Music Review | verfasst 19.09.2016
Kaitlyn Aurelia Smith & Suzanne Ciani
Sunergy
RVNG INtl, 2016
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Kaitlyn Aurelia Smith & Suzanne Ciani - Sunergy

Ein Generationentreffen der besonderen Art: Die US-Amerikanerin Kaitlyn Aurelia Smith hat in diesem Jahr gerade mit ihrem zweiten offiziellen Album »Ears« international für größere Aufmerksamkeit gesorgt, ihre Landsfrau Suzanne Ciani hingegen ist eine echte graue Eminenz der elektronischen Musik und wurde vor kurzem erst wieder neu von der interessierten Öffentlichkeit entdeckt, nachdem sie in den 1960er Jahren zu den ersten Frauen der US-amerikanischen Elektronik gehört hatte. Die studierte Pianistin Ciani hatte sich früh auf naturalistische Klangeffekte spezialisiert: Für Coca-Cola etwa entwarf sie einen Jingle, in dem sie mit ihren Instrumenten das zischende Geräusch des Öffnens einer Coke-Flasche imitierte. Für »Sunergy« haben die zwei Elektronikerinnen sich allerdings auf das geeinigt, was Synthesizer immer noch am besten können: Klänge hervorbringen, die in ihrer artifiziellen Eigentümlichkeit an keine anderen Geräusche erinnern als an die Schwingungen der Generatoren selbst. In zwei ausgedehnten fließenden Nummern mit unbekümmert sprießenden und gegen alle Gesetze der Biologie mutierenden Loops zelebrieren die beiden die Schönheit des modularen Synthesizers. Beim Zuhören lassen sich dann neue Synapsenverbindungen erstellen, mit denen die Welt ein bisschen größer und reicher wird. Künstliche Paradiese für die Ohren, chemische Hilfssubstanzen nicht zwingend erforderlich.

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