Jahresrückblick 2011 – Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)

21.12.2011
Was hatte 2011 musikalisch zu bieten? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir uns einem selbstauferlegten Stresstest unterzogen und auch eine eigene Ratingagentur gegründet, um __die__ 50 Alben des Jahres zu sondieren.
Mark Mcguire
Get Lost
Editions Mego • 2011 • ab 13.79€
) Ein großartiges Jahr für Mark McGuire, dass der Gitarrist der Emeralds krönte mit diesem Album. Zwar basiert auch Get Lost auf die für Mark McGuire typische Schichtung von Loops, aber der Musiker aus Cleveland, Ohio lässt hier seinen Kompositionen mehr Raum, kreiert Tracks, die in Länge und Arrangement schon fast song- und weniger skizzenhaft sind und puren Optimismus ausstrahlen. Das ist ein Paradigmenwechsel, ein Sprung, der mit dem von Here Comes The Indian zu Sung Tongs bei Animal Collective vergleichbar ist und wir wissen ja, wo das fünf Jahre später hinführte. (Sebastian Hinz)

Martyn
Ghost People
Brainfeeder • 2011 • ab 18.99€
Matana Roberts
Coin Coin Chapter One: Gens De Couleur Libre
Constellation • 2011 • ab 27.99€
) Nach Jahren des kreativen Stillstands hat sich das kanadische Label Constellation Records in diesem Jahr mit einigen sehr guten Alben wieder ins Sichtfeld der Musikliebhaber geschoben. Sandro Perri, Colin Stetson oder Esmerine waren hier beteiligt. Den Vogel abgeschossen aber hat eine Jazzplatte. Coin Coin Chapter One: Gens de Coloeur Libres von Matana Roberts, live vor kleinem Publikum in Montréal eingespielt wurde zu einem aufwühlenden, mitreißenden, nachdenklichen Statement der Freiheit. In einem politisch so aufgeladenem Jahr wie diesem ist es erstaunlich, dass die (Pop-)Musik weiterhin an ihrer Entpolitisierung arbeitet und dieses Album quasi als einziges sinnvoll einen Gegenpol dazu bildete. Was Coin Coin noch wertvoller macht. (Sebastian Hinz)

Midnight Eez, The
The Midnight Eez
All City Dublin • 2011 • ab 7.99€
So sehr wir alle diesen Sound lieben, zerrt die ständige Reanimierung des Boom Baps doch stetig an manchen Nerven. Produzenten in riesigen Heerscharen versuchen sich an der Replikation dieses charakteristischen Sounds, kopieren bestimmte Verfahrensmuster und meditieren in geistigen Zeitreisen zu den Five Boroughs anno 1993. Bisweilen durchaus talentiert, wenn auch zumeist auch äußerst berechenbar. Warum nicht gleich die Originale hören? Doch wenn man auf dem Feld bewandert ist, vieles bereits gehört hat, werden die Momente weniger, in denen ein Track, ein Song, ein Beat noch zu berauschen imstande ist. Nicht aber bei den Midnight Eez. Die selbstbetitelte Demo des Produzenten-Duos aus New York City, die die Iren von All City Records glücklicherweise in Vinyl gepresst haben, ist schließlich genau zu jener Zeit entstanden. Der Rest ist Legende, Informationen sind Mangelware: 1995/1996 remastered demo with unreleased beats from unknown Bronx duo called the Midnight Eez. Bitte mehr davon! (Paul Okraj)

Mighty Mocambos, The
The Future Is Here
Mocambo • 2011 • ab 17.99€
) Die Mighty Mocambos haben sich in den letzten Jahren dank Veröffentlichungen diverser vermeintlich obskurere Singles unter Pseudonymen bewusst und unbewusst eine treue Hörerschaft im Bereich der analogen Klänge erspielt. Weiteres Aufsehen erregten sie als Backing Band auf Gizelle Smiths Solo-Album 2009. The Future is Here lebt von seinem Abwechslungsreichtum und einer puristischen Band, die es versteht ein altes Groove-Prinzip ins neue Jahrtausend zu transportieren. (Florian Triesch)

Nicolas Jaar
Space Is Only Noise
Circus Company • 2011 • ab 15.99€
) Nicolas Jaar verdeutlichte mit seinem fantastischen Debüt, dass man interessante elektronische Musik auch fernab vom Club-Kontext machen kann. Die vielseitigen Instrumente, Geräusche und Sprach-Samples fügen sich auf Space is Only Noise wie zu einem meditativen Soundtrack für einen fiktiven Experimentalfilm zusammen und erschaffen ganz eigene, hochkomplexe und melancholische Klang-Texturen. (Henning Koch)

Omar S
It Can Be Done But Only I Can Do it
FXHE • 2011 • ab 16.99€
Kommen wir zum größten Charakterkopf, den die House-Szene seit der Mäßigung Kenny Dixon Juniors hervorgebracht hat. Omar-S konstatiert, dass diese analogen Rhythmen gepaart mit expressiven Synth-Lines zwar machbar sind, aber nur von Herrn Smith persönlich. It Can Be Done But Only I Can Do It ist eine Ansage, vom größenwahnsinnigen Titel, über das dadaistische Cover bis hin zum überragenden musikalischen Inhalt, der im Vergleich zu Omar-S’ Frühwerk noch deutlicher Chicago huldigt, immer aber auch den kalten Atem Detroits transportiert, ältere Stücke updated und sich auch nicht scheut einen verschleppten Groove mit der Tonspur eines Pornos zu paaren. Nennt ihn Aggressive Leader, bipolar, Genie – völlig egal, denn keiner kann’s wie Alex O. Smith es kann. (Florian Aigner)

Oneohtrix Point Never
Replica
Software • 2011 • ab 21.99€
) Der New Yorker Daniel Lopatin war als Oneohtrix Point Never einer derjenigen, die im vorletzten Jahr oder so eine Welle von Synthesizermusik losgetreten haben, deren Sound auf gute oder ungute Weise die Rezipienten an ihre Kindheit in den 1980er Jahren erinnerten. Sein diesjähriges Werk Replica legte hier noch eine Schippe drauf und collagierte Akustisches aus Reklame, Dokumentationen und Lehrfilmen dieser Kindheitstage und gibt so den emulierten Panflötentönen, die Weite suggerieren sollen, ihre Unschuld wieder zurück. Dafür sollten wir dankbar sein. (Sebastian Hinz)

Onra
Chinoiseries Part 2 HHV Bundle
All City Dublin • 2011 • ab 17.99€
) Der Titel »Beat Konducta Fernost« sollte Onra spätestens mit dem zweiten Teil von Chinoiseries sicher sein. Rare Rillen, die der französische Beatschrauber in China und Vietnam zusammengeklaubt hat, unterlegt er auf seiner MPC mit zischender Snare und bouncenden Kopfnick-Rhythmen. Eine saftige Frühlingsrolle für die Ohren! (Andreas Margara)

Panda Bear of Animal Collective
Tomboy
Paw Tracks • 2011 • ab 21.99€
) Es klingt schon beinahe floskelhaft, wenn man schreibt, dass man mit Panda Bear’s Nachfolger zu Person Pitch, einem der vielleicht wichtigsten Alben der letzten zehn Jahre, genau das bekommt, was man erwartet. Von einem Album allerdings, dessen Erwartungshaltung so hoch waren, diese Erwartungen dann erfüllt zu sehen, beweist nur einmal mehr das Ausnahmetalent von Noah Lennox. Tomboy huldigt zwar weniger dem Experiment, ist aber dafür über und über gespickt mit kleinen Hits. Panda Bear bedient sich wieder aus dem Archiv der Popgeschichte, durchwühlt die Zeitleiste horizontal und vertikal, um daraus etwas ganz eigenes zu machen. Sollen die anderen doch der »Retromania« verfallen, bei Panda Bear hört man die Zukunft von Pop. Auch in diesem Jahr. (Sebastian Hinz)

Peaking Lights
936
Domino • 2011 • ab 17.99€
Wer zum ersten Mal das Peaking Lights Album 936 hört, könnte sich wegen des schräg verdrehten Grooves eventuell wieder abwenden. Ihre abgehangenen, verspult verwunschenen Stücke zwischen traditionellem Songwriting und freier Improvisation nagen sich erst nach mehrmaligen hören tief im Kopf fest. Ist das geschehen, will man sie nur noch im Loop hören und mit dem Duo aus Madison, Wisconsin abtauchen in eine glückseelig vernebelte New-Age-Welt, in der man tanzen, träumen und sein Selbst an Musik verlieren kann, die sich keine Gedanken um ihre Verwertbarkeit macht. Ihr elektronisch versetzter Hippie-Pop kommt direkt von der Seele und genau deshalb schließt man 936 auch unwiderruflich ins sein Herz. (Michel Leuffen)

Pharoahe Monch
W.A.R. (We Are Renegades)
Duck Down • 2011 • ab 15.99€
) 2011 hat sich der Pharoahe des Rap zurückgemeldet. Fake-MC’s und der Industrie erklärt er auf W.A.R. den, ja genau, Krieg. Neben anspruchsvollen Rap-Lyrics ist sein Waffenarsenal jedoch vor allem mit einer geballten Portion Soul bestückt. Jill Scott, Phonte und MeLa Machinko können davon ein Liedchen singen. Shine zählt zweifelsohne zu den einprägsamsten Titeln 2011. (Andreas Margara)

Random Axe (Sean Price, Black Milk, & Guilty Simpson)
Random Axe
Duck Down • 2011 • ab 17.99€
) Lange hatten Black Milk, Sean P. und Guilty Simpson mit ihrem Supergroup-Projekt Random Axe auf sich warten lassen. Nachdem zwischendurch unzählige aufgenommene Spuren verloren gingen, war es im Juni dann endlich soweit. Typischer instrumentaler Wahnsinn, größtenteils auf der Grundlage psychedelischer Rock-Samples, des einzig legitimen »Dilla-Nachfolgers« Black Milk trifft auf zwei wahre Punchline-Könige. Ein kompromissloses Rap-Album, weit entfernt von Experimenten und der Anbiederung an neue Trenderscheinungen. Auch wenn sich Kritiker und Fans nicht ganz einig werden wollten, war Random Axe eines der Highlights im Rap-Jahr 2011. (Carlos Steurer)

Rapture, The
In The Grace Of Your Love
DFA • 2011 • ab 24.99€
) In The Grace Of Your Love von The Rapture schaffte, wie in diesem Jahr kaum eine andere Platte, den Spagat zwischen extrovertierter Hookline und introvertierter Nachdenklichkeit. Das nach fünf Jahren Abwesenheit erschienene Meisterwerk ist eine mitreißende, euphorische Platte, die zugleich eine undurchdringbare und lyrisch wohl vielschichtigste der Band ist. Als Album konzipiert, funktionieren die Songs auch am besten in eben jenem Kontext und sie werden mit jedem Hören nur besser. (John Luas)

Rick Wilhite
Analog Aquarium
Stillmusic • 2011 • ab 17.99€
) Dass Rick Wilhites Analog Aquarium so klingen würde wie andere Platten aus der Motor City, nach denen wir uns hier monatlich die Finger lecken, konnte man getrost voraussetzen. Und wenn das Patenkind Detroits zum langerwarteten Debüt bittet, lassen sich illustre Gäste wie Theo Parrish, Marcellus Pittman und Osunlade nicht lange bitten und partizipieren bereitwillig wie spielerisch an einem fulminanten Erstlingswerk. Hier wird House-Musik nicht programmiert, hier wird sie gespielt, gejammt, gelebt und mit sakraler Hingabe gepredigt. Fulminant. (Paul Okraj)

Rise
Messages
Futuristica Music • 2011 • ab 13.99€
) Ähnlich wie Quantic wechselt auch Rise verschiedene musikalische Entitäten wie andere ihre Sneakers, um so genregerecht und -authentisch die dazugehörigen Stilarten zu bedienen. Messages, sein jazziges-bis-boombapiges Instrumentalalbum spiegelt diese Wandlungsfähigkeit wider und will uns stimmungsmäßig in eine eigene Welt, irgendwo zwischen DJ Shadow’s Entroducing und Aim’s Cold Water Music locken. Diese Platte hätte die Grundlage für Guru’s Jazzmatazz Vol. 5 werden können. (Florian Triesch)

Rustie
Glass Swords
Warp • 2011 • ab 21.99€
) Beginnen wir doch gleich mit dem soziokulturellen Link zur im Kalenderjahr 2011 omnipräsenten Retromania-Debatte: Rustie bedient sich auf seinem Debütalbum Glass Swords u.a. den aufgeladenen Gefühlen des Glam-Metals der Achtziger und schlägt gleich mehrere Haken zu Van Halen und Co. Es wabert, schimmert, leuchtet, glänzt. Auf dem 13 Stücke umfassenden Album vereint der 27-jährige Glasgower eine krude Anzahl schier unpassend anmutender Einflüsse, die bei aller Dialektik – und das ist die Kunst dabei – chirurgisch exakt zusammengeführt werden. Keine Frage: Glass Swords ist ein großer Wurf. Oder wie es gleich der knackigste Soundcloud-Kommentar zu repräsentativen Ultra Thizz auf den Punkt bringt: »Next level vintage future made from some crystaline substance from space, designed to be listened to at full bass in a Cadillac Escalade with 5 15† speakers. Dubstep is dead. This is next level vintage future.« (Paul Okraj)

Shabazz Palaces
Black Up
Sub Pop • 2011 • ab 9.59€
Mal ehrlich, Black Up dürfte so ziemlich die Platte gewesen sein, die das Gewissen der meisten Indie-Magazine dahingehend beruhigte, doch nicht den Anschluss in Richtung Hip Hop verloren zu haben. Spiritualität, verdrehte Takte, Dub-Einflüsse, Afrozentrismus und Beats direkt aus der Voodoopuppe geschüttelt – was Ishmael Butler und Tendai Maraire als Shabazz Palaces auffuhren, überzeugte wie es verstörte. Clear some space out, so we can space out. Einmal Hirn frei blasen und Synapsen neu verknüpfen auf etwas mehr als einer halben Stunde. Und das mit einer der besten Platten des Jahres. Ganz ehrlich. (Björn Bischoff)

Toro Y Moi
Underneath The Pine
Carpark • 2011 • ab 19.99€
) Chillwave ade. Auf dem zweiten Album nimmt sich Chaz Bundick lieber 70ies-Funk, Krautrock und Frensh Pop an. Große Melodien, analoge Wärme und knackige Grooves anstatt Samples und Laptop-Frickeleien stehen Toro y Moi ausgezeichnet zu Gesicht. Eine Weiterentwicklung, die einem Quantensprung gleichkommt, und obwohl mit New Beat und Still Sound zwei lupenreine Hits vertreten sind, präsentiert sich Underneath The Pine (auch durch den verhallten Gesang) als atmosphärisches und rundes Gesamtwerk. (Martin Silbermann)

Twit One
Stepping Stones
Melting Pot Music • 2011 • ab 9.99€
) »Ach, verdammt, der Song war so guuut – warum ist er nur schon wieder vorbei« denkt man sich oft beim Hören dieses Albums, auf dem der längste Track eine Spielzeit von 2:35 besitzt. Doch der Gedanke währt stets nur kurz – weil: Der nächste Track auf Stepping Stones ist immer mindestens genauso gut, wie der vorige; »skippen« ist keine Option! Zeitlose Samples werden vom Kölner Twit One zu einem sprießenden Gemisch aus HipHop, Soul und Jazz zusammengemischt – Nostalgie in ihrer belebendsten Form. (Philipp Kunze)

Tyler The Creator
Goblin
XL Recordings • 2011 • ab 28.99€
) Dem überlebensgroßen Internet-Hype der OFWGKTA folgte mit Goblin der nächste logische Schritt in den internationalen Mainstream. Auch wenn die Wenigsten eigentlich verstehen konnten, warum Tyler the Creator hier Frauen vergewaltigen und Schwule beleidigen musste, sahen sich selbst provinzielle Kulturredaktionen gezwungen, auf den Zug aufspringen. Das paranoide Psychogramm Rap’s enfant terrible, geprägt von Selbstmord-Fantasien und der Auseinandersetzung mit dem Fehlen des väterlichen Elternteils, lieferte ganz nebenbei mit Yonkers eines der besten Videos und einen der besten Rapsongs der letzten Jahre. (Carlos Steurer)

Virgo Four
Resurrection
Rush Hour • 2011 • ab 49.99€
Eric Lewis und Merwyn Sanders waren und sind dank Rush Hour jetzt wieder Virgo 4. Resurrection versammelt Material, das in den Jahren 1984 bis 1990 entstanden ist und zementiert das, was spätestens seit dem letzten Jahr alle wissen: Virgo 4 sind die historisch unterbewertetste House-Combo aller Zeiten. Da können manche Kollegen noch so oft schreiben, dass nicht alles auf dieser monströsen 5er-LP essentiell sei und manche Tracks eher Skizzen gleichen würden. Banausen, ihr! Für mich sind diese subtilen und tiefen Tracks nicht nur eine Reise in das sagenumwobene Chicago der Achtziger, sondern so ziemlich das Beste, was 2011 hätte passieren können. Da kann sich der Rest der heutigen House Nation noch so oft durch die Roland-Palette durchdeklinieren: this is how it’s supposed to be done! (Florian Aigner)

R&B war für Menschen mit Musikgeschmack ja lange Zeit eine eher schwierige Angelegenheit: zu oberflächlich, zu schmierig, zu schmalzig, zu eindimensional, zu dumm. Wenn man Soul haben wollte, dann suchte man eher in der Historie oder bei der, nun ja, Conscious-Fraktion – bis dieses Jahr House Of Balloons von The Weeknd bei so ziemlich jedem mit Internetzugang und Ohren die Haltung zu R&B gehörig auf den Kopf stellte: Hypnotische Musik irgendwo zwischen Drake und Burial, Abel Tesfaye singt dazu wie ein junger Dionysos über Gefühle, Drogen, Sex, Sex und Sex – so geht das klar. Von wegen nur »für die Ladys«. (Marc Leopoldseder)

Wye Oak
Civilian
Merge • 2011 • ab 18.99€
) Das Ambivalente, das Hin- und Hergerissensein, zwischen Euphorie und Abgrund pendelnd, das Kratzen und Streicheln, das Küssen und Beissen haben uns Wye Oak mit Civilian in diesem Jahr musikalisch zurückgebracht. Sonic Youth, My Bloody Valentine, PJ Harvey, Seely so ungefähr vor zwanzig Jahren stecken da drin. Eine Platte, die so ein bisschen aus der Zeit ist und gleichzeitig so aktuell (da haben wir sie wieder, die Ambivalenz). Das beste Indie-Rock-Album seit Jahren! (Sebastian Hinz)

Zomby
Dedication
4AD • 2011 • ab 28.99€
) Künstlerisch sich seiner selbst noch nie so sicher war Zomby. Das mag seltsam klingen, zieht sich durch Dedication doch ein depressiver Fatalismus, der den halluzinogenen Neon-16Bit-Bleep-Sounds seiner vorherigen Veröffentlichungen fehlte. Genau durch jene Unsicherheit, die wohl auch damit zu erklären ist, dass Zomby in der Entstehungszeit den Tod seines Vaters zu verarbeiten hatte, gewinnt der Künstler Zomby aber eine Facette, die ihn aus der freigeistigen Dubstep-Not-Dubstep-Außenseiter-Nische befreit und zum potentiellen nächsten Thom Yorke Ziehsohn macht. Ob der – zumindest via Twitter – durchaus kapriziös wirkende Zomby eine solche Entwicklung begrüßen würde, darf zwar durchaus bezweifelt werden, dass Dedication ein tolles Album ist jedoch nicht. (Florian Aigner)

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