Natasha Pirards zweites Album Fernande, Cecile gleicht einer verzerrten Erinnerungslandschaft: Töne sinken dahin, Loops drehen sich um Field Recordings, und die Atmosphäre zieht in Schwaden dahin. Gespenstischer Minimalismus prägt die acht Stücke. Für dieses Album arbeitete Pirard aus ihrer eigenen Innerlichkeit heraus, aus den Erinnerungen an ihre Mutter und ihre Großmutter. Was bleibt von den Menschen in unserem Leben, wenn sie einmal nicht mehr sind? Und was bleibt von unserem Leben, wenn wir einmal nicht mehr sind? Für diese Gedankenspirale findet die belgische Künstlerin einen bedrückend leichten Sound.
»Changement de pas« setzt den Synthesizer als Schrittzähler ein. Das Leben schreitet voran, doch unweigerlich bleibt jemand in der Vergangenheit zurück. Dass Pirard mit diesem Album nicht ins Düstere des Fatalismus driftet, sondern Hoffnung, Liebe und Fürsorge in diesen Klängen liegen, macht Fernande, Cecile zu einem bewegenden Album. Dafür braucht es nicht einmal Worte, sondern lediglich ein offenes Herz für diesen experimentellen Ambient-Sound.

Fernande, Cecile