Music Review | verfasst 29.05.2015
Bérangère Maximin
Dangerous Orbits
Crammed Discs, 2015
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Bérangère Maximin - Dangerous Orbits

Die gestrengen Klangforscher aus dem Umfeld des Pariser GRM, der Groupe de recherches musicales, können durchaus schon mal Sinn für Groove haben. So etwa die Komponistin Bérangère Maximin, die neben dem Musique concrète-Begründer Pierre Schaeffer auch Brian Eno und David Bowie oder Miles Davis als wichtige Einflüsse nennt. Maximin bekennt sich einerseits zur Akusmatik, einem elektroakustischen Ansatz, bei dem die Herkunft der Klänge – akustisch oder elektronisch – bewusst unkenntlich gemacht und das ursprüngliche Material aus seinem Zusammenhang gerissen wird. Andererseits kombiniert sie diese oft abstrakte Musik mit handfesten Drones, lässt Industrial-artige Rhythmen als Fundamente pulsieren, um darüber mit freien Geräuschen und Klängen ihre eigentlichen Erzählungen zu spinnen. Die Stücke dauern elf bis 22 Minuten, lassen einem genügend Zeit, um sich in ihre fremdartig-zugänglichen Welten einzufinden. Mit den übersichtlichen Strukturen, die sie dabei verwendet, macht Maximin Ihren akademischen Ansatz zwar nicht völlig vergessen, erzeugt aber eine sehr produktive Spannung zwischen zerebraler Stimulation durch verfremdete Alltagsgeräusche und einer ritualhaften, rein körperlichen Erfahrung von Klang.

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