Music Porträt | verfasst 10.09.2020
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Text Harry Schmidt , Übersetzung Sebastian Hinz
Rubriken_sticker_detail_06

Die Schallplatten von Melody As Truth findest du im Webshop von HHV Records.


»Mehr Kontrolle über meinen Output, die Veröffentlichungspolitik, die Vertriebswege und das Artwork« zu haben, seien die Hauptgründe dafür gewesen, mit Melody As Truth (MAT) 2014 ein eigenes Label an den Start zu bringen, sagt Jonny Nash. Projekte wie Discossession, Kham Lingtsang Band und Spirit Bear Mezcal Ensemble, die Duos Land Of Light (mit Kyle Martin) und Sombrero Galaxy (mit Tako Reyenga), sowie Remixe für Acts wie Cos/Mes oder Seahawks mit Releases auf einschlägigen Imprints wie Lovefingers ESP Institute oder der japanischen Clubmusik-Institution Crue-L Records hatten Nash zu diesem Zeitpunkt in der Balearic- und Nu-Disco-Szene bereits einen hervorragenden Namen als Producer eingetragen. Dementsprechend habe er zu Beginn mit Melody As Truth kaum andere Ambitionen gehegt, als eine unabhängige Plattform für seine eigenen Produktionen zu haben. Geändert hat sich dieser enge Fokus durch die Bekanntschaft mit Diego Herrera, dessen Ambient-Album »Talk From Home« als Suzanne Kraft die erste MAT-Veröffentlichung war, die nicht aus Nashs Studio stammte und bis heute die erfolgreichste Veröffentlichung des Labels ist. Daraus hat sich mittlerweile auch eine enge künstlerische Zusammenarbeit entwickelt: Rund ein Drittel des MAT-Katalogs gehen auf das Konto ihres Duos. Zeitgleich mit seinem Umzug nach Amsterdam im Jahr 2017 öffnet Jonny Nash den MAT-Roster auch für andere Produzenten: Im Folgenden erscheinen Platten des französischen Producers Dang-Khoa Chau alias D.K., des dänischen DJs Natal Zaks unter dem Pseudonym Palta und von Rory Glacken aus Melbourne als Tourist Kid, zudem ein Longplayer von Nash mit der Ambient-Legende Gigi Masin (»ein persönlicher Meilenstein«) und ein weiteres Land-Of-Light-Album. Aktuell gehe die Tendenz allerdings wieder dahin, sich auf Produktionen von ihm und Herrera zu konzentrieren, so Nash.

»Freie Improvisation und improvisierte Melodien erzeugen eine direkte Kommunikation dessen, was man ausdrücken möchte – diese Spontaneität trägt ein Element von Schönheit und Wahrheit in sich« (Jonny Nash)

Im Namen seines Labels manifestieren sich einige seiner musikalischen Vorlieben, insbesondere die für improvisierte harmonische Strukturen: »Ich hatte schon immer vor allem Melodien im Kopf. Freie Improvisation und improvisierte Melodien erzeugen eine direkte Kommunikation dessen, was man ausdrücken möchte – diese Spontaneität trägt ein Element von Schönheit und Wahrheit in sich«, erklärt der 1981 geborene, in Edinburgh aufgewachsene und mit 18 Jahren nach London gezogene Produzent und Labelbetreiber. Den gemeinsamen Nenner seiner Veröffentlichungen sehe er darin, »an der Schwelle zwischen Sound und Stille zu arbeiten«, umreist Nash das Profil seines Labels. Zentral sei das »Erforschen von Raum und Timing«. Nicht von ungefähr erinnert das ästhetische Erscheinungsbild der meisten MAT-Platten, vielfach von Michael Willis verantwortet, an das von ECM: Auch für Manfred Eichers Label, das Nash neben Music From Memory, dem Label von Jamie Tiller und Tako Reyenga, mit denen er gut befreundet ist und in regem Austausch steht, unumwunden als maßgeblichen Einfluss und große Inspirationsquelle nennt, ist die Erkundung des Entstehens von Klang aus der Stille seit Jahrzehnten das entscheidende Leitbild.

Auf eine Phase, in der sein Interesse hauptsächlich digitalen Produktionsmitteln gegolten habe, folge nun eine der intensiveren Beschäftigung mit akustischen Schallquellen und Aufzeichnungsmethoden: »Ich würde nicht sagen, dass ich mich nicht mehr für elektronische Musik interessiere, aber derzeit bin ich wirklich fasziniert davon, mit echten Mikrofonen in natürlichen Hallräumen zu arbeiten«, beschreibt Nash seine künstlerische Entwicklung. Obwohl in der Clubkultur sozialisiert, komme seinen eigenen DJ-Sets dagegen ein zunehmend geringerer Stellenwert zu. Prägender für MAT sei das, was er »digging culture« nennt, und da habe sich sein Fokus im Lauf der Jahre eben von Cosmic Disco über New Age zur organischen Akustik verschoben, meint Nash, der auch eineinhalb Jahre in Asien verbracht und Indologie studiert hat. Dennoch sei ihm, auch wenn die Bedeutung digitaler Vertriebskanäle konstant zunehme, nach wie vor sehr wichtig, dass die meisten MAT-Releases auch auf Vinyl erscheinen. Momentan widme er sich vorzugsweise vorbarocker Kammermusik oder osteuropäischem Folk. Neben Alter Musik habe aber auch Neue Musik großen Einfluss auf ihn, sagt Nash und nennt die Komponisten Morton Feldman und John Luther Adams. Zu seinen All-Time-Favs gehören The Blue Niles »Hats«, Talk Talks »Laughing Stock« und das Soloalbum von Mark Hollis. Auf MAT hingegen wird als nächste Veröffentlichung ein Longplayer von Jonny Nash mit dem indonesischen Musiker Teguh Permana, der mit der Gruppe Tarawangsawelas spielt, erscheinen. 21 Releases in sechs Jahren mögen nicht viel erscheinen, aber: »Ich lebe meinen Traum – wenn auch im Schildkrötentempo!«, lacht Nash.


Die Schallplatten von Melody As Truth findest du im Webshop von HHV Records.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 14.05.2020
Jonny Nash & Suzanne Kraft
A Heart So White
Auf »A Heart So White« treffen Johnny Nash und Suzanne Kraft zum zweiten Mal aufeinander. Kommunikation fand dabei nur über die Musik statt.
Music Review | verfasst 11.05.2017
Jonny Nash & Suzanne Kraft
Passive Aggressive
Ambient, Balearic, New Age, whatever: viel neue Musik für den Smoothie trinkenden Großsstädter. Das meiste ist Ausschussware.
Music Bericht | verfasst 22.03.2013
All City Dublin
Platten für die Zukunft
Zwölf Jahre nachem Olan O’Brien 2001 einen kleinen Plattenladen im Temple Bar District in Dublin eröffnet hat, ist All City Records zum einem kleinen Brückenkopf amerikanischer Musik in Europa gewachsen.
Music Porträt | verfasst 15.03.2012
Eglo Records
Fingerübung in Sachen Qualität
Vor genau drei Jahren taten sich Sam Shepherd (Floating Points) und Radio-DJ Alexander Nut zusammen und gründeten das Label Eglo Records. Wir stellen euch das Londoner Label genauer vor.
Music Porträt | verfasst 23.05.2013
Minimal Wave
Die verlorenen Tapes
Veronica Vasicka hat mit Minimal Wave Records nicht nur ein Label gegründet, sondern gleich ein ganzes Genre gefunden, geordnet und wieder zugänglich gemacht. Ein Blick auf ein außergewöhnliches Label und seine Geschichte.
Music Essay | verfasst 27.05.2013
10 Favourites
Tape Labels You Better Should Know
Hurra! Die Tonbandkassete wird 50 und obwohl das wirklich alt ist, oder jedenfalls ziemlich alt, ist das Tape quicklebendig. Wir stellen euch 10 Labels vor, die einem nur vermeintlich veralteten Format die Treue halten.
Fashion Porträt | verfasst 25.10.2012
aNYthing Clothing
Identifikation mit einer guten Sachen
Zwischen den Klamotten ihres Modelabels und ihnen selbst passt nicht viel dazwischen. Die Kleidung, das sind Kiernan Costello und Aaron Bondaroff. Diese Authentizität, diese Unmittelbare der Designs, das ist es, für was das Label steht.
Music Porträt | verfasst 21.11.2013
Staple Design
»Mode ist Bullshit«
Es geht Staple Design nicht um T-Shirts, nicht darum einen dritten Ärmel am Oberteil unterzubringen oder den Kragen neu zu definieren. Hier steht eine Botschaft im Vordergrund und Mode ist »nur« ein Medium, die Menschen zu erreichen.
Music Porträt | verfasst 17.10.2013
Friends Of Friends Music
Haschisch, MySpace und elektronische Musik
Leeor Brown und sein Label Friends Of Friends Music gehen musikalisch als auch visuell eigene Wege. Das hat das Label aus Los Angeles weltweit zu einem der hipsten Institutionen in Sachen Musik gemacht.
Music Porträt | verfasst 05.06.2014
Antime Records
Scheitern als Chance
Von der großen Bühne zurück auf Null: Mit seinem Label Antime möchte der Frittenbude-Gitarrist Martin Steer künstlerische und geografische Grenzen überwinden. Und langsam mausert sich das einstige Netzlabel zum internationalen Netzwerk.
Music Interview | verfasst 16.06.2014
Hyperdub Records
Interview mit Steve Goodman
Der Hyperdub-Chef Steve Goodman aka Kode9 im Interview über 10 Jahre im Dienste der Bassmusik, Schwingungen in der Wirbelsäule, die Allianz weiblicher Musikerinnen auf seinem Plattenlabel und den Tod von DJ Rashad.
Music Porträt | verfasst 23.10.2014
Lobster Theremin
Nachhaltigkeit statt Kompromisse
In etwas mehr als einem Jahr hat sich das Londoner Plattenlabel Lobster Theremin als Bank für einen abwechslungsreichen Stilmix von House über kratzigen Techno bis zu spuligem Ambient bewiesen. Wir sprachen mit seinem Gründer Jimmy Asquith.
Music Porträt | verfasst 02.10.2014
Denovali Records
Von der Musik auf dem Grund der Zeit
Timo Alterauge und Thomas Hack haben vor 9 Jahren ein Plattenlabel für Musikliebhaber gegründet. Stilistisch ist Denovali Records schwer zu fassen. Man setzt bei der Auswahl halt auf Qualität und Zeitlosigkeit – und das zahlt sich aus.
Music Porträt | verfasst 13.11.2014
Hubro Music
Im Wunderland der neuen Klänge
Mit Hubro hat Andreas Meland vor genau fünf Jahren einen Raum für Musik geschaffen, die scheinbar mühelos zu neuen Ufern aufbricht. Ein Plattenlabel, das in dieser Form vielleicht nur in Norwegen möglich ist.
Music Porträt | verfasst 04.12.2014
Houndstooth Records
Keine Angst vor dem Neuen
Houndstooth Records ist gerade anderthalb Jahre alt und schon jetzt eine Institution für die Grenzgänge der elektronischen Musik. Mit dem nimmersatten Rob Booth als A&R ist Großes zu erwarten.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.