Mora! II
Dubioser als der Erstling, ist dieser lange verschollene Nachfolger. Jetzt wurde »Mora! II« von Francisco Mora Catlett wiederveröffentlicht.
Music Review
Ryley Walker
Course In Fable
Musikalische Meisterschaft in jungen Jahren: zum neuen Album »Course In Fable« von Riley Walker.
Music Review
Mori-Ra
Japanese Breeze
»Japanese Breeze« kondensiert 12 Tracks aus der gleichnamigen Mix-Serie von Mori-Ra.
Music Review
Eloquent & Sonne Ra
Im In Hier
Die Attitude schreit Underground, der Mainstream fickt sich ins Knie. Eloquent & Sonne Ra veröffentlichen »Im In Hier« auf Sichtexot.
Music Review
Hudson Mohawke
Hudson's Heeters Vol.1
»HipHop, der klingt, als hättest du davon geträumt, HipHop zu hören« – Hudson Mohawkes legendäres Demo-Tape erscheint erstmals auf Vinyl.
Music Review
Flock Of Dimes
Head Of Roses
»Head Of Roses«, das zweite Soloalbum von Wye Oak’s Jenn Wasner, beleuchtet weise die Liebe in Zeiten unendlicher Wahlfreiheit.
Music Review
Godspeed You! Black Emperor
G_d’s Pee AT STATE’S END
»G_d’s Pee AT STATE’S END« ist das siebente Album der Kanadier von Godspeed You! Black Emperor und ihr bestes seit langem.
Music Review
Luca Yupanqui
Sounds Of The Unborn
Pränatale Kinderarbeit? »Sounds Of The Unborn« von Luca Yupanqui ist das erste Album einer ungeborenen Künstlerin.
Music Review
Jimi Tenor
Deep Sound Learning (1993-2000)
Bureau B hat unveröffentlichtes Material von Jimi Tenor geborgen und unter dem Titel »Deep Sound Learning (1993-2000)« veröffentlicht.
Music Review
Robbie Basho
The Art Of The Acoustic String Guitar 6 & 12
Robbie Basho gilt als Pionier der Steel Guitar. Jetzt wurde das tolle »The Art Of The Acoustic String Guitar 6 & 12« wiederveröffentlicht.
Music Review
Rogér Fakhr
Fine Anyway
Mit »Fine Away« hat das Label Habibi Funk Songs des libanesischen Songwriters Rogér Fakhr zusammengestellt und wiederveröffentlicht.
Music Review
S. Fidelity
Fidelity Radio Club
»Fidelity Radio Club« von S.Fidelity ist eine Melange aus Now-School-Rap, House und Funk, die den Produzenten als Schlüsselfigur entdeckt.
Music Review
Various Artists
Belong To The Wind
Ein Mix aus Peyote-Saft am Canapé und Kerzenschein beim Schlager-Open-Air: »Belong To The Wind« versammelt obskuren Psychrock der Siebziger.
Music Review
Tomaga
Intimate Immensity
Tomaga haben jetzt ihr letztes Album veröffentlicht. »Intimate Immensity« ist der Abschluss und der Höhepunkt dieses tollen Londoner Duos.
Music Review
Niko Tzoukmanis
Hope Is The Sister Of Despair
Erstmals 2013 erschienen, ist »Hope Is The Sister Of Despair« von Niko Tzoukmanis jetzt auf Libreville Records wiederveröffentlicht worden.
Music Review
Robert Cotter
Missing You
»Missing You«, 1976 veröffentlicht und von Robert Cotter mit Musikern von Chic aufgenommen, wurde auf WeWantSounds wiederveröffentlicht.
Music Review
Gary Bartz, Adrian Younge & Ali Shaheed Muhammad
Jazz Is Dead 006
Diesmal haben sich Adrian Younge und Ali Shaheed Muhammad den Saxophonisten Gary Bartz für »Jazz Is Dead« auf die Bühne geholt.
Music Review
Gotham (Talib Kweli & Diamond D)
Gotham
»Gotham« heißt das gemeinsame Werk von Talib Kweli und Diamond D, welches ganz der Stadt New York City gewidmet ist, ohne zu verklären.
Music Review
Roc Marciano
Mt. Marci
»Mt. Marci«, Roc Marcianos Album aus dem letzten Jahr, ist nun endlich auf Vinyl erschienen.
Music Review
Steve O'Sullivan
Green Trax
Eine höchst aufschlussreiche Irrfahrt in die Techno-Historie: »Green Trax« versammelt Perlen des britischen Produzenten Steve O’Sullivan.
Music Review
Selda Bağcan
Selda
Das 1973 entstande Album »Selda« von Selda Bağcan ist eines der schönsten Zeugnisse türkischer Musik. Jetzt wurde es wiederveröffentlicht.
Music Review
Nils Frahm
Graz
Mit fast 12 Jahren Verspätung erscheint nun erstmals das in »Graz« aufgenommene Debütalbum von Nils Frahm.
Music Review
Michel Banabila
Wah-Wah Whispers
Mit »Wah-Wah Whispers« veröffentlicht das Hamburger Label Burea B zwischen 2013 und 2020 entstandene Stücke des Musikers Michel Banabila.
Music Review
Irena & Vojtěch Havlovi
Melodies In The Sand
»Melodies In The Sand« versammelt Stücke aus drei Jahrzehnten des tschechischen Musikerpärchens Irena und Vojtěch Havlovi.
Music Review
Various Artists
Edo Funk Explosion Vol.1
Analog Africa gräbt mit »Edo Funk Explosion Vol.1« den explosiven Sound des nigerianischen Bundesstaats Edo in den 1970er Jahren aus.
Music Review
Moor Mother & billy woods
BRASS
Moor Mother & billy woods… und noch ein gutes Dutzend mehr: Camae Ayewa dominiert »BRASS«, aber alle anderen dürfen auch mitreden.
Music Review
Various Artists
Silk Road Journey Of The Armenian Diaspora (1971-1982)
Darone Sassounian hat sieben Stücke für die Compilation »Silk Road Journey Of The Armenian Diaspora (1971-1982)« zusammengestellt.