Auf dem schwedischen Label Studio Barnhus ist House-Musik stets mehr als bloße Funktion: Im Ernstfall greift sie dir mit beiden Händen unter die Arme und hilft dir wieder auf. Ein kleiner, sanft stampfender, melodischer Klopfer auf die Schulter. Der neue Viertracker von Faik Shakarchi und Daniel Stranéus, die seit knapp anderthalb Jahrzehnten versuchen, den Tanzboden mit guter Laune zu füllen, dockt an allem an, was sich musikalisch dem annähert, was man ein Lächeln nennen könnte. In knapp 20 Minuten gelingt ihnen eine Maschinenmusik, die gleichermaßen hypnotisch wie euphorisch wirkt – und immer rechtzeitig abbiegt, bevor es zu verkopft wird.
Geradeaus abgespulte, funktionale und doch aufgeladene Tracks wie »Donut Plains«, in denen sich der fleißig arbeitende Beat durch eine kleine, von Wiederholung lebende Melodie zwirbelt, haben es dabei am leichtesten. Doch selbst das mit Acid flirtende »Royal Links«, das mit Understatement im Ärmel und einer Prise Keyboard-Funk um die Ecke kommt, strahlt Optimismus aus. Der kompakte Rausschmeißer »Sandy Balls Resort« pustet schließlich in nicht einmal drei Minuten den Staub von den Boxen.

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