Music Review | verfasst 03.11.2016
Ashtray Navigations
To Make A Fool Ask, And You Are The First
Blackest Ever Black, 2016
Text Martin Silbermann
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Redaktion
Cover Ashtray Navigations - To Make A Fool Ask, And You Are The First

Schon seit über 25 Jahren fasziniert Phil Todd mit seinem urgewaltigen Instrumental-Psych. Nun hat Ashtray Navigations beim Londoner Label Blackest Ever Black endlich ein passendes Zuhause gefunden. Das letztjährige »A Shimmering Replica« erschien noch beim experimentellen US-Label VHF, das neue Werk »To Make A Fool Ask, And You Are The First« knüpft ästhetisch wie atmosphärisch daran an. Zusammen mit Dauer-Kollaborateur Mel O’Dubhshlaine lässt Phil Todd in nur vier Tracks eine bizarre Klangwelt erstehen. Bedächtig schichten sich Synth-Schleifen und Geräusch-Loops über einen verwehten Beat, der bald in den Hintergrund rückt, bis nach und nach Todds experimentelles Gitarrenspiel »(Another) Hour Of The Grubber« von Höhepunkt zu Höhepunkt steigert. »Crimson Coin« scheint in einer Unterwasser-Echokammer festzustecken und »Bellow Organs Spine« ist eine Meditation aus kristallinen Ambientflächen und warmen Feedback-Drones, doch das Highlight des Albums ist sicherlich das gut 19-minütige »Spray Two«. Langsam schält sich aus Interferenzrauschen und außerweltlichem Synth-Geblubber eine gespenstische Klavierfigur heraus, die durch improvisierte Free-Jazz-Einsprengsel auf die Spitze getrieben wird. Nach der Hälfte der Spielzeit übernehmen kurzerhand ein hypnotischer Beat und ein Rhodes das Kommando und führen das Werk zu einem versöhnlich wie verträumten Ende. So herausfordernd und einnehmend werden Ashtray Navigations wieder ihr Publikum finden.

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