Music Review | verfasst 09.03.2018
Yves de Mey
Bleak Comfort
Latency, 2018
Text Sebastian Hinz , Übersetzung Sebastian Hinz
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Redaktion
Cover Yves de Mey - Bleak Comfort

Bevor Yves De Mey Schallplatten bei Entr’acte, Spectrum Spools, Sandwell District, Opal Tapes und jetzt Latency veröffentlichte, hat er Musik für darstellende Kunst, Film und Klanginstallationen komponiert. Da liegen die Wurzeln des Belgiers und deren Schösslinge keimen auch in »Bleak Comfort«. Dieses dritte Album muss von der Bewegung her gedacht werden, vielleicht sogar vom Tanz. Das klingt paradox, denn jeder, der das hier hört, wird sich fragen: wie bitte soll ich danach tanzen? Dennoch, bei aller Diversität der Sounds, die an verschiedene Stile der elektronischen Musik – Ambient aus Amerika, Raster und Noton, groovey Autechre, Experimente an modularen Synthesizers – problemlos andocken kann, ist die Körperbewegung das verbindende Element. »Bleak Comfort« ist ein Ballett. Es könnte von Maschinen handeln, denen der Strom abgestellt wird. Erst erobern sie sich die Welt, von unten (»Gruen«), von oben (»Vecto«) und schwingen sich in einen Walzer, auf Magnetfeldern getanzt (»Mika«). Dann, nach dem shut down, fallen die Geräte ins Lamenti, eine Wehklage über die Abhängigkeit vom Menschen (»Wearing Off«), bis in die letzten Zuckungen hinein (»Contrary Unto Them«). Ende. Vorhang. Am nächsten Morgen die Kritiken: Sein bestes Werk bisher.

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