Music Review | verfasst 16.10.2017
King Gizzard & The Lizard Wizard
Sketches Of Brunswick East
Heavenly, 2017
Text Martin Silbermann
Deine Bewertung:
8.0
Nutzer (1)
7.6
Redaktion
Cover King Gizzard & The Lizard Wizard - Sketches Of Brunswick East

Der notorisch produktiven Jam-Band aus Melbourne Tatendrang zu attestieren, käme einer satten Untertreibung gleich. Denn allein für 2017 kündigte das Septett ganze fünf Alben an und mit »Sketches Of Brunswick East« sind sie mittlerweile bei Album Nummer drei angekommen. Zusammen mit Alex Brettin, der in Los Angeles als Mild High Club fidele Gitarrenmusik etwa im Stile Mac DeMarcos macht, gönnen sie den ZuhörerInnen eine kleine Verschnaufpause und sich selbst die Freiheit zur Improvisation bzw. den Verzicht auf jegliches Konzept, was z.B. noch für das Vorgängeralbum »Murder Of The Universe« sehr wichtig war. Nicht umsonst spielt der Titel auf Miles Davis’ »Sketches Of Spain« an, auch wenn hier andere Genres als orchestraler Jazz und Flamenco im Mittelpunkt stehen – Gott-sei-Dank möchte man hinzufügen.Stattdessen entfernen sich King Gizzard von ihren Psych-Rock-Wurzeln, indem sie Elemente aus Funk und Soul mit nordafrikanischer Musiktradition, englischem Folk oder Southern Rock mischen. Dem Mild High Club ist es zu verdanken, dass »Sketches Of Brunswick East« zurückgelehnter und nicht ganz so überdreht, wie von King Gizzard & The Lizard Wizard":http://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3877/king-gizzard-the-lizard-wizard gewohnt, ausfällt. Im Gegenzug sorgen die ideenreichen Australier dafür, dass Brettin nicht so verschlafen und allzu gechillt wie auf seinem letzten Album »Skiptracing« klingt. Beide Bands profitieren also von der Zusammenarbeit, doch am erstaunlichsten bleibt bei der enormen Produktivität aber die anhaltend hohe Qualität.

“»Sketches Of Brunswick East« von King Gizzard & The Lizard Wizard”: findest du bei hhv.de: Vinyl LP US und Vinyl LP EU
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 04.06.2012
Sea Of Bees
Orangefarben
Julie Ann Bee aka Sea of Bees legt mit ihrem zweiten Album elf Liebeslieder vor, die vor allem lyrisch bestechen.
Music Review | verfasst 06.02.2014
Temples
Sun Structures
Und die nächste Band aus England, die klingt, als hätten sie 40 Jahre lang kein Radio besessen. Doch Temples sind anders. Und besser.
Music Review | verfasst 08.07.2014
Cherry Ghost
Herd Runners
Mit Album Nummer drei wird Cherry Ghost nicht einmal mehr die Kritiker rumkriegen. »Herd Runners« ist nicht mehr als gefälliger Radio-Pop.
Music Review | verfasst 11.11.2014
Eaves
As Old As The Grave EP
Die knappe, knackige »As Old As The Grave« EP ist eine überzeugende Visitenkarte, die Eaves einiges an Aufmerksamkeit sichern sollte.
Music Review | verfasst 12.02.2015
H Hawkline
In The Pink Of Condition
H Hawklines »In The Pink Of Condition« klingt in etwa so, als wäre Syd Barrett Gitarrist bei White Fence.
Music Review | verfasst 07.06.2016
Amber Arcades
Fading Lines
Gemeinsam mit Mitgliedern von Real Estate nahm Amber Arcades in New York das typische Indierockalbum »Fading Lines« auf.
Music Review | verfasst 04.11.2016
TOY
Clear Shot
TOY haben auf »Clear Shot« viele ihrer früheren musikalischen Einflüsse zuungustne von Eingängigkeit aufgegeben.
Music Review
Skudge
Time Tracks
Mit »Time Tracks« will Elias Landberg alias Skudge mal wieder die Zeit anhalten. Doof nur, dass er sie manchmal zurückdreht.
Music Review
The Exaltics & Heinrich Mueller
Dimensional Shifting
The Exaltics macht erstmal mit Heinrich Mueller alias Gerald Donald gemeinsame Sache. »Dimensional Shifting« ist eins nicht: vorgestrig.
Music Review
Mulatu Astatke & Black Jesus Experience
To Know Without Knowing
Auch auf »To Know Without Knowing«, seinem neuen Album mit Black Jesus Experience, ist Mulatu Astatke unverkennbar.
Music Review
Croatian Amor
All In The Same Breath
Loke Rahbek hat mit »All In The Same Breath« ein neues Album unter seinem Moniker Croatian Amor bei Posh Isolation veröffentlicht.
Music Review
Dee Dee Bridgewater
Afro Blue
1974 nur in Japan veröffentlicht, bekommt »Afro Blue«, das Debüt von Dee Dee Bridgewater jetzt eine zweiten Anlauf auf Mr Bongo spendiert.
Music Review
Oiro Pena
2
Der finnische Multiinstrumentalist Antti Vauhkonen veröffentlicht Versponnes mit seiner bei Jazzaggression erschienenen Vinyl 10-inch »2«.
Music Review
Groupe RTD
The Dancing Devils Of Djibouti
Hand hoch, wer Dschibuti auf dem Globus auscheckt. Musikalisch war das afrikanische Land noch gar nicht auf der Landkarte verzeichnet.
Music Review
Patricia
Maxyboy
IDM mit Hardware-Patina: Auf »Maxyboy« von Patricia werden Aphex Twin, Autechre und Planet Mu zu musikalischen Abziehbildern.
Music Review
John Scofield / Bill Stewart / Steve Swallow
Swallow Tales
Ein Hochgenuss für Jazz-Connaisseure: John Scofield und Bill Stewart erkunden auf »Swallow Tales« Kompositionen von Steve Swallow.
Music Review
Biosphere
Dropsonde
Mit ganzen sieben Bonustracks kommt die Neuauflage von »Dropsonde« daher. Darauf unterzog Biosphere Jazz einer radikalen Neuinterpretation.
Music Review
Roly Porter
Kistvaen
Kolossal dröhnende Klangkulissen sind das Fundament für »Kistvaen«, das vierte Release von Roly Porter für Subtext Recordings.
Music Review
Fairuz
Maarifti Feek
Feierlich, melancholisch und mystisch: Das Album »Maarifti Feek« der libanesischen Sängerin Fairuz wurden bei WeWatnSounds veröffentlicht.
Music Review
Darkstar
Civic Jams
Vor zehn Jahren schrieben Darkstar die Musik zum Krisennachklapp, mit »Civic Jams« strudeln sie in die nächste hinein. Auweia!
Music Review
Muslimgauze
Salaam Alekum, Bastard
»Salaam Alekum, Bastard« zählt zu den intensivsten Arbeiten von Muslimgauze und wurde jetzt auf Kvitnu wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Kern Vol. 5: Mixed By Helena Hauff
Gut Ding will Weile haben: Mit seiner Mix-Reihe »Kern« lässt sich der Club Tresor Zeit. Helena Hauffs Mix ist der beste des Jahres.
Music Review
Nihiloxica
Kaloli
Nihiloxica waren der feuchte Traum der Musikjournaille. Nach zwei EPs ist »Kaloli« ihr Debütalbum. Muss sich die Gruppe nun beweisen?
Music Review
Kate NV
Room For The Moon
Mit ihrem dritten Album »Room For The Moon« zündet die russische Musikerin Kate NV die nächste Stufe ihrer verspielten Popmusik.
Music Review
Dijit
Hyperattention
Trip-Hop. Aus Cairo. Da kann man schon mal hellhörig werden: Zum Release von »Hyperattention – Selected Dijital Works Vol.1« von Dijit.
Music Review
Cindy
I'm Cindy
Vor zwei Jahren stellte uns Palmbomen II Cindy Savals und ihre Stadt Carmel Vista vor. Nun ist ihr Debütalbum »I’m Cindy« »aufgetaucht«.
Music Review
Zaliva-D
Immorality
Double-Whopper-Beats mit Hang zum Dada-Fetischismus: Auf Knekelhuis ist »Immorality«, das neue Album von Zaliva-D erschienen.
Music Review
Sonic Boom
All Things Being Equal
Auf »All Things Being Equal« nutzt Sonic Boom seine Trademarks und bringt Ideen und Experimentierfreude in den Pop.
Music Review
Chester Raj Anand
Strawberry
Pop statt Hip-Hop: Lord Raja hat sich zu Chester Raj Anand zurückverwandelt und mit »Strawberry« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
The Soft Pink Truth
Shall We Go On Sinning So That Grace May Increase
Mit »Shall We Go On Sinning So That Grace May Increase« bietet The Soft Pink Truth wohlige Wabersounds für wonnige Weltfluchten. Gut so!
Music Review
Run The Jewels
RTJ4
Diese Woche haben Killer Mike und El-P ihr viertest Run The Jewels-Album »RTJ4« digital veröffentlicht. Vinyl folgt im September.
Music Review
Ak'Chamel, The Giver Of Illness
The Totemist
Musik für die Zeit nach der Endzeit: Mit »The Totemist« ist das zehnte Studioalbum von Ak’chamel, The Giver Of Illness erschienen.
Music Review
Freddie Gibbs & The Alchemist
Alfredo
c»Alfredo« heißt das letzte Woche veröffentlichte Album von Freddie Gibbs und The Alchemist. Vinyl steht aus, reingehört haben wir aber.
Music Review
Giuseppe Ielasi
Aix
Giuseppe Ielasis »Aix« klingt über ein Jahrzehnt nach seiner Erstveröffentlichung so frisch wie eh und je. Nicht nur klanglich.
Music Review
Michele Mercure
Pictures of Echoes
Mehr synthetisches Zauberwerk der Kassettenmeisterin: mit »Pictures Of Echoes« ist die nächste Werkschau von Michele Mercure erschienen.
Music Review
JackBoys
JackBoys
»JackBoys«, die erste Labelschau von Travis Scott’s Label Cactus Jack, ist nun auch auf Schallplatte erschienen.
Music Review
Greg Fox
Contact
Größe durch Zurücknahme: Auf »Contact« setzt der Schlagzeuger Greg Fox sein Instrument noch gezielter ein.
Music Review
Nídia
Não Fales Nela Que A Mentes
Auf »Não Fales Nela Que A Mentes« braucht Nídia nicht als einen Rhythmus und einen Loop, um ein riesiges Koordinatensystem zu eröffnen.
Music Review
Your Old Droog
Jewelry
Hier wird auf die Punchlines Wert gelegt, nicht auf die Replay Value: »Jewelry« von Your Old Droog wurde jetzt auf Vinyl veröffentlicht.
Music Review
Hessel Veldman
Eigen Boezem
In den Achtzigern entstandene DIY-Aufnahmen aus der holländischen Hafenstadt IJmuiden: »Eigen Boezem« stellt Musik von Hessel Veldman aus.
Music Review
Kanye West
Jesus Is King
»Jesus Is King« von Kanye West ist jetzt auf Vinyl erschienen. Und wir haben die pädagogisch wertvollste 7.0er Review aller Zeiten für dich.
Music Review
Irreversible Entanglements
Who Sent You?
Historisch relevanter wird Jazz dieses Jahr nicht mehr: zur zweiten Album »Who Sent You?« von Irreversible Entanglements.
Music Review
Various Artists
Artificial Dancers – Waves Of Synth
»Artificial Dancers – Waves Of Synth« offenbart weitere schrullige Raritäten in Sachen Synthesizermusik aus den Achtzigern.
Music Review
Auscultation
III
Auf »III« lauscht Auscultation, wie der Name glauben macht, nach innen. Das Hineinhorchen beruht hier auch auf einen tragischen Vorfall.
Music Review
Y-Bayani And Baby Naa & The Band Of Enlightenment, Reason & Love
Nsie Nsie
Brutal sauber ausproduzierter und abgemischter Reggae aus Ghana: Philophon hat »Nsie Nsie« von Y-Bayani veröffentlicht
Music Review
Various Artists
Pacific Breeze 2: Japanese City Pop, AOR & Boogie 1972-1986
An City-Pop-Compilations mangelte es zuletzt nicht. Jetzt erscheint ein zweiter Teil von »Pacific Breeze« auf Light In The Attic.
Music Review
Cucina Povera & Haron
Plafond 6
Cucina Povera und Haron teilen sich die Rillen auf »Plafond 6«. Das Dilettantische wird dabei mitunter so überhöht, dass es wehtut.
Music Review
Soft Power
Brink Of Extinction
Soft Power, das Helsinkier Sextett um den Multiinstrumentalisten Mikael Jurmu, hat ihr drittes Album »Brink Of Extinction« veröffentlicht.