Music Review | verfasst 18.06.2014
Arne Deforce & Mika Vainio
Hephaestus
Editions Mego, 2014
Text Andreas Brüning
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Redaktion
Cover Arne Deforce & Mika Vainio - Hephaestus

Arne Deforce ist ein Cellist im Spannungsfeld zwischen zeitgenössischer und experimenteller Solo- und Kammermusik mit einer gewissen Vorliebe für Unspielbares und eher Performatives von Iannis Xenakis, Richard Barrett, John Cage and Brian Ferneyhough. Mika Vainio veröffentlicht seit Anfang/Mitte der 1990er Jahre unter dem Pseudonym Ø elektronische Musik zwischen minimalem Techno, warmem Ambient und harschem Noise und gründete mit Ilpo Väisänen und Sami Salo das Projekt Panasonic. Zudem arbeitete er zusammen mit Carsten Nicolai, Christian Fennesz, Charlemagne Palestine, John Duncan, Vladislav Delay, Stephen O’Malley (Sunn0))) und Sean Booth (Autechre). Das nach dem griechischen Gott des Feuers »Hephaestus« benannte gemeinsame Album dieser beiden experimentierfreudigen Musiker zeigt schon in den Untertiteln der sechs Tracks, wohin die musikalische Reise geht. Der »Feuerstrom« klingt harsch, sperrig, disharmonisch und verzerrt, der »Fluss des Wehklagens« ist ein dunkler, unentrinnbarer Drone. Der »Fluss des Leids« steigert sich von unangenehm hohen Frequenzen zu einem kreischend dröhnenden Crescendo, der »Fluss der Wut» ist ein einziger zornig brüllender Ausbruch. Der »Fluss der Vergesslichkeit oder der Vergessenheit« klingt sehr verloren, minimal und repetitiv, die »Felder der Linderung« schließlich wirken trotz unterschwelliger Bedrohlichkeit fast ambient. Cello und Elektronik funktionieren bei all dem großartig zusammen: mal sind sie klanglich nicht voneinander zu trennen, mal ergeben sich durch klare klangliche Differenzen spannende musikalische Reibungen. Harte, aber äußerst lohnenswerte Hörarbeit.

Das Album »Hephaestus« von Arne Deforce & Mika Vainio findest du demnächst bei hhv.de.
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