Music Review | verfasst 07.10.2016
DVA [Hi:Emotions]
NOTU_URONLINEU
Hyperdub, 2016
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover DVA [Hi:Emotions] - NOTU_URONLINEU

Scratcha DVA hatte sich vorübergehend mal einen Namen als so etwas wie der Spaßvogel des Dubstep gemacht. Mit dem Dubstep ist es ja inzwischen ziemlich vorbei, und den Spaß hat DVA für sein Projekt [Hi:Emotions] ebenfalls merklich zurückgestellt. Zumindest was vordergründigen Ulk betrifft. Ein Spaß oder genauer Vergnügen ist »NOTU_URONLINEU« (gehört wohl alles zur Orthographie) aber auf jeden Fall. Stilistisch lässt sich die Geschichte nicht so ohne Weiteres dingfest machen, was schon mal ein gutes Zeichen ist. DVAs Herkunft in der Bassmusik bleibt hörbar, hat aber einen fein ziselierten, abstrakt-vertrackten, zugleich ins Offene hinein verspielten Dreh verpasst bekommen. Dem Ganzen liegt als theoretischer Überbau noch ein sarkastisches Konzept über die zunehmende Beherrschung von Konsumenten durch Online-Konzerne zugrunde – der Titel spielt deutet das an. Überhaupt scheint man bei Hyperdub wieder verstärkt an der Zukunft – der Musik im Besonderen und der Menschheit im Allgemeinen – interessiert (was eigentlich immer schon so war). Doch während etwa der Labelkollege Zomby für seine digitalfuturistischen Klangskizzen mitunter der Substanzlosigkeit gescholten wird, könnte die Aufnahme bei [Hi:Emotions] umso wohlwollender ausfallen. Denn den Punch hat der Produzent trotz seiner frickelfreudigen Detailarbeit nicht aus dem Blick verloren, und so manches Sample lässt durchaus seinen Humor durchblicken, dezent wohlgemerkt, wir sind schließlich british. Gute Mischung.

Das Album »NOTU_URONLINEU« von DVA [Hi:Emotions] findest du bei hhv.de: LP
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