Books Review | verfasst 07.12.2016
Jim Fusilli
Pet Sounds
33 1/3, 2016
Text Tim Caspar Boehme
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8.0
Nutzer (1)
7.8
Redaktion
Cover Jim Fusilli - Pet Sounds

Das wäre natürlich nicht gegangen: 50 Jahre »Pet Sounds« ohne größere Würdigung. Jim Fusilis Band aus der Reihe »33 1/3« passt da ganz hervorragend als Jubiläumsgedenkschrift. Auch wenn es sich um eine Wiederauflage von 2005 handelt. An der Musik hat sich seither ja nichts geändert. Sinn und Zweck von Publikationen dieser Art lässt sich schon daraus ersehen, dass mit zunehmendem historischen Abstand immer weniger vorausgesetzt werden kann, dass im Grunde »alle« (wer auch immer das sein soll) die Beach Boys und ihr nach wie vor gelungenstes Album als solches kennen. Vermittlung tut not. Jim Fusilli, Musikkritiker beim Wall Street Journal und Jahrgang 1953, hat das Privileg, beim Erscheinen der Platte 13 Jahre alt gewesen zu sein und die Songs darauf nicht bloß als raffiniert-verfeinerte Pop-Meisterwerke goutiert zu haben. Er hörte sie vielmehr als Offenbarung, mit der sich ihm als Teenager die Welt neu erschloss. Aus dieser Perspektive geht Fusilli das Album immer wieder an, lässt Beach-Boys-Mastermind Brian Wilson eingangs gar zu einer Art Retterfigur in seiner eigenen jugendlichen Vorort-Tristesse werden.

Für den größten Teil des Buchs hält sich Fusilli jedoch an die Strukturvorgaben der »33 1/3«-Reihe, geht »Pet Sounds« Song für Song an, analysiert in klassischer Manier deren Aufbau, beschreibt detailliert die wenig an Popkonventionen interessierten Arrangements von Brian Wilson, sortiert die Texte in ihrer identitätsbildenden Funktion ein – was bei Brian Wilsons schon damals labiler Verfassung mitunter irritierende Ergebnisse zutage fördert. Fusilli ist bekennender Bewunderer der Band, will ihrem Schaffen stets in übergeordneter Perspektive gerecht werden und verweist etwa regelmäßig auf andere Alben, bevorzugt die kurz vor »Pet Sounds« entstandenen. Dass einiges an Hagiographie im Spiel ist, gehört fast schon zwangsläufig dazu, Fusilli übertreibt damit aber erfreulich selten. Und zum Schluss des Buchs zeigt er sich optimistisch, dass nachfolgende Generationen von dieser Musik in der gleichen Weise getröstet werden könnten wie er einst. Die Chancen stehen gut.

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