Music Review | verfasst 16.01.2015
Taraf De Haidouks
Of Lovers, Gamblers And Parachute Skirts
Crammed Discs, 2015
Text Andreas Brüning
Deine Bewertung:
/
Nutzer
7.4
Redaktion
Cover Taraf De Haidouks - Of Lovers, Gamblers And Parachute Skirts

Seit 25 Jahren machen Taraf de Haïdouks jetzt schon zusammen Musik. Anfänglich in Rumänien zu Anlässen wie Hochzeiten, Taufen und Erntedankfesten, später dann mit wachsendem Erfolg auch im Ausland. Ihr sechstes Album, finanziert durch Crowdfunding, erscheint jetzt nach achtjähriger Veröffentlichungspause und enthält rumänische Balladen, Roma-Liebeslieder, Tänze und Instrumentals. Mal als gefühlvoll langsame Ballade und mal in atemberaubender Geschwindigkeit gespielt, mit oder ohne Gesang; immer jedoch voll überbordender Spielfreude, Energie und Intensität. Benannt nach Freiheitskämpfern des osmanischen Reiches und tiefverwurzelt in der traditionellen Roma-Musiker-Kaste der Lautari, öffnete sich die Combo bald Einflüssen aus Griechenland, ex-Jugoslawien, türkischen Melodien und Rhythmen und der modernen rumänischen, »Manele« genannten Popmusik. Neben althergebrachten Instrumenten wie Flöten, Geigen, Kontrabass und Zymbal, einem Hackbrett-artigen Instrument, kommt auch das eher »fremde« Akkordeon immer wieder zum Einsatz. Mit »Of Lovers, Gamblers And Parachute Skirts« erinnert sich Taraf de Haïdouks mit der Auswahl eher traditioneller Lieder in gewohnt freier Bearbeitung an ihre Anfangstage und arbeitet wieder mit bekannten Gästen wie Viorica Rudareasa, der Sängerin ihres größten Hits »Dumbala Dumba«.

Das Album »Of Lovers, Gamblers And Parachute Skirts« von Taraf De Haidouks findest du demnächst bei hhv.de.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 04.04.2016
Konono No.1 meets Batida
Konono No.1 meets Batida
Konono No.1 sind eine der bekanntesten afrikanischen Bands der letzten Jahre. Für ihr neues Album haben sie sich mit Batida zusammengetan.
Music Review | verfasst 29.11.2010
Konono No.1
Assume Crash Position
Die Musik von Konono No.1 klingt voll und reich, obwohl ihre Instrumente oft aus Schrott zusammengeschraubt sind.
Music Review | verfasst 19.11.2014
Jozef van Wissem
It Is Time For You To Return
Auf Jozef van Wissems Soundtrack zu »Only Lovers Left Alive« folgt die weniger überzeugende Platte »It Is Time For You To Return«.
Music Review | verfasst 24.03.2016
The Honeymoon Killers
Les Tueuers de la Lune de Miel
Ein weiteres Post-Punk-Reissue. Die belgischen The Honeymoon Killers wollten mit »Les Tueuers de la Lune de Miel« eine Zukunft aufbauen.
Music Review | verfasst 01.02.2017
Lula Pena
Archivo Pittoresco
Eine Gitarre, eine Stimme und halbes Dutzend Sprachen: Lula Penas drittes Album »Archivo Pittoresco« ist ein kleines Kuriosum.
Music Review | verfasst 20.03.2017
Yasmine Hamdan
Al Jamilat
Sie wurd ebekannt durch Jim Jarmuschs »Only Lovers Left Alive«. Jetzt hat Yasmine Hamdan mit »Al Hamilat« ihr zweites Album veröffentlicht.
Music Review
Vril & Rødhåd
Out Of Place Artefacts
Vril & Rødhåd widment sich auf einem Konzeptalbum »Out Of Place Artefacts« und zeigen sich als zwei der begabtesten deutschen Produzenten.
Music Review
Legowelt
System Shapeshift EP
Schon fast ein Minialbum: Die »System Shapeshift EP« des niederländischen Produzenten Legowelt lebt von ihrer Rätselhaftigkeit.
Music Review
The War On Drugs
Live Drugs
Mit »Live Drugs« haben The War On Drugs aus Philadelphia nun auch ein eigenes Live-Album veröffentlicht.
Music Review
Klaus Schønning
Lydglimt
»Lydglimt«, das Debüt des dänischen New-Age-Pionierts Klaus Schønning aus dem Jahre 1979 wurde jetzt bei Frederiksberg wiederveröffentlicht.
Music Review
Eloquent & Torky Tork
Modus Minus
»Modus Minus«, das Album von Eloquent und Torky Tork, zeigt, was einen guten Rapper ausmacht: Die Bereitschaft zur Weiterentwicklung.
Music Review
Yas-Kaz
Virgo Indigo
Nachdem zuletzt Yas-Kaz’ LP »Jomon-Sho« neu aufgelegt wurde, folgt nun ein Reissue von »Virgo Indigo« aus dem Jahr 1986.
Music Review
Nick Cave
Idiot Prayer Nick Cave Alone At Alexandra Palace
Mit »Idiot Prayer: Nick Cave Alone At Alexandra Palace« hat der australische Songpoet die perfekte Lockdown-Performance kreiert.
Music Review
Tunes Of Negation
Like The Stars Forever And Ever
Sam Shackletons Projekt Tunes Of Negation ist mit »Like the Stars Forever and Ever« nicht nur far out, sondern auch seiner Zeit weit voraus.
Music Review
Autechre
PLUS
Nur wenige Wochen nach »SIGN« lassen Autechre »PLUS« folgen. Qualitativ bleiben auch hier keine Wünsche offen.
Music Review
Overmono
Everything U Need
Macht die Dancefloors wieder auf! Mit »Everything U Need« balanciert das Bürderpaar Overmono erneut zwischen Melancholie und Euphorie.
Music Review
Group Rhoda
Passing Shades
Ihr viertes Soloalbum »Passing Shades« hat die als Group Rhoda bekannte Musikerin Mara Barenbaum soeben bei Dark Entries veröffentlicht.
Music Review
Oneohtrix Point Never
Magic Oneohtrix Point Never
Flirrende Schönheit, Banalität und Verwirrung gehören ganz selbstverständlich dazu, auf »Magic Oneohtrix Point Never«.
Music Review
Brian Eno
Film Music 1976-2020
Mit »Film Music 1976-2020« liegt nun ein Querschnitt der cineastischen Arbeiten des »Nicht-Musikers« Brian Eno vor.
Music Review
William Basinski
Lamentations
Zeigemäßes zur Unzeit: William Basinski legt mit »Lamentations« sein vielleicht bestes Album seit den »Disintegration Loops« ab.
Music Review
Dizzee Rascal
E3 AF
Dizzee Rascal kehrt zu seinen Wurzeln zurück, macht aber auch Drill. Kurzum: »E3 AF« ist die LP, die »Raskit« hätte sein sollen.
Music Review
Jabu
Sweet Company
Auf »Sweet Company« zeigt sich das Trio Jabu ausnahmsweise gut gelaunt. Der Musik fehlt trotzdem etwas. Das ist das Tolle daran.
Music Review
Emily A. Sprague
Hill, Flower, Fog
Schönheit im Reinzustand: Aus den USA kommen dank Emily A. Sprague und ihrem Album »Hill, Flower, Fog« endlich entspannte Signale.
Music Review
Camila Fuchs
Kids Talk Sun
Das Duo Camila Fuchs hat sein Zweitwerk »Kids Talk Sun« in der pittoresken Stadt Sintra in Portugal eingespielt. Das ist ihm a
Music Review
Meitei
Kofū
Mit dem Album »Kofū« beschließt Meitei seine Trilogie zu »japanischen Stimmungen«. Es ist seine bisher dynamischste Platte.
Music Review
Route 8
Rewind the Days of Youth
Auf seiner Debüt-LP braust Route 8 mit offenem Verdeck Richtung Vergangenheit. Vorgestrig ist »Rewind the Days of Youth« aber keineswegs.
Music Review
Michal Turtle
Michal Turtle Reinterpreted
Auf »Michal Turtle Reinterpreted« remixen sich zwölf Artists durch das in letzter Zeit wiederentdeckte Archiv des mysteriösen Briten.
Music Review
ana roxanne
Because of a Flower
Mit »Because of a Flower« gelingt ana roxanne das Meisterstück, ihren Sound auszudifferenzieren und stringenter denn je zu klingen.
Music Review
Various Artists
Endlich Normale Menschen Volume 1
Die zweite Ausgabe der Ear Clip Series heißt »Endlich normale Menschen Volume 1«, wurde von Low Bat kuratiert und ist wunderbar verwirrend.
Music Review
John Beltran
2020
John Beltran beschließt die Lost Canvas Series des Labels Mystic & Quantum mit »2020« und sehnt sich in einem Katastrophenjahr weit weg.
Music Review
Trees Speak
Shadow Forms
Mit »Shadow Forms«, ihrem zweiten Album in diesem Jahr, arbeiten sich Trees Speak weiterhin an Krautrock ab. Und zwar mit Erfolg.
Music Review
Various Artists
La Locura de Machuca 1975-1980
»La Locura de Machuca 1975-1980« versammelt abseitige Cumbia-Stücke. Das Gros wurde von einem abtrünnigen Steuerrechtsexperten komponiert.
Music Review
Parbleu
Danse Cette Zik
Parbleu ist das Projekt von Andrea Tartaglia und »Danse Cette Zik« sein farbenfrohes Debütalbum. So entspannt sollte die ganze Welt sein.
Music Review
Mr. Bungle
The Raging Wrath Of The Easter Bunny Demo
Eine bekackte Demo von 1986 wiederzuveröffentlichen ist das most Mr. Bungle thing, zu dem Mike Patton imstande ist.
Music Review
Terrace Martin, Robert Glasper, 9th Wonder, Kamasi Washington
Dinner Party EP
Lasst die »Dinnre Party EP« niemals enden: Terrace Martin, Robert Glasper, 9th Wonder und Kamasi Washington machen gemeinsam superbe Musik.
Music Review
Yuki Hayashi
OST My Hero Academia: Heroes Rising
Yuki Hayashi’s toller Soundtracks zu »OST My Hero Academia: Heroes Rising« erscheint jetzt auf Vinyl.
Music Review
Charlotte de Witte
Rave On Time
Solides Handwerk, keine Kunst: Auf der EP »Rave On Time« arbeitet sich Charlotte de Witte am Acid Techno der neunziger Jahre ab.
Music Review
Zenker Brothers
Cosmic Transmission
Auf »Cosmic Transmission«, dem neuen Album der Zenker Brothers, ist eher eine ruhigere Gangart angesagt. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Music Review
Glenn Astro
Homespun
Eine der abenteuerlustigsten Clubmusik-Platten des Jahres: Glenn Astro hat sein neues Album »Homespun« auf Tartelet veröffentlicht.
Music Review
Naná Vasconcelos with Agustín Pereyra Lucena
The Incredible Nana
Das 1971 eingespielte Debüt des brasilianischen Percussionisten Naná Vasconcelos »The Incredible Nana« wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Kangding Ray
61 Mirrors / Music for SKALAR
Kangding Rays Musik für SKALAR, seine gemeinsame A/V-Installation mit Christopher Bauder, funktioniert prächtig als alleinstehendes Album.
Music Review
Felbm
Tape 3 & 4
Der Niederländer Felbm veröffentlicht mit »Tape 3 & 4« vierzehn unaufgeregte Jazzminiaturen auf Soundway.
Music Review
Loscil
coast/range/arc//
Das 2011 erschienene Album »coast/range/arc//« von Loscil führte durch frostige Bergwelten. Kranky hat es in erweiterter Form neu aufgelegt.
Music Review
Public Enemy
What You Gonna Do When The Grid Goes Down?
Kein bisschen leise: Public Enemy sind zurück auf Def Jam legen mit »What You Gonna Do When The Grid Goes Down?« ihr 15. Studioalbum vor.
Music Review
Machinedrum
A View Of U
Machinedrum ist weiterhin auf der Suche nach der Erleuchtung durch Trips. »A View Of U« ist wiederum keine Offenbarung.
Music Review
Minoru Fushimi
Hakodate Lady
»Hakodate Lady«, 1983 veröffentlichter, vielleicht wichtigster Release von Minoru Fushimi, wurde jetzt bei Left Ear wiederveröffentlicht.
Music Review
Azymuth, Ali Shaheed Muhammad & Adrian Younge
Jazz Is Dead 004
Ali Shaheed Muhammad und Adrian Younge haben sich für »Jazz Is Dead 004« die brasilianischen Legenden Azymuth eingeladen.