Music Review | verfasst 22.05.2015
Rocko Schamoni & L'Orchestre Mirage
Die Vergessenen
Staatsakt, 2015
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Rocko Schamoni & L'Orchestre Mirage - Die Vergessenen

Eigentlich hatte »Rocko Schamoni & Little Machine« von 2007 ja das letzte Album von Rocko Schamoni sein sollen. Es wäre ein toller Schwanengesang gewesen, aber auch schade. Hat sich Rocko Schamoni dann wohl selbst gesagt. Vergangenes Jahr war er daher schon mit seiner Bigband L’Orchestre Mirage zu erleben gewesen, jetzt folgt die Studiofassung seiner Orchesterversionen von übersehenen Hits der Neuen Deutschen Welle, aus der Hamburger Schule und von anderen. Wer immer schon wissen wollte, wie Die Regierung, FSK, Die Lassie Singers oder Saal 2 im Breitwand-Sound klingen, bekommt auf »Die Vergessenen« Rocko Schamonis wie immer höchst charmante Antwort. Besonders schön gelingt das in Songs wie »Rom« von Saal 2, »Die geheime Weltregierung« von GUZ oder sogar in Manfred Krugs entwaffnend zurückgelehnter Easy-Listening-Nummer »Früh war der Tag erwacht«. Bei »Michelangelo Antonioni« von Caetano Veloso werden die Grenzen von Rocko Schamonis Gesang etwas stärker deutlich, selbst wenn das zögerliche Flüstern seiner Stimme als Kontrast zum Orchester irgendwie passt. Ob die Schnulz-Version von »Was kostet die Welt« jedoch FSK wirklich gerecht wird, ist vermutlich eine Frage des Humors. Zwei Eigenkompositionen Rocko Schamonis runden die Sache ab – solide Songs, aber keine neuen Klassiker.

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