Music Review | verfasst 03.06.2014
Stephen David Heitkotter
Black Orckid
Now-Again, 2014
Text Andreas Brüning , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Stephen David Heitkotter - Black Orckid

Der lange erwartete Re-Release eines super-raren und geheimnisvollen Demos aus den frühen 1970er Jahren oder schlicht ein Fake? Stephen David Heitkotter, ehemaliger Trommler einer Band namens »Road Runners«, dem Wahnsinn verfallen und längst nicht mehr Herr seiner Sinne, soll verantwortlich sein für dieses Dutzend rauer und ekstatischer Psychedelic-Jam-Rock-Tracks. Ausgegraben hat die Musik Eothen »Egon« Alapatt von Now-Again Records. Obwohl Heitkotter zur Zeit der Aufnahmen angeblich schon viel zu weit von Gut und Böse war zum gemeinsamen Musizieren mit anderen Menschen, klingen die reichlich schredderigen Aufnahmen nach einem klassischen Psychedelic-Rockblues Outfit mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang. Der Bass ist der angeblichen Aufnahmeepoche entsprechend nahezu höhenlos aber fett verzerrt, die Gitarre klingt schneidend dünn und ebenfalls durchs Distortionpedal gejagt und der Trommler sitzt mit seinem Instrumentarium etwas weiter entfernt. »Black Orckid« klingt aber mitnichten schlecht oder gar unhörbar, sondern im Gegenteil smart und faszinierend retro. Die Stücke basieren auf mehr oder minder frei ausgelegten Blues-Schemen und muten komplett improvisiert an. Gesang und Lyrics, teilweise durch spacige Effekte verzerrt, erinnern an Malcolm Mooney und Damo Suzuki von Can. Manche Tracks laufen eine knappe Viertelstunde, andere sind nur anderthalbminütige Skizzen und enden mit dem abrupten Ausschalten des scheinbar nicht besonders hochwertigen Aufnahmeequipments. Tolles, sehr atmosphärisches Album; egal, ob Original oder Fälschung.

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