Music Kolumne | verfasst 19.03.2020
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Text Jens Pacholsky
Records_revisited_depeche%20mode%20violator_1024x685px

1990 hätte Depeche Mode genauso gut auch untergehen können. Der Erfolg der letzten zehn Jahre hin oder her – sie waren ein Kind der 1980er Jahre mit ebenjenem Sound. Sie hätten sich einordnen können zu all den Bands, die es nicht in die 1990er Jahre schaffen sollten. Insbesondere das bis dato letzte Studioalbum »Music For The Masses« von 1987 war alles andere als der große Wurf. Nette Synthesizer, starre Strukturen und eine barocke Ansammlung romantisch-verkitschter Harmonien und Melodiestränge, die nur durch Dave Gahans prägnante Stimme gerettet wurden. Depeche Mode waren eine der vielen in diesen synthetischen Jahren erfolgreichen Synthesizerbands, die durch die Wucht von Techno, Elektro, HipHop und dem aufkeimenden Grunge hätten weggeblasen werden können. Stattdessen nahmen sie 1990 mit »Violator« die Welt ein.

Das verdankten sie zum Teil einer genialen bis zufällig-glücklichen PR-Strategie. Angefangen bei der cleveren »Your Own Personal Jesus«-Anzeige, die in Zeitungen völlig ungebrandet zwischen Kontaktanzeigen geschaltet wurde. Erst ohne, später mit einer Telefonnummer, unter der dann die Vorabsingle »Personal Jesus« zu hören war. Bis zum »kleine Autogrammstunde entwickelt sich zur Massenveranstaltung mit Riot Police«-Glücksgriff in Los Angeles. Die geplanten ein paar Hundert Fans wurden 20.000. Es gab Verletzte, ein großes Polizeiaufgebot und nationale Berichterstattung über angeblich aufstandsähnliche Zustände zur Primetime in den USA. Und das genau einen Tag vor Veröffentlichung von »Violator«. So einen PR-Stunt kann man nicht planen.

In der Sackgasse
Dass »Violator« eines ihrer erfolgreichsten Alben wurde, liegt aber auch daran, dass es ihr bestes ist. Und das haben sie vor allem dem Willen zu verdanken, sich nicht in ihrem festgefahrenen Stil und Arbeitsprozess zu verbeißen. Denn dieser hieß bis dato: Martin Gore liefert als zentraler Songwriter der Band detaillierte Demos, die er, Andrew Fletcher und Alan Wilder in mehreren Wochen fest in die Synthesizer einprogrammieren. Zum Schluss darf Dave Gahan die Texte einsingen, die ebenfalls mehrheitlich von Gore stammen. »Die Ergebnisse klangen dann in der Regel genau wie die Demos«, gestand Martin Gore in einer Dokumentation zu den Jahren 1989-1991. Das hatte in der Anfangszeit von Depeche Mode gut funktioniert, zeigte aber bereits auf »Music For The Masses« extreme Verschleißerscheinungen.

Hätten Depeche Mode an diesem Duktus festgehalten, hätten sie ihre Welteroberung – und das hieß 1990 vor allem die Eroberung des US-amerikanischen Marktes – vergessen können. Songs wie »Personal Jesus« mit dem für Depeche Mode vollkommen kontraintuitiven Blues-Riff wären nie entstanden. Und »Enjoy The Silence« wäre eine unscheinbare Lullaby-Ballade geworden, die ihre Schönheit besessen, aber niemals den massiven Erfolg der finalen Dancenummer erlangt hätte. Depeche Mode hatten 1990 eigentlich das Ende ihrer kreativen Sackgasse erreicht. Im Rückblick war das wohl auch der Band bewusst. Denn, wie Andy Fletcher später erklärte, gab es für Depeche Mode eine Regel: »Wir wollten Sounds nie zwei Male verwenden. Und uns gingen zu diesem Zeitpunkt in großem Stil die Sounds aus«. Es ist nicht ganz klar, wer auf die Idee kam – die Manager ihrer Labels Mute oder Depeche Mode selbst – am Ende saßen zumindest Mutes Hausproduzent Mark »Flood« Ellis sowie der DJ und House-Produzenten Françoise Kevorkian im Studio. Und verhalfen Depeche Mode damit, sich selbst zu transzendieren.

Dass »Violator« eines ihrer erfolgreichsten Alben wurde, liegt aber auch daran, dass es ihr bestes ist. Und das haben sie vor allem dem Willen zu verdanken, sich nicht in ihrem festgefahrenen Stil und Arbeitsprozess zu verbeißen.

Vertrauen in die Disruption
»Violator« ist nur aufgrund dieser beiden das geworden, als was es heute noch gilt: Durchbruch und Neuerfindung von Depeche Mode. Blueprint-Synthese aus Experiment und Pop, Bluesrock und Synthesizermusik. Eines der größten Alben, das auch 30 Jahre später noch absolut frisch klingt. Zugegeben, François Kevorkian wird zwar oder nur als Fußnote genannt. Er war als Mixing Engineer jedoch der Frickler im Hintergrund, der entscheidend zur Soundperfektion beitrug, wie es Martin Gore in der Dokumentation herausstrich: »François war in allem, was er tat, so unglaublich pedantisch. Manchmal verschwand er einfach zwei Tage unter seinen Kopfhörern und bastelte an einer Hihat«.

Das treibende Momentum in dieser neuen Konstellation war bekanntermaßen Flood. Er hatte zuvor sowohl mit Rock- als auch Synthesizerbands gearbeitet. In Depeche Mode sah er die Chance einer Fusion der widerstrebenden Konzepte. Ein paar Jahre später würde er das mit Primal Scream perfektionieren. Flood war für Depeche Mode Visionär, Tutor und Disruptor. »Flood sagte uns quasi, dass unsere ganzen vorgefertigten Ideen, wie wir Musik machen, Scheiße sind«, erinnerte sich Andrew Fletcher an die Zusammenarbeit. Und auch Gahan gestand, dass alles, was Flood anbrachte, komplett neu für sie war. Flood selbst erinnert sich in seinen Vorträgen daran, dass insbesondere Martin Gore anfangs nicht gerade glücklich mit dieser Entwicklung war. »Enjoy The Silence« soll er bis zur Veröffentlichung des Albums abgelehnt haben. Das prägnante Riff für »Personal Jesus« hat er nur nach penetrantem Bitten von Flood ein einziges Mal durchgängig auf einer elektrischen Gitarre eingespielt. Eigentlich wollte er das Riff, wie gewohnt, als Loop sampeln und über die Synthesizer spielen. Gore ist dabei hoch anzurechnen, dass er Flood machen ließ. Dass er über seinen eigenen Schatten gesprungen ist und sein Ego untergeordnet hat. Für einen erfahrenen, erfolgreichen Songwriter ist das alles andere als selbstverständlich.

Von Schönheit und Dynamik
Darüber hinaus verstand Flood bestens, die einzelnen Fähigkeiten der Bandmitglieder herauszuarbeiten und zu aktivieren. Gore war klar der bessere Songwriter. Oftmals lieferte er die perfekte Melodie in einem einzigen Take. Doch Alan Wilder war Gore um Längen voraus, was das (Selbst-)Verständnis der aktuellen Musikszenen sowie die technischen Möglichkeiten betraf. Wenn Gore das Grundgerüst und das Narrativ von »Violator« geschrieben hat, gestaltete Alan Wilder den gesamten klanglichen Innenausbau. Depeche Mode – ViolatorWebshop ► 10 x Vinyl 12inch Erst dieses neu geordnete Zusammenspiel ließ »Violator« entstehen. Die perfekten Melodien von Gore, die Sex verheißende Stimme Gahans, Fletchers punktgenaue Umsetzung an den Synths gab es bereits in den Jahren davor. Durch Alan Wilders neu entfesselte – von Flood aktiv geförderte – Experimentierfreude wurde das alte Erfolgsrezept jedoch in eine neue Dimension befördert. Denn wenn im Vordergrund die Melodien Gores eine fast universelle Schönheit spiegelten, sicherte Wilder mit seinen Myriaden an dynamischen, seltsamen Soundschnipseln den Spannungsbogen jedes Songs. Zuvor starre Songgebilde begannen zu fließen und zu rotieren.

Flood hat diese interne Reorganisation von Depeche Mode angestoßen und die Band damit nicht nur vor dem Vergessen bewahrt. Er hat in Depeche Mode den Höhepunkt ihres Schaffens, das Maximum ihrer Kreativität freigeschaltet. Er hat es geschafft, eine etablierte Band mit etabliertem Sound in die Wildnis zu schicken und glänzen zu lassen.


Die Musik von Depeche Mode findest du im Webshop von HHV Records.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 18.06.2012
Soulsavers
The Light The Dead See
Mal angenommen Depeche Mode hätte es nie gegeben, dann wäre das hier eines der großartigsten Debütalben eines Sängers aller Zeiten.
Music Kolumne | verfasst 09.11.2017
Records Revisited
Throbbing Gristle – 20 Jazz Funk Greats (1979)
Throbbing Gristle schlugen mit »20 Jazz Funk Greats« den Pop mit seinen eigenen Mitteln. Haben sie also ihren historischen Auftrag erfüllt und sich damit irgendwie selbst erledigt?
Music Review | verfasst 02.12.2011
VCMG
Spock EP
Vince Clark und Martin Gore finden nach 30 Jahren und zwei erfolgreichen Weltkarrieren wieder zueinander. Und sie produzieren: House!
Music Review | verfasst 20.04.2012
VCMG
Ssss
Zwei Urgesteine des Synthpop schließen sich wieder zusammen und frönen ihrer Liebe zum Techno.
Music Review | verfasst 23.07.2014
Diamond Version
CI
Carsten Nicolai und Olaf Bender liefern als Diamond Version für Mute Records ein standesgemäßes Electropop-Album ab.
Music Review | verfasst 01.10.2014
Zola Jesus
Taiga
Wandel vollzogen: Zola Jesus verabschiedet sich auf ihrem fünften Album »Taiga« von der Dunkelheit und wendet sich dem Pop zu.
Music Review | verfasst 18.05.2016
New Order
Complete Music
Wir haben uns in 36 Jahren daran gewöhnt: New Order veröffentlichen eine Extended Version ihres aktuellen Albums.
Music Liste | verfasst 26.10.2017
Welche Schallplatte hast du gehört,
als du 15 Jahre alt warst?
In diesem Jahr ist hhv Records 15 Jahre alt geworden. Wow, interessantes Alter. Da fragt man sich natürlich: Wie war das, als man selbst 15 war? Welche Platten haben wir damals gehört? Wir haben die Frage an unsere Autoren weitergegeben.
Music Review | verfasst 01.11.2010
Yann Tiersen
Dust Lane
Tiersen schafft auf mit Dust Lane mit analogen vintage Synthezisern ein episches Album zwischen Folk, Filmmusik und Rock.
Music Review | verfasst 03.10.2011
S.C.U.M.
Again Into Eyes
Lebt die Rockmusik noch? Die Briten S.C.U.M. versuchen neue Akzente zu setzen und ringen um eine Wiederbelebung.
Music Review | verfasst 21.11.2011
Yann Tiersen
Skyline
Ziemlich genau ein Jahr nach Dust Lane erschein nun Skyline, das neue Album des Franzosen Yann Tiersen.
Music Review | verfasst 10.04.2012
Big Deal
Lights Out
Auf »Lights Out« werden die ganz großen Gefühle ausgepackt und in wundervoll melancholisch wie intimen Songs gemeinsam besungen.
Music Review | verfasst 17.04.2012
White Rabbits
Milk Famous
Es scheint als wäre hier eine Spoon-Tribute-Band aus Studiomusikern und Musik-Software zu einem Roboter-Sextett zusammengebastelt worden.
Music Review | verfasst 11.06.2012
Liars
WIXIW
Nach den letzten beiden fast schon rockistischen Werken ist »WIXIW« nun Liars’ Dance-Album geworden.
Music Review | verfasst 29.08.2012
Yeasayer
Fragrant World
Yeasayer verdichten ihren Sound auf »Fragrant World« und schnüren sich dabei selbst die Luft ab.
Music Review | verfasst 14.09.2012
Land Observations
Roman Roads IV-XI
Der Brite James Brooks hat als Land Observations acht stimmungsvolle Meditationen komponiert.
Music Review | verfasst 15.11.2012
Crime and the City Solution
An Introduction To... A History Of Crime 1987-11
Die neu initiierte Reihe »An Introduction To…« konzentriert sich auf diese drei in Berlin entstandenen Alben.
Music Review | verfasst 28.01.2013
Laibach
An Introduction to… Laibach
Innerhalb der »An Introduction to…«-Reihe von Mute ist nun eine 15 Tracks starke Werkschau der slowenischen Band Laibach erschienen.
Music Review | verfasst 02.04.2013
Apparat
Krieg und Frieden
Sascha Ring wagt sich mit »Krieg und Frieden« auf ganz neues Terrain vor und komponierte Musik für ein Theaterstück.
Music Review | verfasst 18.10.2013
Polly Scattergood
Arrows
Aus strategischer Sicht einer Plattenfirma erscheint dieses Album hierzulande circa ein Jahr zu spät.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Rolling Stones – Let It Bleed (1969)
Vom Western-Saloon in den Vietnamkrieg, Stress mit den Cops und Heroin in Arschbacken – der Weg zu »Let It Bleed« verläuft auf einem Pfad zwischen Morbidität und Leichtsinn. Am Ende waren die Drogen gelutscht und die Utopien der Hippies tot
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Kommentar
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2019
Kommt gerade vom Gruppenkuscheln auf der Ersti-Party und weiß trotzdem, wer das beste Deutschrap-Album aller Zeiten veröffentlichen wird. Es kann sich dabei nur um unseren Kolumnisten handeln.
Music Porträt
100% Electronica
Mit Retro-Pop in die Zukunft
Internet-Ikone, Vapordaddy, Zukunftsmusiker – George Clanton kennt viele Namen. Mit 100% Electronica sucht er seit 2015 nach Sounds, die ein Gefühl vermitteln, das er nicht beschreiben kann. Und verhilft Vaporwave zu einer Renaissance.
Music Kolumne
Records Revisited
Pink Floyd – Ummagumma (1969)
»Ummagumma« ist der Beginn von Pink Floyd auf ihrem Werdegang zur größten Artrockband der Geschichte. Vor genau 50 Jahren veröffentlicht, verschob das Doppelalbum nicht weniger als die Grenzen des Machbaren in der Popmusik.
Music Interview
Floating Points
»Sowas bringt mich auf die Palme!«
Floating Points mag das Wort »Crush«. Es sei einerserseits zärtlich, andererseits stehe es für langsame Gewalt. Sein neues Album heißt »Crush« und es bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld. Wir trafen ihn zum Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Mos Def – Black On Both Sides (1999)
Das »To Pimp A Butterfly« der Prä-Smartphone-Generation: Mos Defs Debüt tritt Ende der Neunziger gegen den Shiny Suit-Mainstream mit politischer Finesse und Harakiri-Flow auf. Warum du »Black On Both Sides« heute wieder hören musst.
Art Bericht
No Photos on the Dance Floor!
Nichts für Voyeure
Noch bis zum 30.November kann die Clubkultur in Berlin nach dem Mauerfall in Fotos von Wolfgang Tilmans, Ben de Biel oder Sven Marquardt nachvollzogen werden. »No Photos on the Dance Floor!« verzichtet dabei auf einen voyeuristischen Blick.
Music Kolumne
Records Revisited
King Crimson – In The Court Of The Crimson King (1969)
Die Platte, die dem Prog-Rock zur Geburt verhalf: Vor 50 Jahren machte King Crimson auf ihrem Debütalbum vor, wie man im 6/8-Takt rockt, mischte Jazz und Klassik in die Arrangements und läutete apokalyptisch das Ende der Sechziger ein.
Music Porträt
Brownswood Recordings
Aufbruch & Umbruch
Brownswood ist die Keimzelle einer Szene, die gegen Genrekonventionen und einen rückwärtsgewandten Zeitgeist rebelliert. Entsprechend fächert DJ und Radiomoderator Gilles Peterson seinen Labelkatalog deutlich internationaler auf als andere.
Music Essay
Quentin Tarantino
Musik als filmisches Mittel
Die Filme von Quentin Tarantino sind gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf die Popkultur. In erster Linie natürlich auf den Film. Aber auch die Musik spielt wie in seinem neuesten Film »Once Upon A Time in Hollywood« immer eine Rolle.
Music Kolumne
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Kolumne
Records Revisited
The Magnetic Field – 69 Love Songs (1999)
Über die Liebe im Pop ist alles gesagt – spätestens seit Stephin Merritt sich mit vermeintlicher Pastiche die Musikgeschichte aufwischte und seine »69 Love Songs« in Wagnerschem Ausmaß in der Repetition der Warhol-Factory aufgehen ließ.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2019
Unser Kolumnist hat es aus dem Sommerloch geschafft. Kann man einem zutrauen, der nicht im von Knicklicht ausgeleuchteten Vorhof der Myspace-Hölle verendet ist. Aigners Inventur oder: Apocalpyse Now für Salon-Des-Amateurs-Schamanen.
Music Kolumne
Records Revisited
Portishead – Dummy (1994)
»Dummy«, das Debüt von Portishead aus dem Jahr 1994, musste schon dem Namen nach als Blaupause für den Sound herhalten, womit Bristol eine ganze Weile lang assoziiert werden sollte. Es ist eines der fesselndsten Debüts aller Zeiten.
Music Porträt
Tabansi Records
Das goldene Zeitalter
Mit der Reihe »Tabansi Gold« wird BBE Records in den nächsten Jahren an die 60 Schallplatten des nigerianischen Plattenlabels Tabansi veröffentlichen. Wir sprachen mit dem Kurator John Armstrong darüber.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2019
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal mit u.a. Freddie Gibbs & Madlib, Denzel Curry, Skepta und Moodyman.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2019
50 best Vinyl Records so far
Was ist denn musikalisch 2019 überhaupt schon passiert? Woran sollte man sich als Vinyl-Liebhaber erinnern? Und welche Schallplatten wurden denn ungerechtfertigt übersehen? Diese 50 Schallplatten verraten es euch.
Music Liste
Polnischer Jazz
Eine Einführung in 10 Schallplatten
Die polnische Jazzszene gilt als eine der wichtigsten und kreativsten in Europa. Sie changiert heute zwischen oberflächlichen Konventionen und versteckten Brüchen. Eine kleine Spurensuche.