Music Review | verfasst 15.03.2016
Matt Corby
Telluric
Warner Music, 2016
Text Martin Silbermann
Deine Bewertung:
8.0
Nutzer (1)
8.4
Redaktion
Cover Matt Corby - Telluric

Nach zwei vielversprechenden EPs will der junge Australier mit seinem Debüt »Telluric« nun endgültig alle Register ziehen und auch außerhalb seiner Heimat durchstarten. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn Matt Corby legt sich selbstbewusst und für seine Mitte Zwanzig erstaunlich gereift ins Zeug. Auf den Samtpfoten seiner variablen Stimme umschleicht er so manches Genre. Sein Ausgangspunkt für Ausflüge in gut abgehangene TripHop-Beats, zu funkigem Jazz, geklöppeltem Easy Listening oder der klassischen Gitarrenballade (»Good To Be Alone«) scheint eine R’n’B-Version von Jeff Buckley zu sein. Mal klingt das nach einem an The Dap-Kings geschulten Nick Drake, mal an Patrick Watson mit Gospel-Faible und Madlib als Produzenten. Obwohl Matt Corby dabei auch die Möglichkeiten seiner Stimme ausgiebig austestet, ist es doch sein souveränes wie vielschichtiges Songwriting, was letztlich den Ausschlag gibt und »Telluric« so einzigartig macht. Wer es schafft, eingängige, jedoch noch nicht ausgelutschte Melodien mit einem unwiderstehlichen Groove zu verbinden, der kann auch ab und an mit seinem Falsett ein bisschen zu dick auftragen. Dass Matt Corby die Teilnahme an einer TV-Talentshow überhaupt nötig hatte, um entdeckt zu werden, ist schon einigermaßen verwunderlich.

Das Album »Telluric« von Matt Corby findest du bei hhv.de: LP
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 02.10.2012
How To Dress Well
Total Loss
Tom Krell kombiniert auf seinem zweiten Studioalbum als How To Dress Well lyrische Klarheit mit musikalischer Vagheit – mit Erfolg.
Music Review | verfasst 07.06.2021
Mndsgn
Rare Pleasure
Mit »Rare Pleasure« beendet Mndsgn seine Verwandlung vom Beatmaker zum Songwriter. Schmusiger RnB zwar, aber inhaltlich komplex.
Music Bericht | verfasst 01.11.2012
How To Dress Well
Live am 29.10. im Bi Nuu in Berlin
Tom Krell spielt seine neue Platte »Total Loss« ohne doppelten Boden und liefert sich seinem sichtlich bewegtem Publikum vollkommen aus: How To Dress Well im Bi Nuu ist eine Demonstration der Stärke, die in der Schwäche liegt.
Music Review | verfasst 22.10.2011
Trombone Shorty
For True
Es mag noch nicht in jedes Hinterzimmer vorgedrungen sein, aber man handelt Trombone Shorty als einen der spannendsten Acts aus New Orleans.
Music Review | verfasst 25.10.2011
Goapele
Break Of Dawn
Auch mit dem vierten Album wird es für die R’n’B- und Soulsängerin Goapele nicht zum Durchbruch reichen.
Music Review | verfasst 22.05.2012
Nick Waterhouse
Time's All Gone
Da kommt dieser 26-jährige Knilch aus Kalifornien daher und nimmt ein verdammt starkes Album auf.
Music Review
TRii Group
Interest In Music
Max Stocklosa wechselt seinen Künstlernamen oft. Auch auf »Interest In Music«, jetzt als TRii Group. Das Rätselhafte der Musik aber bleibt.
Music Review
You'll Never Get To Heaven
Wave Your Moonlight Hat For The Snowfall Train
Mit »Wave Your Moonlight Hat For The Snowfall Train« spinnt das kanadische Duo You’ll Never Get To Heaven weiter an kleinen Po-Träumereien.
Music Review
Leo Nocentelli
Another Side
Anfang der 1970er Jahre nimmt The Meter’s Leo Nocentelli ein Soloalbum auf. Keine fünfzig Jahre später ist »Another Side« erschienen.
Music Review
Ryuichi Sakamoto
Esperanto
1986 nur in Japan erschienen, ist Ryuichi Sakamoto’s »Esperanto« nun erstmals weltweit auf Schallplatte veröffentlicht worden.
Music Review
Beach Fossils
The Other Side Of Life: Piano Ballads
Die Beach Fossils um Chef-Slacker Dustin Payseur veröffentlichen mit »The Other Side Of Life: Piano Ballads« ein Pianoalbum.
Music Review
Fat Freddy's Drop
Wairunga
Fat Freddy’s Drop, eine der besten Live-Acts, veröffentlichen das live eingespielte Album »Wairunga«.
Music Review
Ben LaMar Gay
Open Arms To Open Us
Für sein Album »Open Arms To Open Us« holt der Jazzmusiker Ben LaMar Gay einige der Protagonisten der Chicagoer Szene zusammen.
Music Review
Pamela Z
Echolocation
Auf Freedom To Spend wurde unter den Titel »Echolocation« Musik der Künstlerin und Musikerin Pamela Z wiederveröffentlicht.
Music Review
Idee Du Femelle
Sequences
Mit Musica Maquina hat John Talabot ein Label aus der Taufe gehoben, um »Sequences« von Idee Du Femelle wiederzuveröffentlichen.
Music Review
Lee Ranaldo
In Virus Times
Rückzug, Einkehr und Besinnlichkeit: Mit »In Virus Times« hat auch Sonic Youth’s Lee Ranaldo ein »Corona-Album« veröffentlicht.
Music Review
David Behrman
ViewFinder / Hide & Seek
David Behrmans Werke gelten als Pionierstücke der elektronischen Avantgarde. Auf »ViewFinder / Hide & Seek« sind jetzt einige nachzuhören.
Music Review
Twit One
AUDDA Control
Überrascht trotz konventionellem Soundbild: Twit One hat mit »AUDDA Control« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Mira Calix
Absent Origin
Wie oft musste Duchamp diesen Satz hören: Ist das Kunst oder kann das weg? Mira Calix nennt Duchamp als Inspiration für »Absent Origin«…
Music Review
Snail Mail
Valentine
Auf »Valentine« fallen die Gesten von Snail Mail noch größer als zuvor aus, am Effekt aber ändert das zum Glück nichts.
Music Review
Radiohead
Kid A Mnesia
Die beiden Radiohead-Klassiker »Kid A« und »Amnesiac« verbinden sich mit »Kid Amnesiae« zu »Kid A Mnesia«. Fans werden nicht vorbeikommen.
Music Review
Anz
All Hours
Sechs Stücke für einen 24-Stunden-Rave: Ambitioniert war Anz schon immer, mit »All Hours« aber wird sie zur Geschichtenerzählerin.
Music Review
L'Orange
World Is Still Chaos, But I Feel Better
»World Is Still Chaos, But I Feel Better«, das neue Album des Beatschmieds aus North Carolina ist fröhliche Weltuntergangsmusik.
Music Review
Lone
Always Inside Your Head
Die Melodien sind das Faustpfand, dass der Brite Lone immer wieder einbringt. So auch auf seinem neuen Album »Always Inside Your Head«.
Music Review
Lana del Ray
Blue Banisters
Nach »Chemtrails Over The Country Club« legt Lana Del Rey nach. »Blue Banisters« ist ein zur Musik gewordener Self-Care-Ratgeber.
Music Review
Bremer/McCoy
Natten
Jazz ist hip wie lange nicht mehr. Der Output ist groß. Mit »Natten« liefern die Dänen Bremer/McCoy einen großartigen Beittrag.
Music Review
Jamire Williams
But Only After You Have Suffered
Jamire Williams traut sich aus der Deckung und packt auf »But Only After You Have Suffered« die viele seiner musikalischen Facetten.
Music Review
Kuunatic
Gate Of Klüna
Das japanische Trio Kuunatic debütiert auf Glitterbeat mit »Gate of Klüna«, einem buchstäblich außerirdischem Psych-Rock-Meisterwerk.
Music Review
DJ Abilities
Phonograph
DJ Abilities meldet sich naxch über 20 Jahren mit einem Solo-Release, »Phonograph«, zurück. Alles fett und geil. Und nur 22 Minuten lang.
Music Review
Quantic & Nidia Góngora
Almas Conctadas
Acht Jahre nach einer gemeinsamen EP intensivieren Nidia Góngora und Quantic ihre Zusammenarbeit mit dem Album »Almas Conctadas«.
Music Review
Various Artists
Shouts 2021 Vol.1&2
Mit »Shouts 2021« setzt das britische Label Rhythm Section International seinem Sound ein zweites Denkmal in Form einer Compilation.
Music Review
El Michels Affair
The Abominable EP
Mit »The Abominable EP« veröffentlichen El Michels Affair weitere Stücke aus den Sessions zu »Yeti Season«.
Music Review
Trip Shrubb
Trewwer, Leud Un Danz
Auf »Trewwer, Leud Un Danz« remixt sich Trip Shrubb durch eine Folkways-Platte von 1952. Mit beklemmendem Ergebnis.
Music Review
Jarvis Cocker
Chansons D'Ennui Tip-Top
Mit »Chansons D’Ennui Tip-Top« liefert Jarvis Cocker zwölf Cover von französischen Popsongs. Super langweilig und total schön.
Music Review
Dean Blunt
Black Metal 2
ist das Nonsens? Vertonung des Post-Everything? Der Tag der Apokylapse? Nein, es ist »Black Metal 2«, das neue Album von Dean Blunt.
Music Review
Parquet Courts
Sympathy For Life
Auf »Sympathy For Life«, dem neuen Album von Parquet Courts, wird der gute alte Rock zum Grooven gebracht.
Music Review
Grouper
Shade
»Shade« ist das zwöfte Album oder so von Grouper und die Frage lautet: Kann Liz Harris das Niveau der Vorgänger halten? Antwort: Sie kann.
Music Review
Ka Baird & Pekka Airaksinen
FRKWYS Volume 17: Hungry Shells
Auf »FRKWYS Volume 17: Hungry Shells« trifft die Stimmperformerin Ka Baird auf einen Toten: den finnischen Komponisten Pekka Airaksinen.
Music Review
Efdemin x Vril
Endless / Purge
Das Label Sun Sad bringt für seinen Release »Endless / Purge« die beiden Techno-Größen Efdemin und Vril zusammen.
Music Review
Circuit Des Yeux
-io
Apokalpytische Metapher, schwarze Löcher: das neue Album »-io« von Circuit de Yeux ist erwartungsgemäß schwere Kost.
Music Review
Winter 2
Winter 2
Diffuses Gefühl des Verlorenseins: Winter 2 liefern mit ihrem Album »Winter 2« den Diskurs-Pop für das Jahr 2021.
Music Review
Viejas Raices
De Las Colonias Del Rio De La Plata
Wie für diese Gegenwart gemacht: »De Las Colonias Del Rio De La Plata« der argentinischen Band Viejas Raices von 1976 wurde neu aufgelegt.
Music Review
Henryk Debich
Zblizenie
»Zblizenie« deckt Kompositionen des polnischen Jazzers Henryk Debich zwischen 1974 und 1977 ab und ist ein guter Einstieg in sein Schaffen.
Music Review
Warda
Khalik Hena
Das zuerst 1973 veröffentlicht »Khalik Hena« von Warda wurde nun via WeWantSounds zum ersten Mal seit damals wiederveröffentlicht,
Music Review
Maugli
Alba
Ein ganzer Fuhrpark an Instrumenten ist auf dem bei YNFND veröffentlichtem Debüt »Alba« von Maugli zu hören.
Music Review
MLO
Oumuamua
Virtual Dreams, die nächste: Music From Memory zollen dem Ambient-Duo MLO mit einer großen Zusammenstellung Tribut.
Music Review
Le Ren
Leftovers
»Leftovers«, das Debütalbum der kanadischen Sängerin und Songwriterin Le Ren, ist im besten Sinne provinziell.