Music Review | verfasst 31.08.2017
DMX Krew
Strange Directions
Hypercolour, 2017
Text Felix Hüther
Deine Bewertung:
8.0
Nutzer (1)
7.9
Redaktion
Cover DMX Krew - Strange Directions

Edward Upton darf sicherlich zu den produktivsten aktuell aktiven Produzenten elektronischer Musik gezählt werden. Allein unter seinem Alias DMX Krew veröffentlichte der Brite inzwischen über zwanzig Alben. Bekannt geworden mit seinen Arbeiten auf Aphex Twins Plattenlabel Rephlex in den 1990er Jahren hat er derzeit in Hypercolour eine zweite Heimat gefunden. So ist »Strange Directions« nach »You Exist« aus dem vergangenen Jahr bereits der zweite Langspieler auf dem Label von Jamie Russell, Alex Jones und Ste Roberts. Neben den für diverse Alben Uptons üblichen skizzenhaftigen Auswüchsen widmet er sich auf »Strange Directions« wieder vermehrt IDM-lastigerem Electro. Der discoide Zugang von »You Exist« ist zugunsten von Acid-Nuancen, etwa auf »Hip Hopeless«, heruntergeschraubt worden. Gemein ist den starken Stücken der Platte die sphärische Note. »Home Made Drum Machine«, »Thin Hype«, »Grimsthorpe« oder »Zero Sum« überzeugen mit düsteren Synths und beschränken sich gleichzeitig auf das Wesentliche. Dabei geben sie sich entweder heruntergestrippt oder als hyperaktive Groover. Interessant ist, dass DMX Krew ähnlich wie auf dem kürzlich veröffentlichten Album von Biogen auf Nina Kraviz Trip Label mit Ambient als titelgebendem Stück aufwartet. Auch wenn nicht unbedingt damit gemeint, so ist das doch ein unterschwelliges Statement gegen die gegenwärtige »größer, schneller, lauter, pompöser«-Mentalität. Es braucht eben nicht immer den dicken Dancefloor-Kracher, um eine Platte mit ausreichend Glamour auszustatten.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 26.02.2016
DMX Krew
You Exist
MIt »You Exist« fährt DMX Krew den Electro zurück und betont den Synthpop. Ein Pop wohlgemerkt, in dem sich Melancholie auf Detroit reimt.
Music Review | verfasst 27.03.2019
DMX Krew
Glad To Be Sad
Auf »Glad To Be Sad«, dem neuen Album von DMX Crew, furzen, wobbeln und quietschen die alten Synthesizer wie zu alten Rephlex-Zeiten.
Music Review | verfasst 13.09.2012
Shed
The Killer
René Pawlowitz kontert auf »The Killer« mit Facetteneichtum: Bässe, Ambient, Techno, sogar etwas Dubstep ist zu hören.
Music Review | verfasst 15.02.2013
Bandshell
Caustic View
Im Gegensatz zu der Erstveröffentlichung rückt Bandshell mit seinem Nachfolger von dessen Unbedingtheit in der Klangästhetik ab.
Music Review | verfasst 27.06.2012
Bandshell
HES021
Die B-Seite ist nicht viel mehr als eine Stilübung. Dafür ist die A-Seite mit Tracks bespickt, die durchaus Maßstäbe setzen könnten.
Music Review | verfasst 27.02.2014
Kangding Ray
Solens Arc
Für 2014 ist hiermit offiziell der Platz als bestes TechnoALBUM vergeben. Sorry an alle Nachkömmlinge.
Music Review | verfasst 18.09.2015
Various Artists
µ20
Mike Paradinas Label Planet µ (Planet Mu) wird zwanzig und feiert mit einer umfassenden Compilation nebst 100seitigem Booklet.
Music Review
Róisín Murphy
Róisín Machine
Róisín Murphy weiß mit ihrer Musik Indie-Kids und Dance-Fraktion wie keine Zweite zu einen. So auch auf »Róisín Machine«.
Music Review
Hareton Salvanini
Xavana, Uma Ilha Do Amor
Mad About legt den Soundtrack zu »Xavana, Uma Ilha Do Amor« des brasilianischen Komponisten Hareton Salvanini neu auf.
Music Review
Osees
Protean Threat
»Protean Threat« von Osees (auch bekannt als Thee Oh Sees) ist eine Platte für Leute, die sich noch Nietengürtel um die Hose schnallen.
Music Review
Anna von Hausswolff
All Thoughts Fly
Wolkengebirge bis in den Kosmos, Höllenkreise ohne Auswege: Anna von Hauswolffs fünftes Album »All Thoughts Fly« ist erschienen.
Music Review
Satoshi & Makoto
CZ-5000 Sounds & Sequences Vol. 2
Klingt wie ausgedacht? Vielleicht. Vor allem aber ist Satoshi & Makotos zweites Album »CZ-5000 Sounds & Sequences Vol. 2« wunderbar nerdig.
Music Review
Arca
&&&&&
Start des Postgenres: Arcas »&&&&&« war Prototyp für die Generation Deconstructed Clubmusic.
Music Review
Suso Sáiz & Suzanne Kraft
Between No Things
Auf dem Album »Between No Things« haben sich die Musiker Suso Sáiz und Suzanne Kraft für neun Meditationen zusammengetan.
Music Review
Drew McDowall
Agalma
Unwirkliche Räume modulierter Schönheit: Coils Drew McDowall veröffentlicht mit »Algama« einen neues Album.
Music Review
Nicolas Jaar
Cenizas
Mit »Cenizas« baut Nicolas Jaar weiter an seinem Bild vom großen Komponisten unter den Laptopmusikern.
Music Review
Little Brother
May The Lord Watch
»May the Lord Watch«, das Comeback-Album von Little Brother ist absolut nicht zeitgemäß, aber davon völlig unbekümmert.
Music Review
The Heliocentrics
Telemetric Sounds
»Telemetric Sounds«, das zweite Album von The Heliocentrics binnen eines Jahres ist dunkler, wütender, getriebener und dreckiger.
Music Review
Fabiano Do Nascimento
Preludio
»Preludio«, das dritte Album des jungen Gitarristen Fabiano Do Nascimento ist eine sehr sexy spartanische Angelegenheit.
Music Review
Acid Pauli
MOD
Mit Synthesizern fordert Martin Gretschmann unter seinem Acid-Pauli-Alias auf »MOD« weniger zum Tanzen als zum Lauschen auf.
Music Review
Helge Schneider
Mama
»Mama« heißt das neue Album von Helge Schneider und es ist liefert gewohnt unfehlbare musikalische Ergüsse.
Music Review
Admas
Sons Of Ethiopia
Alles löst sich in schönster Schwermut auf: Zur Reissue des äthiopischen Synthesizer-Schatzes »Sons Of Ethiopia« von Admas von 1983.
Music Review
Kairon; IRSE!
Polysomn
Seit ihren ersten Releases gelten Kairon; IRSE! als Shoegaze-Sensation. Nun haben die Finnen mit »Polysomn« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Lucrecia Dalt
No Era Sólida
Mit »No Era Sólida« reißt die Kolumbianerin Lucrecia Dalt sämtliche Grenzen ein. Es kommen unerforschte Gebiete zum Vorschein.
Music Review
Bad Stream
Sonic Healing
Auf seinem neuen Album »Sonic Healing« verarbeitet Frittenbuden-Gitarrist Martin Steer den Schlaganfall seiner Mutter musikalisch.
Music Review
The Weeknd
After Hours
The Weeknds bekanntes Narrativ aus Hedonismus, Depression, Drogen verwickeln sich auf »After Hours« in nicht neuen, aber süßen R&B-Fäden.
Music Review
Dukes Of Chutney
Hazel
Mit wirklich gutem Dream-Pop haben Dukes Of Chutney mit ihrem Album »Hazel« jüngst auf Beats In Space debütiert.
Music Review
Larry Heard
Sceneries Not Songs Vol.1
Mit »Sceneries Not Songs Vol.1« wird Larry Heards erstes Album unter Klarnamen aus dem Jahre 1994 veröffentlicht.
Music Review
Disclosure
Energy
2013 haben Disclosure, so heißt es, House gerettet. Mit ihrem neuen Album »Energy« schließen sie ihn wieder an die Beatmungsmaschine an.
Music Review
Various Artists
Borta På Vinden (Swedish Rock Funk & Youth Center Disco 1976-1982)
»Borta På Vinden«Mika Snickars und Kool DJ Dust veröffentlichen die Compilation »Borta På Vinden« mit schwedischer Disco-Musik.
Music Review
Linda »Babe« Majika
Don't Treat Me So Bad
»Don’t Treat Me So Bad«, das erstmals 1988 veröffentlicht Debütalbum von Linda »Babe« Majika, wurde jetzt bei Be With wiederveröffentlicht.
Music Review
Harmonious Thelonious
Plong
Der Düsseldorfer Harmonious Thelonious veröffentlicht mit »Plong« ein neues Album, das erste für Bureau B.
Music Review
Vladimir Dubyshkin
Pornographic Novel
Musik, die etwas heraufbeschwört, was gerade nicht ist: zum Rave von Vladimir Dubyshkin auf »Pornographic Novel«.
Music Review
Jonathan Fitoussi
Plein Soleil
»«Mit »Plein Soleil« erweist sich Jonathan Fitoussi als würdiger Erbe von Pionieren wie Alan Parsons, Vangelis oder auch Jean-Michel Jarre.
Music Review
Angel Olsen
Whole New Mess
Mut zur Lücke: Die amerikanische Songwriterin Angel Olsen interpretiert »Whole New Mess« ihr eigenes Material nur mit Akustikgitarre neu.
Music Review
The Meridian Brothers
Cumbia Siglo XXI
Die Meridian Brothers arbeiten sich erneut an Kolumbiens Hauptexport ab. »Cumbia Siglo XXI« wird von Lo-Fi-Charme und DIY-Spirit getragen.
Music Review
Fuzzy Duck
Fuzzy Duck
Be With veröffentlicht das selbstbetitelte, einzige Album der britischen Progressive-Rocker Fuzzy Duck aus dem Jahr 1971 neu.
Music Review
Kelly Lee Owens
Inner Song
Nach den drei härtesten Jahren in ihrem Leben veröffentlicht Kelly Lee Owens mit »Inner Song« ihr zweites Album. Es ist großartig.
Music Review
George Clanton & Nick Hexum
George Clanton & Nick Hexum
Chefvapourist George Clanton und dessen geistiger Vater Nick Hexum haben eine gemeinsame Platte gemacht. Was dabei wohl herausgekommen ist?
Music Review
The Microphones
Microphones in 2020
Nach 17 Jahren meldet sich Phil Elverum mit seinem Projekt The Microphones zurück. Wie klingen »Microphones in 2020«?
Music Review
Adrian Younge, Ali Shaheed Muhammad & Marcos Valle
Jazz Is Dead 3
Auf »Jazz Is Dead 3« haben Adrian Younge und Ali Shaheed Muhammad diesmal Marcos Valle zu Gast.
Music Review
Arşivplak
Mirror. Turkish Disco Folk
Arşivplak? Wer das ist, weiß niemand. Sicher ist: Die neue Edit-Sammlung »Mirror« widmet sich türkischer Musik der Siebziger und Achtziger.
Music Review
Bright Eyes
Down in the Weeds, Where the World Once Was
»Down in the Weeds, Where the World Once Was«, ein Titel zur Zeit? Nein, das neue Bright-Eyes-Album steckt in der Vergangenheit fest.
Music Review
Sault
Untitled (Black Is)
Musik hat die Kraft zur Veränderung. Man hätte es fast vergessen können. Doch dann kamen Sault und mit ihnen »Untitled (Black Is)«.
Music Review
Takako Mamiya
Love Trip
Das einzige Album der japanischen Sängerin Takako Mamiya, »Love Trip« von 1982, wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Ennio Morricone
Nuovo Cinema Paradiso
Im Juli ist Ennio Morricone gestorben. Nun häufen sich die Releases. Eine ist der Soundtrack zu Giuseppe Tornatores »Nuovo Cinema Paradiso«.
Music Review
Electric Wizard
Dopethrone
»Dopethrone«, das Highlight der zugedröhnten britischen Doomrocker von Electri Wizard, wurde jetzt auf Schallplatte wiederveröffentlicht.
Music Review
DJn4
Tales Of Z
Wer hätte gedacht, dass Walter Moers einst als Inspirationsquelle für Freiform-Clubmusik dienen würde? Über »Talez Of Z« von DJn4.