Die 25 besten Compilations des Jahres 2025

01.12.2025

Zwischen compilation fatigue und Vinyl-Fokus zeigt 2025, warum Kuration wieder zählt. Diese 25 Compilations ordnen Chaos, erzählen vergessene Geschichten und öffnen Archive neu. Gute Musik, sorgfältig gesammelt und unverzichtbar.

Mithilfe der Compilation wurde schon immer Ordnung ins Chaos gebracht und das Gute vom Schlechten und Hässlichen getrennt. Wenn es zu viel von etwas gibt und das meiste davon schlecht ist, wird Kuration zwingend. 

Dem Kommentariat zufolge gibt es heutzutage allerdings zu viele Compilations, die dann auch noch doppelt so lang sind, wie sie sein müssten. Die sogenannte »compilation fatigue« ist jedoch in erster Linie ein digitales Phänomen. Als Medium erzwingt die Schallplatte doch eben eine klare Fokussierung. Bei der Zusammenstellung dieser Liste von 25 Vinyl-Compilations wurde uns einmal mehr bewusst, wie viel essentieller diese im Vergleich zu dem klingen, was sich online so finden lässt. Sie zielen auf Nachhall ab und das ist ihnen anzumerken.

Gute Musik, mit Sorgfalt kuratiert

Wie jedes Jahr finden sich darunter sorgfältig kuratierte Compilations, die sich mit alternativen Geschichtsschreibungen befassen. Wie klang Thailand in den 1980er-Jahren, welche Tracks liefen auf den Chill-out-Partys der britischen Rave-Hochzeit Anfang der 1990er Jahre? Was war während des libanesischen Bürgerkriegs zu hören? Jetzt wissen wir es. Darüber hinaus gibt es auch Compilations, die die Gegenwart bewahren und neu präsentieren wollen, die Fragen darüber stellen, wie heute das Morgen geprägt wird.

Die diesjährige Liste der 25 besten Compilations enthält auch einige Einträge, die sich auf einzelne Bands oder Künstler:innen aus verschiedenen Epochen bis zur Gegenwart konzentrieren. Sie bieten die Möglichkeit, das Werk von Xmal Deutschland oder Merzbows Schaffen im Jahr 1981 neu zu bewerten, derweil Christian Kleine nach einem Vierteljahrhundert erstmals seine Archive geöffnet hat. Alick Nkhata, Gnonnas Pedro & His Dadjes Band oder die R&S Band warten darauf, als fehlende Bindeglieder der Musikgeschichte wiederentdeckt zu werden, während Pye Corner Audio und John Glacier neuere Veröffentlichungen in umfassenderer Form verfügbar machen. Gute Musik, mit Sorgfalt kuratiert. Bitte nicht (schon wieder) vergessen. Kristoffer Cornils


Alick Nkhata
Radio Lusaka
Mississippi • 2025 • ab 26.99€

Musik, die du so noch nie gehört hast: Radio Lusaka vereint Aufnahmen von Alick Nkhata, geboren ca. 1920 in Nordrhodesien (heute Sambia), 1978 bei einem Angriff rhodesischer Truppen getötet. Musiker, Archivar, Freiheitskämpfer. Seine Musik: auf Slide-Guitar gespielter Country mit Bemba-Groove. Und immer wieder mischt er Big-Band-Bläser, Ragtime-Pianos und frühe elektronische Klänge in seine Songs. Gejodelt wird auch. Überraschend klingen die zwölf Stücke nie aufgesetzt, vielmehr wie das Natürlichste auf der Welt. Dabei ist die Musik keineswegs selbstverständlich, sondern so konnte sie nur im Sambia der Unabhängigkeitsjahre entstehen.

Sebastian Hinz   Zur Review
Bernard Parmegiani
Lac Noir / La Serpente 1992
Sub Rosa • 2025 • ab 21.99€

Die Musik, die Bernard Parmegiani 1994 für das Multimedia-Werk Lac noir des Schriftstellers Emmanuel Raquin-Lorenzis komponierte, funktionieren auch ohne Wissen zu deren Inspiration. Seine geheimnisvollen Melodien, Klanglandschaften, Rhythmus-Plateaus und Umweltgeräusche entwerfen fantastische Geschichten. Klassische Streicher und dunkle Synthsounds erweitern das Terrain und machen diese einst nur zehnfach als CDR aufgelegten Aufnahmen zu der Musique concrète Archiv-Entdeckungen 2025.

Michael Leuffen
Christian Kleine
Electronic Music From The Lost World: 1998-2001
A Strangely Isolated Place • 2025 • ab 36.99€

Die City Centre Offices wurden geräumt, die far away trains sind abgefahren, und die tides haben sich gewendet. Es bleiben Erinnerungen. Christian Kleine war einer der Künstler:innen, die IDM organischer gestalteten und deren Clicks und Cuts analog waren, was ebenso Four Tets Folktronica den Weg ebnete wie dem elektronischen Pop von múm. Die Compilation Electronic Music From The Lost World: 1998-2001 enthält bisher unveröffentlichte Stücke, die den Geist dieser Strömung widerspiegeln. Das klingt immer noch frisch, freundlich und wunderbar verschwommen – zeitlos gar.

Kristoffer Cornils
Gnonnas Pedro & His Dadjes Band
Roi De L'agbadja Moderne 1974-1983
Analog Africa • 2025 • ab 34.99€

Analog Africa in Bestform: Roi De L’Agbadja Moderne 1974-1983« ist eine umfassende Werkschau von Gnonnas Pedro, für die Labelchef Samy Ben Redjeb eine Menge Zeit und Hingabe investiert hat. Pedro und seine Dadjes Band sind eine gute geölte Groove-Maschine. Sie spielt sich hier durch 13 Songs, alle Gefühle da, gleichzeitig, in schönster Integration, zusammengehalten vom Tanz. Am deutlichsten sind auch für Leihen die kubanischen Einflüsse zu hören. Während der westafrikanischen Unabhängigkeitsbestrebungen ersetzen bzw. ergänzten die Rhythmen aus der Karibik Stile wie Bolero, Walzer und Tango, die ja allesamt Importware der Kolonialmächten importiert waren. Riesengroße Musik!

Pippo Kuhzart   Zur Review
John Glacier
Like A Ribbon (Three EPs)
Young • 2025 • ab 27.99€

2025 hat uns mit einer Reihe von Ereignissen konfrontiert, die so niemand auf dem Zettel haben konnte. Dass aber eine Londoner Rapperin/Sängerin über Beats huschen würde, die wie von Clams Casino oder Forest Swords zusammengebastelt und dann von Mica Levi nachbearbeitet klingen, gehört zu den unwahrscheinlichsten Vorkommnissen dieses Jahres. Keine Frage, Like A Ribbon: Three EPs ist wenig mehr als eine Sammlung von drei EPs, die John Glacier seit Anfang 2024 über Young veröffentlicht hat, das Ganze klingt jedoch wie ein kohärentes Album; wie das nachdrückliche, selbstbewusste Statement einer Künstlerin, die in Zukunft umso mehr zu sagen hat. Bock drauf.

Kristoffer Cornils   Zur Review
Merzbow
Collection 001-010
Urashima • 2025 • ab 329.99€

Heute wird Merzbow v.a. mit totgememten Alben wie Venerology in Verbindung gebracht und die Auseinandersetzung mit Masami Akitas Diskografie aus den 1990er-Jahren lohnt sich zwar. Irgendein Merznerd muss aber auch dieses Box-Set anpreisen: Im Jahr 1981 brachten Akita und Kiyoshi Mizutani zehn Kassetten heraus, die dank Urashima nun zum ersten Mal auf Vinyl erhältlich sind. Collection 001-010 stützt sich auf surrealistische Arbeitsweisen, Live-Instrumentierung und Tape-Fuckery – Musik, als hätte jemand Peter Brötzmann, Nurse With Wound und Pierre Henry in einem abstürzenden Fahrstuhl gesperrt. Nicht ganz so witzig wie Woodpecker, aber ernsthaft geil.

Kristoffer Cornils
Pye Corner Audio
Where Things Are Hollow: No Tomorrow
Lapsus • 2025 • ab 105.99€

Martin Jenkins hat vor allem als Pye Corner Audio in 15 Jahren eine überwältigende Menge an Musik veröffentlicht. Das Box-Set Where Things Are Hollow: No Tomorrow vereint die zwei bisherigen Veröffentlichungen der titelgebenden Serie mit einem neuen Eintrag und einer Remix-LP, an der Synth-Nerds wie Alessandro Cortini, Surgeons Girl und Kaitlyn Aurelia Smith mitgewirkt haben. Und John Talabot, dessen Slo-Mo-Sleaze-House-Musik mehr mit PCA gemeinsam hat, als die meisten denken: Das ist schließlich Disco aus der Unterwelt, ein hantologischer Soundtrack für die frühen Morgenstunden.

Kristoffer Cornils
R&S Band
Sparkling -Sound-Rock
Sound Essence • 2025 • ab 22.49€

Die R&S Band holen bei Sound Essence eine Zukunft zurück, die nie stattgefunden hat: robodystopische Visionen treffen auf Achtziger-Nostalgie, aber ohne Retro-Kitsch. Die zwischen 1980 und 1982 entstandenen Aufnahmen verbinden Krautrock, Space Electronics, Dubby New Wave und einen Hauch Punk-Funk zu einem Sound, der heute nichts von seiner Intensität verloren hat. Jupiter-5, Moog und Hammond flackern wie Signale aus einer anderen Zeit. Nur eben mit verblüffender Relevanz für 2025. Eine Wiederveröffentlichung, die zeigt, wie visionär Reindell und Sander schon damals waren.

Ania Gleich   Zur Review
Super DJata Band
Authentique Vol. 2: Feu Vert 81-82
Numero Group • 2025 • ab 26.99€

Die Band um Zani Diabaté auf dem Höhepunkt ihrer Kreativität: Auf Authentique Vol. 2 Feu Vert 81-82 kombiniert die Super DJata Band malische Tradition, wie Wasulu-Jäger-Musik, Griot-Lobgesängen und Mandingo/Fula-Repertoires, mit afro-beatigem Funk und Blues. Mit dem Einsatz der neu entdeckten Wah-Wah-Gitarre entsteht ein vibrierender und fast kompromissloser Groove, der sich unfassbar modern anfühlt. Ein seltenes Stück an zeitloser Klangmagie – straff, schwungvoll, elektrisierend.

Moritz Weber
Various Artists
All The Young Droids: Junkshop Synth Pop 1978-1985
Night School • 2025 • ab 34.99€

Erst kam Punk, dann die Synthesizer. All The Young Droids: Junkshop Synth Pop 1978-1985 versammelt überwiegend weniger bekannte DIY-Aufnahmen aus einer entscheidenden Phase der Musikgeschichte, beschränkt sich aber fast ausschließlich auf den englischsprachigen Raum. Musikalisch, stilistisch und auch klanglich experimentierten diese Gruppen in einer Zeit mit ihren neuen Spielzeugen, als die Regeln für die damit gemachte Musik gerade erst geschrieben wurden. Wann immer jemand sagt, dass die 1980er-Jahre das beste Jahrzehnt überhaupt gewesen seien, ist das damit gemeint.

Kristoffer Cornils   Zur Review
Various Artists
Archipelago: Cosmic Fusion Gems From France 1978-1988
Isle Of Jura • 2025 • ab 25.99€

In den 1970er-Jahren erlebte Frankreich das Aufkommen der »Sono Mondiale« (etwa »Weltmusik«), weil die Musikstile postkolonialer Kulturen den Mainstream erreichten. Archipelago – Cosmic Fusion Gems From France 1978-1988 setzt sich aus Titeln zusammen, die aus diesem Moment geboren worden waren oder darauf reagierten. Mit einem Stück von Francis Bebey sowie einer Dennis-Bovell-Version von Princess Erikas »Trop de Bla Bla« beleuchtet die Compilation auch diasporische Verbindungen und legt somit nicht allein Zeugnis von der wohlmeinenden Aneignung durch den französischen Mainstream ab.

Kristoffer Cornils   Zur Review
Various Artists
Baa Records Selects: Thailand's Golden Sounds 80s Synth Pop & Disco
Baa • 2025 • ab 32.29€

Das in Songkhla ansässige Label Baa hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt mit »thailändischer Musik für Taxifahrer:innen« zu beliefern, doch diese zehn Nuggets werden ebenso jeden Uber-Ride durch Berlin zur Party machen. Die Auswirkungen des internationalen Synthie-Pop- und Disco-Booms in Südostasien wurden bereits dokumentiert, Baa Records Selects: Thailand’s Golden Sounds 80s Synth Pop & Disco diggt aber noch tiefer. Diese zehn Tracks bieten frenetische Italo-Disco/Rock-Hybride, übersteuerten AOR, seltsame Funk-Kuriositäten und dramatische Pop-Momente. Sobald der City-Pop-Hype auf TikTok durch ist, wird ihre Stunde gekommen sein.

Kristoffer Cornils   Zur Review
Various Artists
Disk Musik: A DD. Records Compilation
Phantom Limb • 2025 • ab 36.99€

Stimulierender Ambient, zackiger Punk, Soundcollagen, Pop, Prog-Jazz, frühe Computermusik, Musique Concréte und Minimal à la Steve Reich: die unter Vinylsammlern gesuchte Disk Musik Kompilation des japanischen Labels DD. Records ist variantenreich und klingt auch über vierzig Jahre nach der Erstveröffentlichung futuristisch. Ein abenteuerlicher Sampler zwischen arglosem Experiment und verlockender Zugänglichkeit, der zeigt: hingebungsvolle Hobbymusiker wirken zuweilen intensiver als Profis.

Michael Leuffen   Zur Review
Various Artists
Going Back To Sleep…
A Colourful Storm • 2025 • ab 24.99€

Auf zwölf Songs zwischen schiefem Songwritertum, psychedelischen Gitarrenballaden, pluckerndem Hauntology-Pop, Lo-Fi-Indie und grouper-eskem Nebel-Pop lädt das ohnehin regelmäßig sehr stilsichere Label A Colourful Storm auf Going Back To Sleep… dazu ein, ihre Welt aus artverwandter Außenseitermusik zu besuchen, in der es sich lohnt, sich zu verlaufen. Zu den Bewohner*innen dieser Pop-Parallelwelt zählen Carla dal Forno mit ihrem ersten neuen Track seit drei Jahren, aber auch Jangle-Pop-„Größen“ wie The Reds, Pinks and Purples.

Christopher Hunold   Zur Review
Various Artists
Habibi Funk: A Selection From Libyan Tapes
Habibi Funk • 2025 • ab 58.99€

Song Nummer 2 ist gleich ein arabischen Synth-Reggae-Bob-Marley-Cover, später wird aus »Johnny B. Goode« »Jani Bigool«. Habibi Funk haben mal wieder ganze Digger-Arbeit geleistet. A Selection of Music from Libyan Tapes hat bewusst keinen historischen Vollständigkeitsanspruch, sondern besteht aus persönlichem Lieblingsentdeckungen des Labels. Es gibt Songs, die nach 80s-Wave-Pop (»Kol Al Maweed«) klingen, es gibt ein Pink-Floyd-Cover sowie ein Klaas Gerling und Londonbeat-Cover, im Zentrum steht aber die eindeutig die libysche Interpretation Reggae. Und, ganz ehrlich, wer wusste vor dieser Comp, dass das a thing ist?

Pippo Kuhzart   Zur Review
Various Artists
Music For A Revolution Vol.1: Guinea's Syliphone Recording Label 1967-1973
Radio Martiko • 2025 • ab 36.99€

Music For A Revolution Vol. 1 trägt den Pulsschlag einer Nation im Aufbruch. Nach dem Unabhängigkeitsentscheid 1958 wurde Kultur zum politischen Motor und Syliphone zum Kabel, das diese Energie direkt in die Musik leitete. Die Compilation atmet und klingt in all seinen Genre Facetten nach Aufbruch. Sie steht in der Liste, weil sie eindrucksvoll beweist, wie frisch und wegweisend dieses musikalische Erbe noch immer wirkt.

Wencke Riede   Zur Review
Various Artists
No-Ones Listening Anyway: UK DIY Post Punk & Dubs 1980-1984 (Volume 1)
Caroline True • 2024 • ab 27.99€

Wer in Anbetracht einer weiteren UK-Post-Punk-Compilation erstmal keine riesigen Erwartungen hatte, wurde umso mehr beglückt. Denn der britische DJ und Labelchef von Before I Die, Jason Boardman, hat für No One’s Listening Anyway nicht bloß irgendwelche Raritäten zusammengeklaubt. Die 16 Tracks mit Anklängen von Funk über Ska bis Balearic ergänzen sich perfekt und funktionieren wie ein Set. Bonus-Punkt: Im Inlay gibt’s Hintergrundinfos zu den Bands – und zu Boardmans Euphonium-Vergangenheit.

Jana-Maria Mayer   Zur Review
Various Artists
Sweet Rebels: The Golden Era Of Algerian Pop-Raï
Wewantsounds • 2025 • ab 33.99€

Treibende Rhythmen, warme Melodien und eine oft improvisierte Emotionalität - so klingt der Raï. Raï ist eine gesellschaftskritische Musikrichtung aus Westalgerien, deren Wurzeln in einer rebellischen Haltung gegenüber sozialen Konventionen liegen. Was Raï ausmacht ist, dass er trotz seiner Herkunft unglaublich herzlich und voller Lebensfreude ist. Bisher wurde dieses faszinierende Kapitel algerischer Musik in Deutschland eher in Nischenkreisen wahrgenommen. Mit der Compilation Sweet Rebels , kuratiert vom Pariser DJ und Labelbetreiber Cheb Gero, könnte sich das nun ändern: Acht neu gemasterte Tracks zeigen die Entwicklung vom traditionellen Stil hin zu funkigen, elektronischen Sounds. Ein wichtiges Dokument algerischer Musikgeschichte.

Celeste Dittberner   Zur Review
Various Artists
TD10
Timedance • 2025 • ab 45.99€

In Bristol hat man schon immer verstanden, wie man Clubkultur auf alternative Art denken kann. Batus Label Timedance, das dieses Jahr seinen zehnten Geburtstag gefeiert hat, bildet da keine Ausnahme und versammelt auf dieser Geburtstagsparty namens TD10 Stammgäste und Neulinge des Labels. Von Bambounou über Lurka bis Polygonia: Niemand von ihnen hat so richtig Lust, in den Rückspiegel zu schauen. Angefangen hat Timedance als Antwort auf die sich langsam anbahnende Verschmelzung britischer Bassmusik und Techno, und der hier 23-fach aufgebotene UK Bass, Techno und IDM erzählt uns, zu was wir in Zukunft tanzen dürfen.

Christopher Hunold
Various Artists
Telepathic Fish: Trawling The Early 90s Ambient Underground
Fundamental Frequencies • 2025 • ab 38.99€

Rave-Nostalgiker:innen versuchen immer wieder, den Chill-out-Raum wiederzubeleben. Ohne Erfolg. Bei einigen Dingen ist es eben besser, sie aus der (zeitlichen) Distanz zu würdigen. Telepathic Fish: Trawling The Early 90s Ambient Underground versammelt ausgewählte Cuts, die während der Veranstaltungen des Openmind-Kollektivs gespielt wurden, darunter Stücke von Nightmares On Wax, Aphex Twin alias Caustic Window und Global Communication. Die wenigsten sind beatless und rufen damit eine Ära auf, die so sehr unter Strom stand, dass selbst der Comedown-Stoff amtlich knallte.

Kristoffer Cornils
Various Artists
Under And Above The Clouds: Yacht Rock Grooves From Germany & Austria 1979-1991
The Outer Edge • 2025 • ab 29.99€

Segeln ist schön, macht aber viel Arbeit. Einfacher: Yacht Rock Grooves From Germany & Austria 1979-1991. Dafür muss man – im Gegensatz zum Besitz einer tollen Yacht – nicht obszön viel Geld ergaunern. Man muss sich nur vorstellen, wie stattliche Seebären anno dazumal in Boden-, Nord- und Chiemsee gestochen sind. Das Berliner Label The Outer Edge hat die alten Segel gestrichen und den Anker neu gesetzt – für eine Compilation, mit der man sicher nicht auf dem falschen Dampfer ist.

Christoph Benkeser
Various Artists
Une Voix M'appelle: The Modern Lebanese Sounds Of The Voix De L'Orient Label 1967-1984 Vol.1
Now-Again • 2025 • ab 29.99€

Diese überragende, tiefschürfende Compilation ist wohl auch die mit dem hässlichsten Cover von allen. Das flache, kitschige Titelbild von The Modern Lebanese Sound of the Voix De L'Orient label 1967-1984 stellt das komplette Gegenstück zur Musik dar. Denn diese spannt sich über 17 Jahre und transportiert damit nicht nur Geschichte, sondern auch die unterschiedlichen Atmosphären und Gefühle, die mit ihren jeweiligen Phasen verknüpft sind. Jeder Song gut, jeder Song bewegend; flach ist hier gar nichts..

Pippo Kuhzart
Various Artists
Club Coco: New Dimensions In Latin Music
Club Coco • 2025 • ab 28.99€

Weiß man ja: Coco Maria hat einen tollen Plattenkoffer. Für New Dimensions In Latin Music hat die mexikanische DJ nun aber auch ein tolles Label. Darauf erscheinen wiederum tolle Songs. Und zwar solche, die sie regelmäßig in ihrer tollen Radioshow auflegt. Man darf aber auch Cumbia-Latin-Funk-Compilation dazu sagen und Samba wie Bossa Nova erwähnen. Weil diese Musik im Club Coco passiert und man ja weiß: Das ist die allertollste Musik.

Christoph Benkeser   Zur Review
Xmal Deutschland
Gift: The 4AD Years
4AD • 2025 • ab 54.99€

Xmal Deutschland sind 2025 relevanter denn je: die Band mit Frontfrau Anja Huwe, die in den 80ern eine ganze Szene geprägt hat und zugleich seltsam unsichtbar blieb. Die bei 4AD neu aufgelegten Songs öffnen eine Zeitkapsel, in der ihr düsteres, kantiges Klanguniversum heute mit neuer Schärfe aufscheint. Sie machen erfahrbar, wie radikal eigenständig diese Musik war und warum ihr Nachhall bis heute reicht, über Generationen hinweg, ohne je vollständig im kollektiven Bewusstsein angekommen zu sein.

Ania Gleich   Zur Review
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