Review Rock

Broken Social Scene

Remember The Humans

City Slang • 2026

Broken Social Scenes Debüt-Meisterwerk You Forgot It In People (2002) hat eine ganze Reihe leidenschaftlicher, stark von den Nullerjahren geprägter Rockmusik beeinflusst. Vor allem ist es dieses Gefühl von »Gebt nicht auf!«, ein kaum erreichbarer Sehnsuchtsaspekt, der die Musik von Broken Social Scene seither so besonders macht. Dieser ansteckende Sinn von »Es muss weitergehen!« rührt bei Broken Social Scene vor allem daher, dass sie sich weniger als klassische Band denn als großes Kollektiv präsentieren – Teamwork macht man gemeinsam, Freunde sind nie einsam und so weiter und so fort. Dieser Geist wirkt hoffnungsstiftend: damals erfrischend, heute nicht weniger.

Remember the Humans, das neue Album der Band, überzeugt. Das Intro des Openers »Not Around Anymore« erinnert zunächst noch an die Musik eines Nintendo-Spielmenüs. Doch schon nach kurzer Zeit wird klar: Hier werden altbekannte Klangcharakteristika – kratzige Gitarren, im besten Sinne gebrochene Arrangements – modernisiert und in einen frischen Indie-Pop-Kontext überführt. Besonders hängen geblieben ist beim vierten Hördurchgang der Song »Hey Amanda«, dessen Intensität mit jedem weiteren Durchlauf wächst. Da geht die Sonne auf. Und obwohl die Lyrics extrem kryptisch bleiben, weiß man am Ende doch ganz genau, was für ein Mensch diese besungene Amanda ist.

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