Music Interview | verfasst 12.08.2011
Anika
Stellt die Dinge in Frage
Valentin Menedetter traf die etwas andere Singer & Singwriterin Anika, die vergangenes Jahr ihr Debüt auf Stones Throw veröffentlichte, zum Gespräch. Eine Kampfansage an die heutige Konformität.
Text Valentin Menedetter , Fotos Benjamin Menedetter
2292-anika2011-www.hhv-mag.com

Anika zählt nicht zu der Riege der Singer Songwriter. In England aufgewachsen studierte sie Journalismus und wurde Auslandskorrespondentin in Berlin. Nebenbei arbeitete sie in der Musikindustrie als Promoter um schlussendlich als Managerin ihres eignen Labels das Geschäft kennenzulernen. Desillusionierung folgte und das Resultat war ein realistischer Blick auf die Dinge in der Welt und die Industrie. Ihre Bedenken spricht sie in ihren Songs an, die sie schreibt um mit ihrer Stimme Gehör zu finden. Zu ihren Helfern zählt niemand geringeres als Portishead Mitglied Goeff Barrow. Eine Kampfansage an die heutige Konformität.

Was spürst du wenn du Musik schreibst?
Ursprünglich wenn ich Musik schrieb, war es meine Art Druck abzulassen. Ich denke, das machen die meisten Musiker wenn sie schreiben. Ich finde es ist eine sehr angenehme Art, eine Art loszulassen wenn ich live auftrete. Die Leute denken oft, dass ich verrückt bin, aber ich bin komplett nüchtern – ich rühre nichts an bevor ich auf die Bühne gehe. Es bin einfach nur ich – ich kann mich hinflüchten wohin ich möchte.

Wenn du dich zu Hause hinsetzt, nachdem du einen Track beendet hast – fühlst du dich erleichtert?
Auf eine gewisse Weise – ich mag Wortspiele. Ich bin in erster Linie ein Schreiber, ein Politikjournalist. Ich habe viele neue Songs geschrieben, die wir momentan für das zweite Album aufnehmen. Das erste war natürlich überwiegend von Coverversionen geprägt. Neben ein paar Originalen. Es gibt verschiedene Gründe warum wir das gemacht haben; es ist eine recht lange Geschichte. Momentan schreiben wir neue Sachen. Es ist ein Wortspiel; es geht um aktuelle Probleme die jeden betreffen. Es ist jedoch nicht offensichtlich, man muss sich die Worte ansehen um zu verstehen was gemeint ist. Es ist recht geheimnisvoll.

Du versuchst es also in einen Code zu packen?
Es ist fast wie ein Insider-Witz mit mir selbst, ich kann auf der Bühne lachen und keiner weiß was ich mache. Das ist gut.

Arbeitest du noch als Journalistin?
Gar nicht mehr. Ich war das letzte Jahr auf Tour. Ich musste meinen Job einfach aufgeben – ich war die britische Korrespondentin. Das lässt sich nicht miteinander vereinbaren wenn man auf Tour ist. Momentan komme ich lediglich einmal die Woche ins Internet. Ich würde aber zurückkehren. Was ich jetzt gerade mache ist ein total legitimer Weg meiner Stimme Gehör zu verleihen. Ich habe einige Jahre in der Musikindustrie gearbeitet. Ich hatte viele Probleme damit – es ist wie eine Hassliebe. Es ist wirklich erfrischend ein Musiker zu sein und Sachen anzusprechen, die mich wirklich gestört haben. Für mich ist es eine politische Plattform, hier kann ich Leute verstören. Ich kann in Frage stellen was Leute als normal betrachten – was gut ist.

Du begreifst dich selbst als Kritikerin.
Nicht so sehr eine kritische Person, ich mag es einfach, die Dinge, die gerade passieren, in Frage zu stellen. Es gibt so viele Leute, die bereit sind Dinge zu ertragen nur weil es jeder andere auch tut. Vor allem in England – dort ist es schlimmer als irgendwo anders. Wenn es zum Beispiel eine Schlange auf der Straße gibt werden sich die Leute dort anstellen – einfach nur weil sie da ist. Die wissen nicht mal wofür. So funktioniert das dort. Ich hatte das Glück auf einer Uni zu studieren, wo man mich lehrte alles zu hinterfragen was in den Zeitungen geschrieben wird. Es hat mich zu einer bewussten Journalistin gemacht und einer bewussten Person. Ich habe schon von Kindheit an alles hinterfragt. Ich glaube, das ist wichtig. Deshalb haben wir das Album gemacht, und es ist unangenehm und viele Leute hassen es – das ist gut so, weil es ist nicht was sie als perfekte Musik erachten. Wenn jeder dächte, dass es großartig ist, worum geht’s dann? Dann wäre ich ein Mitläufer und kein Aufreger.

Also würdest du dich eher für Misserfolg entscheiden als deine Ideale zu verraten?
Ja, ich wollte nie unbedingt eine Sängerin werden. Ich wollte nur gehört werden. Ich wollte nicht auf X-Factor sein und reich und berühmt. Es ist alles falsches Geld – meistens. Sie zeigen dir die Autos, sie bringen dich ins Hotel und dann lässt dich das Label fallen und du bist wieder bei Tesco in England. Weil ich als Manager in der Industrie gearbeitet habe – ich hatte ein Label in Cardiff – habe ich eine realistische Sicht auf die Dinge. Das Label, auf dem ich bin, überlässt mir die meisten Sachen. Wir führen eine sehr gute Beziehung.

Das ist der Grund warum dir Stones Throw gefiel?
Ja, deswegen sind wir bei Stones Throw. In England und in Europa bin ich auf Invada, das ist Geoff Barrow’s Label, er ist der Portishead-Typ, mit dem ich zusammen das Album geschrieben habe. Als wir darüber nachdachten, mit wem wir in Amerika arbeiten sollten, gab es einige Optionen. Ich kannte Stones Throw von früher, als ich jung war, durch meinen Bruder. Er war ein Stones Throw Fan, und ich habe damit auflegen gelernt. Ich wusste, dass ich mit ihnen mehr Autonomie haben würde. Sie haben eine Reputation dafür Musik herauszubringen die nicht unbedingt Mainstream ist. Das war Hip Hop. Die Leute sind verwirrt warum ich auf einem Hip Hop Label bin. Es ist ein Label, das Musik fördert, die ein wenig anders ist. Was wir machen ist ein Grassroots Movement für uns. Ich mache das nicht für Berühmtheit, Erfolg oder Geld. Es war eine natürliche Entscheidung mit Stones Throw zu gehen.

Das Album Anika findest du bei hhv.de: LP | CD
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 29.04.2013
Anika
Anika EP
Man muss die Stones-Throw-Fanboy-Brille schon aufhaben, um diesen Release ernsthaft feiern zu können.
Music Review | verfasst 25.08.2016
Exploded View
Exploded View
Annika Hendersons Stimme. Eine Stimme, die gerade deshalb so beeindruckt, weil man nicht zuordnen kann, warum.
Music Review | verfasst 23.07.2021
Anika
Change
Anika hat mit »Change« ihr zweites Album, das erste seit elf Jahren, veröffentlicht. Doch was hat sich verändert?
Music Liste | verfasst 14.07.2017
Ausklang | 2017KW28
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 20.07.2007
Yesterday's New Quintet
Yesterday's Universe: Prepare For A New Yesterday (Volume One)
Madlib kehrt Yesterday’s New Quintet den Rücken, denkt sich weitere Musikercharaktere aus und veröffentlicht ein neue jazzige Musik.
Music Review | verfasst 01.10.2010
Aloe Blacc
Good Things
Mit seinem zweiten Album besinnt sich Aloe Blacc auf die Wurzeln schwarzer Protestmusik im Pop.
Music Review | verfasst 14.08.2007
Oh No
Dr. No's Oxperiment
Madlib mag der Wahnsinnigere sein, nahe an der Genialität bewegt sich aber auch Oh No auf diesem Album permanent.
Music Review | verfasst 26.08.2007
Madlib
Beatkonducta Vol. 3 & 4
Was man ungefähr erwarten kann, wenn sich Madlib in Indien austobt ist Straight outta Ghanges. Groß, wie immer.
Music Review | verfasst 08.04.2011
James Pants
James Pants
James Pants klingt nach James Pants und das mühelos. Selten klang Kreativität so unaufgesetzt.
Music Review | verfasst 26.04.2011
J. Rocc
Some Cold Rock Stuf
Mit Some Cold Rock Stuf besticht Beatjunkie J. Rocc mit einer positiv überraschenden, hervorragenden Platte.
Music Review | verfasst 12.05.2011
Tony Cook
Back To Reality
Peanut Butter Wolf hat mal wieder eine Perle ausgegraben. Diesmal soll es nicht weniger sein als der fehlende Link zwischen Funk und House.
Music Review | verfasst 20.06.2011
Madlib + Frank Nitt
Madlib Medicine Show #9: Nittyville
Mit Verzögerung erscheint der bereits für September 2010 vorgesehene neunte Teil der Medicine Show. Das Warten hat sich nicht gelohnt.
Music Review | verfasst 03.07.2011
James Pants/Mayer Hawthorne
Green Eyed Love/Thin Moon
Die zwei wohl einzigartigsten Stimmen von Stones Throw treten in der Sparte gegenseitige Coverversionen an.
Music Review | verfasst 01.12.2011
M.E.D.
Classic
Medaphoar ist in der Vergangenheit v.a. durch seine Gastauftritte bei anderen Künstlern aufgefallen. Nun ist sein Solodebüt erschienen.
Music Review | verfasst 15.12.2011
The Stepkids
The Stepkids
0s Soul, Funk, Punk, Jazz, Folk, westafrikanischen Rhythmen und moderner Klassik auf einen gemeinsamen Nenner gebracht.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Albums
Lockdown-Limbo, dann Lockerungen – erst gar nichts, dann alles auf einmal. Dazwischen? Musik. Viele großartige Alben erschienen dieses Jahr. Das waren die 50 besten auf Schallplatte veröffentlichten Alben des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 12inches
12inches werden meistens, aber nicht immer für den Club hergestellt. Ein Blick auf die 20 besten Schallplatten dieser Art im Jahr 2021 zeigt, dass nicht nur Dance Music neu gedacht wurde – sondern auch ruhige Kontrapunkte gesetzt wurden.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Reissues
Neues Jahr, neue Liste von Visionen von Zukünften, die bisher noch nicht Realität geworden sind. Diese 50 Schallplatten träumten in diesem Jahr aus der Vergangenheit am lautesten von einem besseren Morgen.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Compilations
Musik und erst recht die Menschen dahinter finden immer zueinander – notfalls auch über die Distanz, sei es nun räumliche oder doch zeitliche. Das waren die 20 besten auf Schallplatte veröffentlichten Compilations des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Tapes
Jetzt hat also auch der Mainstream die Wertschöpfungsmöglichkeiten des Magnetbands entdeckt: scheiße oder geil? Uns zumindest egal, wir schieben uns lieber Tapes von obskuren Labels und unter dem Radar fliegenden Artists in den Walkman.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Books
Von der ultimativen 2Pac-Oral-History hin zur Daft-Punk-Neulektüre und den B-Seiten der Musikgeschichte: Diese Bücher prägten ein Jahr, dessen erste Hälfte uns jede Menge Zeit zum Lesen bescherte.
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Porträt
Dengue Dengue Dengue
Guest Mix
Die peruanischen Dengue Dengue Dengue zwirbeln Hula-Hoop-Ryhtmen in den Club. Für uns haben sie exklusiv diesen 60-minütigen Mix zusammengestellt, mit Musik, zu der man die Pfeile spitzt, an Fröschen leckt und beim Trommelkurs brilliert.
Music Liste
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Porträt
Chillhop Music
Die Magie des passiven Lauschens
Chillhop ist Musik für eine Welt, in der alle hören, aber niemand zuhört. Das niederländische Label hat trotzdem Erfolg. Und weiß auch, warum.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2021
Er wäre gerne der Typ, der immer die wildesten Puffer Jackets in den Supreme-Videos trägt. Ist aber nur unser Kolumnist. Ja, die sad’e Jahreszeit beginnt. Immerhin nicht mit schlechter Musik: Hier ist die neue Ausgabe von Aigners Inventur.
Music Porträt
Faust
Warum isst du denn nicht Mohrrüben?
Die Hamburger Band Faust war vor 50 Jahren einer der seltenen Fälle, in denen eine Plattenfirma, wenn auch unwissentlich, Künstler unterstützte, deren Musik sehr anders klang als die bis dahin bekannten Rock-Entwürfe.
Music Kolumne
Records Revisited
Stars Of The Lid – The Tired Sounds Of (2001)
Die monumentalste Stille aller Zeiten: Mit »The Tired Sounds Of« schufen Stars Of The Lid im Jahr 2001 eines der wichtigsten Ambient-Alben. Sie verpassten dem Genre mit diesen zwei Stunden an Sounds, Drones und Loops eine neue Tiefe.
Music Interview
Torky Tork
»Ich liebe den Spagat zwischen alt und neu«
Torky Tork ist bislang eher als der Mann im Hintergrund bekannt. Jetzt hat der Berliner Beatmaker ein eigenen Produceralbum aufgenommen. Er hat die Beats geschliffen, Wandl, Döll, Lugatti oder Doz9 haben gerappt. Zeit für ein Gespräch.
Music Porträt
Holy Hive
Introspektive Leichtigkeit
Mit »Float Back To You« legte das New Yorker Trio Holy Hive 2020 ein Folk-Soul-Balsam für das wundgescheuert blankliegende Nervenkostüm vor. Auf dem selbstbetitelten Nachfolger setzen sie den eingeschlagenen Kurs fort.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.