Music Review | verfasst 29.08.2014
Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza
Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza
Superior Viaduct, 2014
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza  - Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza

Hinter dem etwas umständlichen Namen Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza verbirgt sich das erste improvisierende Komponistenkollektiv der Musik des 20. Jahrhunderts. 1964 von Franco Evangelisti in Rom gegründet, zählte das Ensemble unter anderem den später mit Filmmusik bekannt gewordenen Komponisten Ennio Morricone zu seinen Mitstreitern. Morricones markantes Trompetenspiel ist eine der Konstanten in diesem offenen Kosmos, der sich von Augenblick zu Augenblick stets neu erfindet, ohne wahllos irgendwelche Klänge aneinanderzureihen. Es gibt kleinere strukturierte Einheiten, aus denen die Musiker – neben der Trompete an Klavier, Kontrabass, Posaune, Cello und Schlagzeug – spontan die Form ihrer Stücke entwickeln. Die Musik bewegt sich fließend zwischen spröderen Neue Musik-Anklängen, dynamischem Quasi-Free Jazz, impressionistischen Passagen und Improv im engeren Sinne – Inside Piano und andere geräuschhafte Instrumentalklänge inklusive. So wirkt Il Gruppo spröde und zugänglich zugleich, ihr Versuch, aus den dogmatischen Avantgarde-Strömungen ihrer Zeit auszubrechen, atmet nach vier Jahrzehnten immer noch frisches Freiheitsdenken – selbst wenn die angewandten Strategien mittlerweile recht etabliert sind. Dieses selbstbetitelte Album war seit den siebziger Jahren bisher in keiner Form wieder aufgelegt worden. Superior Viaduct ist für seinen Einsatz daher sehr zu danken.

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