Music Review | verfasst 22.08.2014
White Hills
Glitter Glamour Atrocity
Thrill Jockey , 2014
Text Andreas Brüning
Deine Bewertung:
/
Nutzer
8.0
Redaktion
Cover White Hills - Glitter Glamour Atrocity

In Jim Jarmuschs Vampir-Opus »Only Lovers Left« spielten die White Hills in einem Detroiter Club »Under Skin Or By Name«. Jetzt wird »Glitter Glamour Atrocity«, das dazugehörige Album aus dem Jahre 2007 wiederveröffentlicht. Der Track schleicht sich langsam mit einer schwebenden Synthesizerfläche an, die zusammen mit Hawkwind-Orgel und psychedelischer Sologitarre zu schwer bombastischem und hypnotischen Space Rock zu mutieren. »Spirit Of Exile« beginnt mit Wellengeräuschen und Vogelgeschrei, dazu gesellt sich ein treibendes Schlagzeug, ein mehrstimmiger geisterhafter Frauenchor, eine Rückwärtsgitarre und ein kräftig schiebender, monotoner Bass. »Distance« verzichtet völlig auf Rock-Elemente und erzeugt eine schwebend ätherische Ambience mit weit entferntem Gesang und einem wenig Gutes verheißenden Ende in Form einer massiven Bass-Feedback-Welle. »Somewhere Along The Way« – Improvisiert gezupfte Akustikgitarre zu spaciger Synthesizer-Fläche und sägender E-Gitarre mit Endlos-Sustain. Mehr eine Überleitung als ein Track, ein Innehalten, bevor der nächste Song einsetzt. »Love Serve Remember« ist eine surreale Vision über das Leben nach 9/11. Lärmiger Jam-Rock mit Fieldrecordings, Flugzeuggeräuschen und Feuerwehr-Sirenen. Danach »Passage«, eine Reihe hart metallischer aneinander reibender langgezogener Basstöne, die an John Carpenter-Scores erinnern. »Glitter Glamour Atrocity« überzeugt schließlich als Hawkwind/Krautrock-Chimäre samt verzerrter Lemmy Kilmister-Bassgitarre und Endlos-Gniedel-Wah Wah-Solo Gitarre. Ein viertelstündiger Freak-Out samt anschließendem völlig ermattetem und balladesken Neuanfang.

Das Album »Glitter Glamour Atrocity« von White Hills findest du bei hhv.de: LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 25.08.2014
Music Blues
Things Haven't Gone Well
Tonnenschwer, brutal und absolut niedergeschlagen: »Things Haven’t Gone Well« von Music Blues. Ein sehr ausdrucksstarkes Album…
Music Review | verfasst 29.08.2014
Liturgy
Renihilation
Das Debüt »Renihilation« die New Yorker von Liturgy aus dem Jahre 2009 war ein kleiner Meilenstein der jüngeren Black Metal-Geschichte.
Music Review | verfasst 02.09.2014
Holy Sons
The Fact Facer
Die Musik auf Emil Amos’ zehntem Album als Holy Sons »The Fact Facer« klingt, als käme sie von einem weit entfernten Kurzwellensender.
Music Review | verfasst 22.10.2014
Oozing Wound
Earth Suck
Oozing Wound spielen Trash Metal. Hart, simpel, schlicht und direkt. Auch auf ihrem neuen Longplayer »Earth Stuck«.
Music Review | verfasst 23.10.2014
Heat Leisure
III/IV
Dunkel, manisch und tribalistisch-repetitiv. Heat Leisures »III/IV« ist ein kraftvolles und hypnotisierendes Jamrock-Album.
Music Review | verfasst 02.01.2015
The Body & Thou
You, Whom I Have Always Hated
»You, Whom I Have Always Hated« ist ein großes, quälend apokalyptisches Album des Quartetts Thou in Zusammenarbeit mit dem Duo Thou.
Music Review
William Basinski
Lamentations
Zeigemäßes zur Unzeit: William Basinski legt mit »Lamentations« sein vielleicht bestes Album seit den »Disintegration Loops« ab.
Music Review
Jabu
Sweet Company
Auf »Sweet Company« zeigt sich das Trio Jabu ausnahmsweise gut gelaunt. Der Musik fehlt trotzdem etwas. Das ist das Tolle daran.
Music Review
Emily A. Sprague
Hill, Flower, Fog
Schönheit im Reinzustand: Aus den USA kommen dank Emily A. Sprague und ihrem Album »Hill, Flower, Fog« endlich entspannte Signale.
Music Review
Camila Fuchs
Kids Talk Sun
Das Duo Camila Fuchs hat sein Zweitwerk »Kids Talk Sun« in der pittoresken Stadt Sintra in Portugal eingespielt. Das ist ihm a
Music Review
Meitei
Kofū
Mit dem Album »Kofū« beschließt Meitei seine Trilogie zu »japanischen Stimmungen«. Es ist seine bisher dynamischste Platte.
Music Review
Route 8
Rewind the Days of Youth
Auf seiner Debüt-LP braust Route 8 mit offenem Verdeck Richtung Vergangenheit. Vorgestrig ist »Rewind the Days of Youth« aber keineswegs.
Music Review
Michal Turtle
Michal Turtle Reinterpreted
Auf »Michal Turtle Reinterpreted« remixen sich zwölf Artists durch das in letzter Zeit wiederentdeckte Archiv des mysteriösen Briten.
Music Review
ana roxanne
Because of a Flower
Mit »Because of a Flower« gelingt ana roxanne das Meisterstück, ihren Sound auszudifferenzieren und stringenter denn je zu klingen.
Music Review
Various Artists
Endlich Normale Menschen Volume 1
Die zweite Ausgabe der Ear Clip Series heißt »Endlich normale Menschen Volume 1«, wurde von Low Bat kuratiert und ist wunderbar verwirrend.
Music Review
John Beltran
2020
John Beltran beschließt die Lost Canvas Series des Labels Mystic & Quantum mit »2020« und sehnt sich in einem Katastrophenjahr weit weg.
Music Review
Trees Speak
Shadow Forms
Mit »Shadow Forms«, ihrem zweiten Album in diesem Jahr, arbeiten sich Trees Speak weiterhin an Krautrock ab. Und zwar mit Erfolg.
Music Review
Various Artists
La Locura de Machuca 1975-1980
»La Locura de Machuca 1975-1980« versammelt abseitige Cumbia-Stücke. Das Gros wurde von einem abtrünnigen Steuerrechtsexperten komponiert.
Music Review
Parbleu
Danse Cette Zik
Parbleu ist das Projekt von Andrea Tartaglia und »Danse Cette Zik« sein farbenfrohes Debütalbum. So entspannt sollte die ganze Welt sein.
Music Review
Mr. Bungle
The Raging Wrath Of The Easter Bunny Demo
Eine bekackte Demo von 1986 wiederzuveröffentlichen ist das most Mr. Bungle thing, zu dem Mike Patton imstande ist.
Music Review
Terrace Martin, Robert Glasper, 9th Wonder, Kamasi Washington
Dinner Party EP
Lasst die »Dinnre Party EP« niemals enden: Terrace Martin, Robert Glasper, 9th Wonder und Kamasi Washington machen gemeinsam superbe Musik.
Music Review
Yuki Hayashi
OST My Hero Academia: Heroes Rising
Yuki Hayashi’s toller Soundtracks zu »OST My Hero Academia: Heroes Rising« erscheint jetzt auf Vinyl.
Music Review
Charlotte de Witte
Rave On Time
Solides Handwerk, keine Kunst: Auf der EP »Rave On Time« arbeitet sich Charlotte de Witte am Acid Techno der neunziger Jahre ab.
Music Review
Zenker Brothers
Cosmic Transmission
Auf »Cosmic Transmission«, dem neuen Album der Zenker Brothers, ist eher eine ruhigere Gangart angesagt. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Music Review
Glenn Astro
Homespun
Eine der abenteuerlustigsten Clubmusik-Platten des Jahres: Glenn Astro hat sein neues Album »Homespun« auf Tartelet veröffentlicht.
Music Review
Naná Vasconcelos with Agustín Pereyra Lucena
The Incredible Nana
Das 1971 eingespielte Debüt des brasilianischen Percussionisten Naná Vasconcelos »The Incredible Nana« wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Kangding Ray
61 Mirrors / Music for SKALAR
Kangding Rays Musik für SKALAR, seine gemeinsame A/V-Installation mit Christopher Bauder, funktioniert prächtig als alleinstehendes Album.
Music Review
Felbm
Tape 3 & 4
Der Niederländer Felbm veröffentlicht mit »Tape 3 & 4« vierzehn unaufgeregte Jazzminiaturen auf Soundway.
Music Review
Loscil
coast/range/arc//
Das 2011 erschienene Album »coast/range/arc//« von Loscil führte durch frostige Bergwelten. Kranky hat es in erweiterter Form neu aufgelegt.
Music Review
Public Enemy
What You Gonna Do When The Grid Goes Down?
Kein bisschen leise: Public Enemy sind zurück auf Def Jam legen mit »What You Gonna Do When The Grid Goes Down?« ihr 15. Studioalbum vor.
Music Review
Machinedrum
A View Of U
Machinedrum ist weiterhin auf der Suche nach der Erleuchtung durch Trips. »A View Of U« ist wiederum keine Offenbarung.
Music Review
Minoru Fushimi
Hakodate Lady
»Hakodate Lady«, 1983 veröffentlichter, vielleicht wichtigster Release von Minoru Fushimi, wurde jetzt bei Left Ear wiederveröffentlicht.
Music Review
Azymuth, Ali Shaheed Muhammad & Adrian Younge
Jazz Is Dead 004
Ali Shaheed Muhammad und Adrian Younge haben sich für »Jazz Is Dead 004« die brasilianischen Legenden Azymuth eingeladen.
Music Review
Ryo Fukui
A Letter From Slowboat
Dass es nun ein Reissue von »A Letter From Slowboat« gibt, dürfte zumindest Jazzkenner freuen und Ryo Fukui mehr Aufmerksamkeit einbringen.
Music Review
Ryo Fukui
Ryo Fukui In New York
Ursprünglich 1999 veröffentlicht, hat We Release Jazz jetzt eine Neuauflage von »Ryo Fukui In New York« von Ryo Fukui veröffentlicht.
Music Review
Oliver Coates
Skins N Slime
Der Cellist Oliver Coates ist so eine Art Wi9edergänger von Arthur Russell. Jetzt hat er mit »Skins N Slime« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Deutsche Elektronische Musik Vol.4
»Deutsche Elektronische Musik Vol.4« gibt einen Überblick über die Vorzüge vernachlässigter, deutscher Musik der Siebziger und Achtziger.
Music Review
The Budos Band
Long In The Tooth
Mit »Long In The Tooth« von The Budos Band könnte man wohl vorzüglich auf den ledrigen Schwingen eines Dämons durch die Unterwelt gleiten.
Music Review
Kevin Morby
Sundowner
Americana im besten Sinne des Wortes: Zum neuen Album »Sundowner« des großartigen amerikanischen Songwriters Kevin Morby.
Music Review
Various Artists
All Things Considered Vol.1
Die Compilation »All Things Considered Vol. 1« entführt für 38 Minuten in eine Welt, in der nur grüner Tee und die Kopfhörer zählen.
Music Review
Autechre
SIGN
»SIGN« ist das erste Album seit von Autechre seit 2013 und die Musik darauf ist so unmittelbar faszinierend, wie seit 20 Jahren nicht mehr.
Music Review
Nas
King's Disease
»King’s Disease« ist keine von #BLM inspirierte Gospelchor-Klischee-Sause auf die Black Culture, sondern das beste Nas-Album seit Jahren.
Music Review
Mrs. Piss (Chelsea Wolfe & Jess Gowrie)
Self-Surgery
»Self-SurgeryÍ von Mrs. Piss ist ein Album, dass die kollektive Gesamtscheiße des Jahres einfängt, absticht, vierteilt und verheizt.
Music Review
Culk
Zerstreuen über euch
Die Wiener Band CULK macht mit ihrer zweiten LP »Zerstreuen über euch« den Namen zum Programm und klingen obendrein noch mitreißend.
Music Review
El Mago
Kanénas
»Kanénas«, das Debüt von El Mago, verkabelt deutsche Elektronik mit griechischer Volksmusik. Ein bisschen Mystizismus gibt’s oben drauf.
Music Review
Eartheater
Phoenix: Flames Are Dew Upon My Skin
Mit »Phoenix: Flames Are Dew Upon My Skin« liefert Eartheater ihr wohl konventionellstes und damit merkwürdigstes Album ab.
Music Review
Future Islands
As Long As You Are
Es nicht verfehlt zu sagen, dass »As Long As Your Are«, das neue Album von Future Islands, auch ein politisches Album geworden ist.