Music Review | verfasst 01.05.2014
Various Artists
Uncanny Valley 20
Uncanny Valley, 2014
Text Kristoffer Cornils
Deine Bewertung:
/
Nutzer
7.4
Redaktion
Cover Various Artists - Uncanny Valley 20

»What happened there – what happened to the art of the track?«, wundert sich ein sonores Stimmchen. Ja, was schon? Der Kunst des House-Tunes geht es selbst nach dem Tode ihres Godfathers immer noch gut, keine Sorge. Was wollt ihr also – die Metaebene zum Mainfloor ernennen? Aber bloß nicht wütend machen lassen: Die möchten nur spielen. Mit der Erwartungshaltung und der Percussion. Die, das sind RVDS & “K’Alexi Shelby”. Das Hamburg-Chicago-Gespann bestreitet mit seinem ersten Track für Uncanny Valley auch gleich den Auftakt für die zwanzigste Katalognummer des Dresdener Labels, das sich in nur vier Jahren als gute Hausnummer für eben vor allem housige Klänge etabliert hat. Ein sattes Paket ist es geworden, das sich über drei separate 12“s beziehungsweise eine CD erstreckt. Die ausgedehnte Nabelschau, die den Launch von zwei Sublabels – Rat Life und Shtum – begleitet, fällt zwar nicht durchgehend so stark aus wie der Eröffnungstrack, welcher der eingangs gestellten Frage mit zittrigen Acid-Lines und schnörkeligen Rhythmen eine mehr als optimistische Antwort gibt, umreißt aber gekonnt das Profil das hauseigenen Rosters. Labeltreue Namen wie Jacob Korn, der hier einen auf die Peak getakteten Banger von sich lässt, Cuthead und ein etwas hyperaktiver Credit 00 loten Seite an Seite mit Frischlingen wie Götterkreis & Steve Kasper auf 12 Tracks die gemeinsame Schnittmenge aus, die Uncanny Valley seit Gründung ausmacht. Eine Sammlung mit potenziellen und definitiven Hits, gelegentlichen experimentellen Etüden und nur sporadisch vertretenem B-Seiten-Material. Ja, der Kunst des Tracks geht es nun wirklich nicht so übel.

Die Compilation »Uncanny Valley 20« findest du auf hhv.de als 12-Inch Part 1, 12-Inch Part 2 , 12-Inch Part 3 und als CD.
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 30.10.2012
Jacob Korn
You & Me
Jacob Korn ist das Aushängeschild der sächsischen House-Musik. »You & Me« bekräftigt das.
Music Review | verfasst 17.12.2013
Cuthead
Everlasting Sunday
House und Hip Hop laufen bei Cuthead seit Jahren nebeneinander. Keine große Sache. Auch nicht auf »Everlasting Sunday«.
Music Review | verfasst 16.05.2014
Leibniz
Shtum 004
Der Leipziger Producer Leibniz zeichnet sich für den vierten Release vom Uncanny Valley Sublabel Shtum verantwortlich.
Music Review | verfasst 12.08.2014
Scherbe
Late Nite Safari
Stimmungsvoll, kunterbunt und extrem deep ist die bei Uncanny Valley erschienene EP "»Late Nite Safari« von Scherbe.
Music Review | verfasst 08.01.2015
Credit 00
Basement Toolz Vol. 1
Nach Credit 00s 12" »Basement Toolz Vol. 1«, kann der zweite Werkzeugkasten gar nicht schnell genug kommen.
Music Review | verfasst 31.07.2015
Various Artists
Give'n'Take
Auf Uncanny Valley macht Cuthead den Auftakt für die neue 12"-Serie »Give’n’Take« und zelebriert trotz Vitamin B-Impfung die Offenheit.
Music Review | verfasst 20.01.2016
Mono Junk
State Of Funk
Ob der Finne Mono Junk zum Lachen in den Keller geht, wissen wir. Seine neue EP »State Of Funk« ist aber dort am besten aufgehoben.
Music Review
Oliver Doerell & Jawad Salkhordeh
سایه (Sāje)
Für sein neues Projekt hat sich Oliver Doerell mit dem Iraner Jawad Salkhordeh zusammengetan. »»سایه (Sāje)« ist das Beste beider Welten.
Music Review
Trees Speak
Vertigo Of Flaws
Auf »Vertigo Of Flaws« erproben Trees Speak eine neue Vielseitigkeit. Die Grundelemente ihrer Musik bleiben aber erhalten.
Music Review
TRii Group
Interest In Music
Max Stocklosa wechselt seinen Künstlernamen oft. Auch auf »Interest In Music«, jetzt als TRii Group. Das Rätselhafte der Musik aber bleibt.
Music Review
You'll Never Get To Heaven
Wave Your Moonlight Hat For The Snowfall Train
Mit »Wave Your Moonlight Hat For The Snowfall Train« spinnt das kanadische Duo You’ll Never Get To Heaven weiter an kleinen Po-Träumereien.
Music Review
Leo Nocentelli
Another Side
Anfang der 1970er Jahre nimmt The Meter’s Leo Nocentelli ein Soloalbum auf. Keine fünfzig Jahre später ist »Another Side« erschienen.
Music Review
Ryuichi Sakamoto
Esperanto
1986 nur in Japan erschienen, ist Ryuichi Sakamoto’s »Esperanto« nun erstmals weltweit auf Schallplatte veröffentlicht worden.
Music Review
Beach Fossils
The Other Side Of Life: Piano Ballads
Die Beach Fossils um Chef-Slacker Dustin Payseur veröffentlichen mit »The Other Side Of Life: Piano Ballads« ein Pianoalbum.
Music Review
Fat Freddy's Drop
Wairunga
Fat Freddy’s Drop, eine der besten Live-Acts, veröffentlichen das live eingespielte Album »Wairunga«.
Music Review
Ben LaMar Gay
Open Arms To Open Us
Für sein Album »Open Arms To Open Us« holt der Jazzmusiker Ben LaMar Gay einige der Protagonisten der Chicagoer Szene zusammen.
Music Review
Pamela Z
Echolocation
Auf Freedom To Spend wurde unter den Titel »Echolocation« Musik der Künstlerin und Musikerin Pamela Z wiederveröffentlicht.
Music Review
Idee Du Femelle
Sequences
Mit Musica Maquina hat John Talabot ein Label aus der Taufe gehoben, um »Sequences« von Idee Du Femelle wiederzuveröffentlichen.
Music Review
Lee Ranaldo
In Virus Times
Rückzug, Einkehr und Besinnlichkeit: Mit »In Virus Times« hat auch Sonic Youth’s Lee Ranaldo ein »Corona-Album« veröffentlicht.
Music Review
David Behrman
ViewFinder / Hide & Seek
David Behrmans Werke gelten als Pionierstücke der elektronischen Avantgarde. Auf »ViewFinder / Hide & Seek« sind jetzt einige nachzuhören.
Music Review
Twit One
AUDDA Control
Überrascht trotz konventionellem Soundbild: Twit One hat mit »AUDDA Control« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Mira Calix
Absent Origin
Wie oft musste Duchamp diesen Satz hören: Ist das Kunst oder kann das weg? Mira Calix nennt Duchamp als Inspiration für »Absent Origin«…
Music Review
Snail Mail
Valentine
Auf »Valentine« fallen die Gesten von Snail Mail noch größer als zuvor aus, am Effekt aber ändert das zum Glück nichts.
Music Review
Radiohead
Kid A Mnesia
Die beiden Radiohead-Klassiker »Kid A« und »Amnesiac« verbinden sich mit »Kid Amnesiae« zu »Kid A Mnesia«. Fans werden nicht vorbeikommen.
Music Review
Anz
All Hours
Sechs Stücke für einen 24-Stunden-Rave: Ambitioniert war Anz schon immer, mit »All Hours« aber wird sie zur Geschichtenerzählerin.
Music Review
L'Orange
World Is Still Chaos, But I Feel Better
»World Is Still Chaos, But I Feel Better«, das neue Album des Beatschmieds aus North Carolina ist fröhliche Weltuntergangsmusik.
Music Review
Lone
Always Inside Your Head
Die Melodien sind das Faustpfand, dass der Brite Lone immer wieder einbringt. So auch auf seinem neuen Album »Always Inside Your Head«.
Music Review
Lana del Ray
Blue Banisters
Nach »Chemtrails Over The Country Club« legt Lana Del Rey nach. »Blue Banisters« ist ein zur Musik gewordener Self-Care-Ratgeber.
Music Review
Bremer/McCoy
Natten
Jazz ist hip wie lange nicht mehr. Der Output ist groß. Mit »Natten« liefern die Dänen Bremer/McCoy einen großartigen Beittrag.
Music Review
Jamire Williams
But Only After You Have Suffered
Jamire Williams traut sich aus der Deckung und packt auf »But Only After You Have Suffered« die viele seiner musikalischen Facetten.
Music Review
Kuunatic
Gate Of Klüna
Das japanische Trio Kuunatic debütiert auf Glitterbeat mit »Gate of Klüna«, einem buchstäblich außerirdischem Psych-Rock-Meisterwerk.
Music Review
DJ Abilities
Phonograph
DJ Abilities meldet sich naxch über 20 Jahren mit einem Solo-Release, »Phonograph«, zurück. Alles fett und geil. Und nur 22 Minuten lang.
Music Review
Quantic & Nidia Góngora
Almas Conctadas
Acht Jahre nach einer gemeinsamen EP intensivieren Nidia Góngora und Quantic ihre Zusammenarbeit mit dem Album »Almas Conctadas«.
Music Review
Various Artists
Shouts 2021 Vol.1&2
Mit »Shouts 2021« setzt das britische Label Rhythm Section International seinem Sound ein zweites Denkmal in Form einer Compilation.
Music Review
El Michels Affair
The Abominable EP
Mit »The Abominable EP« veröffentlichen El Michels Affair weitere Stücke aus den Sessions zu »Yeti Season«.
Music Review
Trip Shrubb
Trewwer, Leud Un Danz
Auf »Trewwer, Leud Un Danz« remixt sich Trip Shrubb durch eine Folkways-Platte von 1952. Mit beklemmendem Ergebnis.
Music Review
Jarvis Cocker
Chansons D'Ennui Tip-Top
Mit »Chansons D’Ennui Tip-Top« liefert Jarvis Cocker zwölf Cover von französischen Popsongs. Super langweilig und total schön.
Music Review
Dean Blunt
Black Metal 2
ist das Nonsens? Vertonung des Post-Everything? Der Tag der Apokylapse? Nein, es ist »Black Metal 2«, das neue Album von Dean Blunt.
Music Review
Parquet Courts
Sympathy For Life
Auf »Sympathy For Life«, dem neuen Album von Parquet Courts, wird der gute alte Rock zum Grooven gebracht.
Music Review
Grouper
Shade
»Shade« ist das zwöfte Album oder so von Grouper und die Frage lautet: Kann Liz Harris das Niveau der Vorgänger halten? Antwort: Sie kann.
Music Review
Ka Baird & Pekka Airaksinen
FRKWYS Volume 17: Hungry Shells
Auf »FRKWYS Volume 17: Hungry Shells« trifft die Stimmperformerin Ka Baird auf einen Toten: den finnischen Komponisten Pekka Airaksinen.
Music Review
Efdemin x Vril
Endless / Purge
Das Label Sun Sad bringt für seinen Release »Endless / Purge« die beiden Techno-Größen Efdemin und Vril zusammen.
Music Review
Circuit Des Yeux
-io
Apokalpytische Metapher, schwarze Löcher: das neue Album »-io« von Circuit de Yeux ist erwartungsgemäß schwere Kost.
Music Review
Winter 2
Winter 2
Diffuses Gefühl des Verlorenseins: Winter 2 liefern mit ihrem Album »Winter 2« den Diskurs-Pop für das Jahr 2021.
Music Review
Viejas Raices
De Las Colonias Del Rio De La Plata
Wie für diese Gegenwart gemacht: »De Las Colonias Del Rio De La Plata« der argentinischen Band Viejas Raices von 1976 wurde neu aufgelegt.
Music Review
Henryk Debich
Zblizenie
»Zblizenie« deckt Kompositionen des polnischen Jazzers Henryk Debich zwischen 1974 und 1977 ab und ist ein guter Einstieg in sein Schaffen.
Music Review
Warda
Khalik Hena
Das zuerst 1973 veröffentlicht »Khalik Hena« von Warda wurde nun via WeWantSounds zum ersten Mal seit damals wiederveröffentlicht,
Music Review
Maugli
Alba
Ein ganzer Fuhrpark an Instrumenten ist auf dem bei YNFND veröffentlichtem Debüt »Alba« von Maugli zu hören.