Music Review | verfasst 13.07.2016
Various Artists
Space Echo
Analog Africa, 2017
Text Niklas Fucks
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Redaktion
Cover Various Artists - Space Echo

In Kap Verde, einem Inselstaat 570 Kilometer vor der senegalischen Küste, soll 1968 ein randvoll mit Keyboards und Synthesizern beladendes Schiff vom Himmel gefallen sein. Wirklich jetzt! Dass »Space Echo – The Mystery Behind The Cosmic Sound Of Capo Verde Finally Revealed!« auch eine Story verkaufen möchte, merkt man schon am Titel. Dabei wäre das gar nicht nötig. Die Compilation macht auch ohne verschwundenes Geisterschiff wunderbar erfrischende, längst vergessene Musik der Öffentlichkeit zugänglich. Allein die geografische Lage von Kap Verde zwischen Westafrika, Karibik und Südamerika verspricht eine einzigartige Musikkultur, die außerhalb der Inselgruppe wohl nur eine Handvoll Menschen auf dem Schirm haben. Vielfalt und Einzigartigkeit liefert die Compilation auch, die meisten Tracks sind kaum zu definieren: In »Odio Sem Valor« weicht eine Soukous-artige Ballade plötzlich krautigem Disco-Sound, »Corre Riba, Corre Bajo« könnte als kubanischer Disco-Funk durchgehen. Der rote Faden zwischen chaotischem Cumbia (»Mino Di Mama«) und karibischen Disco-Bangern (»Dia Ja Manche«) ist der Dancefloor, außerdem natürlich die Synthesizer Sache, wobei Leute, die sich von der Compilation durchgängig psychedelischen, elektronischen Sound versprechen wohl enttäuschen wird. Denn auch ohne Anekdote und ohne sporadische Orgel-Sounds und Synthesizer-Riffs wäre die Compilation eine absolute Bereicherung – ein schwarzer Fleck weniger auf der Landkarte.

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