Music Review | verfasst 30.01.2012
Hive Mind
Elemental Disgrace
Spectrum Spools, 2011
Text Sebastian Hinz , Übersetzung Julia Frohn
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8.0
Redaktion
Hivemind_

Das Label Spectrum Spools um John Elliott von den Emeralds, dass es sich seit dem vorletzten Jahr zur Aufgabe gemacht hat, amerikanische Synthesizermusik in den Fokus einer größeren Öffentlichkeit zu rücken, wird nicht müde zu betonen, dass es ohne einen Künstler wie Hive Mind gar nicht existieren würde. So kreiert sich die kleine Geheimgesellschaft, die sich daran macht »Kosmische Musik« und anderes Knöpfchengedrehe an Elektrophonen zu fetischisieren, einen neuen Hohe Priester. Tatsächlich könnte man das, was Hive MInd macht, also das Generieren von Sounds auf Basis eines oder mehrerer Synthesizer, eine Art Prototyp für die künstlerische Ausrichtung der Plattenfirma nennen. Seit 2002 veröffentlicht Greh Holger als Hive Mind Musikkassetten mit Noise aus dem Synthesizer und Klangstudien geschult am Gerät, mal für Datenträger mit 60 Minuten mal mit 30 Minuten Laufzeit. Von diesen Parametern rückt der Musiker aus Ann Arbor, Michigan auch auf Elemental Disgrace keinen Deut ab. Die beiden Elemental Disgrace I und Elemental Disgrace II benannten Studien würden je eine Seite einer Kassette mit dreißigminütiger Spielzeit einnehmen. Die Versuchsanordnung steht, das Experiment beginnt und die Maschine rattert. Nach und nach entsteht ein Sud an organischen Klängen und Greh Holger rührt und würzt einem Alchemisten gleich, und probiert auch schon mal, ob das blubbernde Gebräu über den Siedepunkt hinaus zu erhitzen ist. Was ihm dabei gelingt, ist die Veredelung eines Sounds, der letztlich dann dem Noise von Wolf Eyes und frühen Black Dice (so vor zehn Jahren) näher steht als den Synthesizerheroen der 1970er Jahre.

Das Album Elemental Disgrace von Hive Mind findest du bei hhv.de: LP
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