Elegant und sensibel: Das zweite Album des schwedischen Produzenten Velv.93 verbindet altbewährte Ambient-Traditionen mit harmonischer Coil-Dramatik, dezenten Club-Nuancen und verspielter Melodieführung. Maidstone ist ein verträumtes Album, das Erinnerungen an den Ambient der 1990er- und 2000er-Jahre weckt, an Künstler wie Biosphere, Pete Namlook, Markus Guentner oder Marsen Jules. Im Vergleich zu seinem ersten Longplayer Vollsma und seinen letzten EPs, die jeweils clubtauglichere Tracks präsentierten, ist sein Debüt auf dem belgischen Label Stroom fast rhythmusfrei.
Feinfühlige Klangschichten drehen sich um dezente Dub-Chords, minimale Pianoklänge oder leicht übersteuerte Dronesounds – alles stets stilvoll ausgewogen. Nur in kurzen Momenten tauchen leicht verstörende Klänge auf, die im Gegenzug schnell in absolute Anschmiegsamkeit aufgelöst werden. Charmante Synthklänge, Library-Melodien, digital beeinflusster Chorgesang, milde Acid-Spuren und Kali-Malone-Organ-Vibes: Maidstone hält viele Assoziationen bereit und bleibt in seinem fließenden Ambient-Energiefluss dennoch eigenständig.

Maidstone