Music Review | verfasst 02.03.2016
These Hidden Hands feat. Lucrecia Dalt
These Moments Dismantled
Hidden Hundred, 2016
Text Kristoffer Cornils
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7.8
Redaktion
Cover These Hidden Hands feat. Lucrecia Dalt - These Moments Dismantled

Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum kamen These Hidden Hands im Jahr 2013 zu genau der richtigen Zeit. Industrial Techno hatte Hochkonjunktur, langsam aber breiteten sich EBM-Einflüsse aus und näherten sich Labels wie aufnahme + wiedergabe dem Dancefloor an. Ihre neue EP kommt nicht nur deshalb überraschend, weil die beiden Briten Alain Paul und Tommy Four Seven für die beiden darauf enthaltenen Tracks die kolumbianische Wahlberlinerin Lucrecia Dalt ins Studio geladen haben. Sondern auch deshalb, weil sie den Strukturzerfall anpeilt anstatt weiterhin hochglänzende Dunkelheit um sterile Bässe zu wickeln. Dabei impliziert doch sowohl der Projektname wie auch der Titel von »These Moments Dismantled« eine gewisse Genauigkeit – diese Hände, diese Momente. Das Schlüsselwort der Dalt-Kollaboration lautet jedoch »Dismantled«: Die beiden knapp fünf Minuten langen Tracks zerlegen sich selbst mit rasanten Basssalven, gegen die Dalts entrückter Stimmeinsatz wie in Slow Motion zu schweben scheint. These Hidden Hands kosten Widersprüche aus, setzen kreischenden Noise gegen ätherische Chorversatzstücke. Es ist der ewige Streit von Chaos und Ordnung, der »These Moments Dismantled« prägt und aus dem die EP eine innere Spannung bezieht, die sie besonders macht. Das lässt nicht nur für die nächsten These Hidden Hands-Veröffentlichung hoffen, es zeigt zugleich Lucrecia Dalt in all ihrer Wandlungsfähigkeit. Denn der ist es zu verdanken, dass das musikalische Beinahe-Chaos um sie herum die notwendige Ordnung für das dialektale Verwirrspiel mit sich bringt.

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