Music Review | verfasst 13.09.2016
Wrangler
White Glue
MemeTune Records, 2016
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Wrangler - White Glue

Stephen Mallinder scheint gut drauf zu sein. Der promovierte Musikwissenschaftler mit Vergangenheit als Industrial-Pionier – er war Gründungsmitglied, Sänger und Bassist der Band Cabaret Voltaire – macht mit seiner neuen Band Wrangler einen äußerst frischen Eindruck, was für einen 61-Jährigen nicht selbstverständlich ist. Vielleicht hat das auch ein wenig mit seinem Kollegen Benge zu tun, der zuvor schon dem Elektronik-Veteran John Foxx eine Art musikalische Verjüngungskur verpasst hatte. Wobei diese Verjüngung buchstäblich zu nehmen ist: Ähnlich wie die Zusammenarbeit von John Foxx und Benge an John Foxx’ Klassiker aus den 1980er Jahren anknüpft, fühlt man sich ebenso bei den Songs auf »White Glue« an Cabaret Voltaire in den frühen Achtzigern erinnert. Mit ein paar Einschränkungen: Während bei Cabaret Voltaire zunehmend die Sampler den Sound bestimmten, hört man bei Wrangler deutlich die Freude an analogen Klangerzeugern – Benge hat sich einen Namen mit seiner umfangreichen Synthersizer-Sammlung gemacht. Die Vorliebe für elektronisch abgehärteten Funk hingegen scheint Stephen Mallinder nicht abhanden gekommen zu sein. Man könnte das Resultat als retro abtun – oder als erneute Hinwendung zu altem Gerät wertschätzen, dem das Trio – Phil Winter ist der Dritte im Bunde – teils alte, teils neue Einsichten abgewinnt. Und das mit viel Leidenschaft, Stilwillen und Eleganz.

Das Album »White Glue« von Wrangler ist bei MemeTune Records erschienen.
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