Music Review | verfasst 22.04.2014
Deerhoof & Marc Ribot
Ceramic Dog 7"
Northern Spy Records, 2014
Text Andreas Brüning
Deine Bewertung:
/
Nutzer
8.0
Redaktion
Cover Deerhoof & Marc Ribot - Ceramic Dog 7"

Speziell für den diesjährigen Record Store Day entstand diese 7“, für die sich San Franciscos Deerhoof, bekannt für süße Melodien, klangliche Experimente und geschmackvollen Noise, mit Marc Ribot’s Ceramic Dog zusammen getan haben. Der Deerhoof-Track »Who Sleeps, Only Dreams« stammt vom Album Deerhoof vs. Evil« und heißt im Original »Qui Dorm, Nome’s Somia«. Anstatt von Satomi Matzuzakis Stimme stehen in dieser Version allerdings die heftigen Gitarrenausbrüche von Marc Ribot im Vordergrund. Der Song startet mit einer trashigen Bossanova-Drummachine, bricht ab und beginnt noch mal von vorn mit brachialen Gitarren, die immer wieder das sonnige Latin-Thema des Stücks durchscheinen lassen. Marc Ribot war neben Bill Frisell der wohl spannendste und experimentierfreudigste Jazz-Gitarrist der 1990er Jahre. Er spielte auf Alben von Elvis Costello und Tom Waits, hat klassische Gitarrenmusik aufgenommen und war Mitglied der Lounge Lizards, deren Musik mit den Grenzen zwischen Jazz, Pop und Avantgarde-Rock spielte. Weitere musikalische Eckdaten seines Schaffens waren die Fusionband Shrek, Los Cubanos Postizos mit kubanisch inspirierter Musik, experimenteller Jazz mit John Zorn und Country Music mit Joe Henry. Das zweite Stück dieser 7“ zeigt mit einem 2007 aufgenommenen Take der Band Ceramic Dogs eine weitere spannende Facette Marc Ribots. Eine massige Bass- und Gitarrenwand mäandert durch den Track, in dem eine verzerrte Telefonstimme um Aufmerksamkeit ringt. Eine sehr rockige Seite von Marc Ribot, der diesen wie auch den Deerhoof-Track ganz eindeutig dominiert.

Die 7" »Ceramic Dog« von Deerhoof & Marc Ribot findest du demnächst bei hhv.de.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 07.09.2012
Deerhoof
Breakup Song
Die neue Deerhoof-Platte lehrt ein weiteres Mal, dass ein interessantes Konzept noch keinen guten Song macht.
Music Review | verfasst 05.11.2014
Deerhoof
La Isla Bonita
Die Band Deerhoof klingt auf »La Isla Bonita« zwar weniger spektakulär als sonst, ist aber spielfreudig wie eh und je.
Film Review | verfasst 22.11.2011
Autechre & The Hafler Trio
ah³eo & ha³oe (ae3o3)
Zum dritten Mal treffen Autechre auf The Hafer Trio um kompromisslos die Reinheit von Information in Form von Klang zu zelebrieren.
Music Review | verfasst 16.10.2012
Emanuele de Raymondi
Buyukberber Variations
Hier geht es um die Transzendierung einer bereits transzendenten, wandernden Musik. Keine völlig einfache Ausgangssituation.
Music Review | verfasst 21.01.2013
Bernard Parmegiani
L'Œil écoute/ Dedans-Dehors
Zwei Stücke des französischen Komponisten Bernard Parmegiani wurden soeben remastered und auf Vinyl wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 05.08.2013
Teho Teardo & Blixa Bargeld
Still Smiling
»No quiet life for me«, singt Blixa Bargeld, Sänger der Einstürzenden Neubauten. Doch das ist die Stärke seines Projekts mit Teho Teardo.
Music Review
Ryo Fukui
A Letter From Slowboat
Dass es nun ein Reissue von »A Letter From Slowboat« gibt, dürfte zumindest Jazzkenner freuen und Ryo Fukui mehr Aufmerksamkeit einbringen.
Music Review
Ryo Fukui
Ryo Fukui In New York
Ursprünglich 1999 veröffentlicht, hat We Release Jazz jetzt eine Neuauflage von »Ryo Fukui In New York« von Ryo Fukui veröffentlicht.
Music Review
Oliver Coates
Skins N Slime
Der Cellist Oliver Coates ist so eine Art Wi9edergänger von Arthur Russell. Jetzt hat er mit »Skins N Slime« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Deutsche Elektronische Musik Vol.4
»Deutsche Elektronische Musik Vol.4« gibt einen Überblick über die Vorzüge vernachlässigter, deutscher Musik der Siebziger und Achtziger.
Music Review
The Budos Band
Long In The Tooth
Mit »Long In The Tooth« von The Budos Band könnte man wohl vorzüglich auf den ledrigen Schwingen eines Dämons durch die Unterwelt gleiten.
Music Review
Kevin Morby
Sundowner
Americana im besten Sinne des Wortes: Zum neuen Album »Sundowner« des großartigen amerikanischen Songwriters Kevin Morby.
Music Review
Various Artists
All Things Considered Vol.1
Die Compilation »All Things Considered Vol. 1« entführt für 38 Minuten in eine Welt, in der nur grüner Tee und die Kopfhörer zählen.
Music Review
Autechre
SIGN
»SIGN« ist das erste Album seit von Autechre seit 2013 und die Musik darauf ist so unmittelbar faszinierend, wie seit 20 Jahren nicht mehr.
Music Review
Nas
King's Disease
»King’s Disease« ist keine von #BLM inspirierte Gospelchor-Klischee-Sause auf die Black Culture, sondern das beste Nas-Album seit Jahren.
Music Review
Mrs. Piss (Chelsea Wolfe & Jess Gowrie)
Self-Surgery
»Self-SurgeryÍ von Mrs. Piss ist ein Album, dass die kollektive Gesamtscheiße des Jahres einfängt, absticht, vierteilt und verheizt.
Music Review
Culk
Zerstreuen über euch
Die Wiener Band CULK macht mit ihrer zweiten LP »Zerstreuen über euch« den Namen zum Programm und klingen obendrein noch mitreißend.
Music Review
El Mago
Kanénas
»Kanénas«, das Debüt von El Mago, verkabelt deutsche Elektronik mit griechischer Volksmusik. Ein bisschen Mystizismus gibt’s oben drauf.
Music Review
Eartheater
Phoenix: Flames Are Dew Upon My Skin
Mit »Phoenix: Flames Are Dew Upon My Skin« liefert Eartheater ihr wohl konventionellstes und damit merkwürdigstes Album ab.
Music Review
Future Islands
As Long As You Are
Es nicht verfehlt zu sagen, dass »As Long As Your Are«, das neue Album von Future Islands, auch ein politisches Album geworden ist.
Music Review
Sufjan Stevens
The Ascention
»The Ascension«, das neue Album von Sufjan Stevens, ist ein achtzigminütiger Aufstieg. Oben angekommen, ist die Welt wieder gut. Fast.
Music Review
Alessandro Alessandroni
Alessandro Alessandroni
Das selbstbetitelte Album von Alessandro Alessandroni aus dem Jahr 1971 wurde jetzt bei Sonor Music Editions wiederveröffentlicht.
Music Review
The Gaslamp Killer
Heart Math
The Gaslamp Killer ist einer der wichtigsten musikalischen Akteure im Großraum Los Angeles. Jetzt hat er mit ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Piry Reis
Piry Reis
Die zuerst 1980 veröffentlichte, zweite Langspielplatte des brasilianischen Songwriters Piry Reis wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Too Much Future: Punkrock GDR 1980-1989
Im Übungsraum und bei Konzerten mitgeschnitten zeugt »Too Much Future: Punkrock GDR 1980-1989« von der Vitalität der ostdeutschen Punkszene.
Music Review
Zombies In Miami
2712
Das mexikanische Duo Zombies In Miami legt auf Permanent Vacation ihr gleichermaßen hohärentes wie facettenreiches Debütalbum »2712« vor.
Music Review
Mammal Hands
Captured Spirits
Die Musik von Mammal Hands schwillt gerne an. Darin liegt dann auch die Schnittmenge von Pop und Rave. Nachzuhören auf »Captured Spirits«.
Music Review
Carlos Nino & Miguel Atwood-Ferguson
Chicago Waves
»Chicago Waves« ist die Dokumentation eines improvisierten Auftritts der kalifornischen Musiker Carlos Nino und Miguel Atwood-Ferguson.
Music Review
Róisín Murphy
Róisín Machine
Róisín Murphy weiß mit ihrer Musik Indie-Kids und Dance-Fraktion wie keine Zweite zu einen. So auch auf »Róisín Machine«.
Music Review
Khotin
Finds You Well
Elektronische Musik für die grauen Tage: Khotin hat seiun neues Album »Finds You Well« auf Ghostly International veröffentlicht.
Music Review
Hareton Salvanini
Xavana, Uma Ilha Do Amor
Mad About legt den Soundtrack zu »Xavana, Uma Ilha Do Amor« des brasilianischen Komponisten Hareton Salvanini neu auf.
Music Review
Osees
Protean Threat
»Protean Threat« von Osees (auch bekannt als Thee Oh Sees) ist eine Platte für Leute, die sich noch Nietengürtel um die Hose schnallen.
Music Review
Anna von Hausswolff
All Thoughts Fly
Wolkengebirge bis in den Kosmos, Höllenkreise ohne Auswege: Anna von Hauswolffs fünftes Album »All Thoughts Fly« ist erschienen.
Music Review
Satoshi & Makoto
CZ-5000 Sounds & Sequences Vol. 2
Klingt wie ausgedacht? Vielleicht. Vor allem aber ist Satoshi & Makotos zweites Album »CZ-5000 Sounds & Sequences Vol. 2« wunderbar nerdig.
Music Review
Arca
&&&&&
Start des Postgenres: Arcas »&&&&&« war Prototyp für die Generation Deconstructed Clubmusic.
Music Review
Suso Sáiz & Suzanne Kraft
Between No Things
Auf dem Album »Between No Things« haben sich die Musiker Suso Sáiz und Suzanne Kraft für neun Meditationen zusammengetan.
Music Review
Drew McDowall
Agalma
Unwirkliche Räume modulierter Schönheit: Coils Drew McDowall veröffentlicht mit »Algama« einen neues Album.
Music Review
Nicolas Jaar
Cenizas
Mit »Cenizas« baut Nicolas Jaar weiter an seinem Bild vom großen Komponisten unter den Laptopmusikern.
Music Review
Little Brother
May The Lord Watch
»May the Lord Watch«, das Comeback-Album von Little Brother ist absolut nicht zeitgemäß, aber davon völlig unbekümmert.
Music Review
The Heliocentrics
Telemetric Sounds
»Telemetric Sounds«, das zweite Album von The Heliocentrics binnen eines Jahres ist dunkler, wütender, getriebener und dreckiger.
Music Review
Fabiano Do Nascimento
Preludio
»Preludio«, das dritte Album des jungen Gitarristen Fabiano Do Nascimento ist eine sehr sexy spartanische Angelegenheit.
Music Review
Acid Pauli
MOD
Mit Synthesizern fordert Martin Gretschmann unter seinem Acid-Pauli-Alias auf »MOD« weniger zum Tanzen als zum Lauschen auf.
Music Review
Helge Schneider
Mama
»Mama« heißt das neue Album von Helge Schneider und es ist liefert gewohnt unfehlbare musikalische Ergüsse.
Music Review
Admas
Sons Of Ethiopia
Alles löst sich in schönster Schwermut auf: Zur Reissue des äthiopischen Synthesizer-Schatzes »Sons Of Ethiopia« von Admas von 1983.
Music Review
Kairon; IRSE!
Polysomn
Seit ihren ersten Releases gelten Kairon; IRSE! als Shoegaze-Sensation. Nun haben die Finnen mit »Polysomn« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Lucrecia Dalt
No Era Sólida
Mit »No Era Sólida« reißt die Kolumbianerin Lucrecia Dalt sämtliche Grenzen ein. Es kommen unerforschte Gebiete zum Vorschein.
Music Review
Bad Stream
Sonic Healing
Auf seinem neuen Album »Sonic Healing« verarbeitet Frittenbuden-Gitarrist Martin Steer den Schlaganfall seiner Mutter musikalisch.