Music Review | verfasst 13.05.2015
Drake
If you're reading this it's too late
Republic, 2015
Text Georg Rackow , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Drake - If you're reading this it's too late

Kaum jemand trifft mit seiner Idee von Musik im Moment so sehr den Nerv der Zeit wie Drake. Wenn es jemanden gibt, auf den sich neben Kendrick Lamar gerade alle einigen können, dann ist das der croonende Rapper aus Toronto. Dabei ist es im Grunde vollkommen egal, ob Drake ein Mixtape oder ein Album raushaut. Auch auf »If you’re reading this it’s too late« gibt es wieder das unfehlbare Gesamtpaket aus messerscharfen Raps, eingängig amateurhaftem Gesang, Beats ohne Fehl und Tadel und zerbrechlicher Superstar-Persönlichkeit, die beständig zwischen arroganter Selbstüberhöhung und Selbstmitleid pendelt, weil es an der Spitze nun mal einsam ist. Diese große Geste des eiskalten Sensibelchens wird einfach nicht langweilig. Auch die Beats von Boi-1da und Noah »40« Shebib, die die Veröffentlichung wieder immens prägen, sind sowas von auf dem Stand der Kunst. Schmusige Pop-Instrumentierung mit jeweiliger elektronischer Wärme und/oder Kälte im Unterbau, daneben knallharte Snares und prasselnden Hi-Hats. Hier wird die ganze Vielfalt des OVO-Sounds zelebriert. Dazu kommen noch unerwartete Beatswitches, wie etwa in »Preach«, und man vergisst ganz schnell, dass das eigentliche Album »Views from the 6« dieses Jahr erst noch kommen soll, welches dann übrigens das erste nach der Cash Money-Ära ist, die mit diesem Release jetzt vertraglich vorbei ist. Also weder Mixtape noch Album, sondern ein Übergang in eine wahrscheinlich noch glorreichere Zukunft, den Wind des Zeitgeistes im Rücken. Wenn du das liest, ist es wahrscheinlich zu spät, und die Platte ist ausverkauft.

Das Album »If you’re reading this it’s too late« von Drake ist bereits bei Republic erschienen. Bestelle die Schallplatte bei hhv.de als 2LP oder CD.
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