Music Review | verfasst 24.07.2017
Robson Jorge & Lincoln Olivetti
Robson Jorge & Lincoln Olivetti
Mr Bongo, 2017
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Robson Jorge & Lincoln Olivetti - Robson Jorge & Lincoln Olivetti

Die britischen Goldgräber vom Brightoner Label Mr Bongo haben einen neuen Schatz gehoben. Und er kann Boogie. Das nach seinen Schöpfern Robson Jorge und Lincoln Olivetti betitelte Album, anscheinend das einzige seiner Art, birgt allerfeinsten Rio-Funk des Jahres 1982. Die beiden seit den 1970er Jahren vielbeschäftigten Produzenten, die unter anderem mit ihren Landsleuten Tim Maia, Gilberto Gil und Gal Costa im Studio saßen, mischen hier Bläser mit (analogen) Synthesizern, Perkussion mit Drumcomputer, entrückten Gesang (»Alleluia«) mit Vocoder (»Fá Sustenido«) und die US-amerikanische R&B- mit der lateinamerikanischen Tradition. Wer jetzt Deodato sagt, liegt nicht völlig falsch, aber trotzdem leicht daneben. Vor allem darf so ein Vergleich auf gar keinen Fall zu Abschreckungszwecken bemüht werden. Das wäre unfair, unpassend und, ja, niederträchtig. Mit einem Juwel geht man so einfach nicht um. Doch wer mit dem Fusion-Klang der achtziger Jahre so seine liebe Not hat, wird wohl auch bei einer so elegant arrangierten wie druckvollen Nummer wie »Ginga« nicht glücklich werden. Kann man nichts machen. Und man soll schließlich niemanden zu seinem oder ihrem Glück zwingen. Für alle anderen gilt: Get it while you can!

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