Music Kolumne | verfasst 21.12.2011
Jahresrückblick 2011
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Was hatte 2011 musikalisch zu bieten? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir uns einem selbstauferlegten Stresstest unterzogen und auch eine eigene Ratingagentur gegründet, um die 50 Alben des Jahres zu sondieren.
Text Andreas Margara, Ben Grosse-Siestrup , Benjamin Mächler, Carlos Steurer, Florian Aigner, Florian Triesch, Henning Koch, Jan Wehn, Jens Pacholsky, John Luas, Julian Brimmers, Marc Leopoldseder, Martin Silbermann, Michel Leuffen, Patrick Cavaleiro, Paul Okraj, Pippo Kuhzart, Sebastian Hinz, Stefan Zehentmeier, Tony Kunstmann

Mark McGuire - Get LostFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Ein großartiges Jahr für Mark McGuire, dass der Gitarrist der Emeralds krönte mit diesem Album. Zwar basiert auch Get Lost auf die für Mark McGuire typische Schichtung von Loops, aber der Musiker aus Cleveland, Ohio lässt hier seinen Kompositionen mehr Raum, kreiert Tracks, die in Länge und Arrangement schon fast song- und weniger skizzenhaft sind und puren Optimismus ausstrahlen. Das ist ein Paradigmenwechsel, ein Sprung, der mit dem von Here Comes The Indian zu Sung Tongs bei Animal Collective vergleichbar ist und wir wissen ja, wo das fünf Jahre später hinführte. (Sebastian Hinz)
 

Martyn - Ghost PeopleFind it at hhv.de: LP | CD Martyns Ghost People ziert sich nur noch ganz selten mit diesen betörenden Flächen, die Great Lengths zu einem Semi-Klassiker gemacht haben. Streng genommen hätten sich sogar nur Distractions und Twice As auf Martyns Debüt problemlos eingefügt, zu widerspenstig weigert sich das Gros der hier versammelten Tracks dem früheren Trademark-Sound des Niederländers gerecht zu werden. Ein Album, das seine Liebe für klassischen House und Techno ausdrückt, wolle er machen. Aber selbst wenn Martyn die Technokeule schwingt, bricht er die Bassdrum-Euphorie mit verspultem Bit-Gezwitscher (Maske), Angst einflößenden Störgeräuschen und Staccato-Elementen (Horror Vacui) oder tribalesken Breaks (Ghost People). Popgun ist dann sogar noch ein Seitenhieb auf die grassierende Bass-Pornographie und Bauplan ein gelungener Verweis auf Carpenter, Moroder und damit indirekt auch auf Drexciya, Model 500 und Co. Tolles Album. (Florian Aigner)  

Matana Roberts - Coin Coin Chapter One: Gens de Coloeur LibresFind it at hhv.de: 2X10inch Your Rating?: Go to Review Nach Jahren des kreativen Stillstands hat sich das kanadische Label Constellation Records in diesem Jahr mit einigen sehr guten Alben wieder ins Sichtfeld der Musikliebhaber geschoben. Sandro Perri, Colin Stetson oder Esmerine waren hier beteiligt. Den Vogel abgeschossen aber hat eine Jazzplatte. Coin Coin Chapter One: Gens de Coloeur Libres von Matana Roberts, live vor kleinem Publikum in Montréal eingespielt wurde zu einem aufwühlenden, mitreißenden, nachdenklichen Statement der Freiheit. In einem politisch so aufgeladenem Jahr wie diesem ist es erstaunlich, dass die (Pop-)Musik weiterhin an ihrer Entpolitisierung arbeitet und dieses Album quasi als einziges sinnvoll einen Gegenpol dazu bildete. Was Coin Coin noch wertvoller macht. (Sebastian Hinz)
 

The Midnight Eez - the Midnight EezFind it at hhv.de: LP So sehr wir alle diesen Sound lieben, zerrt die ständige Reanimierung des Boom Baps doch stetig an manchen Nerven. Produzenten in riesigen Heerscharen versuchen sich an der Replikation dieses charakteristischen Sounds, kopieren bestimmte Verfahrensmuster und meditieren in geistigen Zeitreisen zu den Five Boroughs anno 1993. Bisweilen durchaus talentiert, wenn auch zumeist auch äußerst berechenbar. Warum nicht gleich die Originale hören? Doch wenn man auf dem Feld bewandert ist, vieles bereits gehört hat, werden die Momente weniger, in denen ein Track, ein Song, ein Beat noch zu berauschen imstande ist. Nicht aber bei den Midnight Eez. Die selbstbetitelte Demo des Produzenten-Duos aus New York City, die die Iren von All City Records glücklicherweise in Vinyl gepresst haben, ist schließlich genau zu jener Zeit entstanden. Der Rest ist Legende, Informationen sind Mangelware: 1995/1996 remastered demo with unreleased beats from unknown Bronx duo called the Midnight Eez. Bitte mehr davon! (Paul Okraj)
 

The Mighty Mocambos - The Future Is HereFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Die Mighty Mocambos haben sich in den letzten Jahren dank Veröffentlichungen diverser vermeintlich obskurere Singles unter Pseudonymen bewusst und unbewusst eine treue Hörerschaft im Bereich der analogen Klänge erspielt. Weiteres Aufsehen erregten sie als Backing Band auf Gizelle Smiths Solo-Album 2009. The Future is Here lebt von seinem Abwechslungsreichtum und einer puristischen Band, die es versteht ein altes Groove-Prinzip ins neue Jahrtausend zu transportieren. (Florian Triesch)
 

Nicolas Jaar - Space Is Only NoiseFind it at hhv.de: CD Your Rating?: Go to Review Nicolas Jaar verdeutlichte mit seinem fantastischen Debüt, dass man interessante elektronische Musik auch fernab vom Club-Kontext machen kann. Die vielseitigen Instrumente, Geräusche und Sprach-Samples fügen sich auf Space is Only Noise wie zu einem meditativen Soundtrack für einen fiktiven Experimentalfilm zusammen und erschaffen ganz eigene, hochkomplexe und melancholische Klang-Texturen. (Henning Koch)
 

omar-s inventurFind it at hhv.de: LP Kommen wir zum größten Charakterkopf, den die House-Szene seit der Mäßigung Kenny Dixon Juniors hervorgebracht hat. Omar-S konstatiert, dass diese analogen Rhythmen gepaart mit expressiven Synth-Lines zwar machbar sind, aber nur von Herrn Smith persönlich. It Can Be Done But Only I Can Do It ist eine Ansage, vom größenwahnsinnigen Titel, über das dadaistische Cover bis hin zum überragenden musikalischen Inhalt, der im Vergleich zu Omar-S’ Frühwerk noch deutlicher Chicago huldigt, immer aber auch den kalten Atem Detroits transportiert, ältere Stücke updated und sich auch nicht scheut einen verschleppten Groove mit der Tonspur eines Pornos zu paaren. Nennt ihn Aggressive Leader, bipolar, Genie – völlig egal, denn keiner kann’s wie Alex O. Smith es kann. (Florian Aigner)
 

Oneohtrix Point Never - ReplicaFind it at hhv.de: LP Your Rating?: Go to Review Der New Yorker Daniel Lopatin war als Oneohtrix Point Never einer derjenigen, die im vorletzten Jahr oder so eine Welle von Synthesizermusik losgetreten haben, deren Sound auf gute oder ungute Weise die Rezipienten an ihre Kindheit in den 1980er Jahren erinnerten. Sein diesjähriges Werk Replica legte hier noch eine Schippe drauf und collagierte Akustisches aus Reklame, Dokumentationen und Lehrfilmen dieser Kindheitstage und gibt so den emulierten Panflötentönen, die Weite suggerieren sollen, ihre Unschuld wieder zurück. Dafür sollten wir dankbar sein. (Sebastian Hinz)
 

Onra - Chinoiseries Pt. 2Find it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Der Titel »Beat Konducta Fernost« sollte Onra spätestens mit dem zweiten Teil von Chinoiseries sicher sein. Rare Rillen, die der französische Beatschrauber in China und Vietnam zusammengeklaubt hat, unterlegt er auf seiner MPC mit zischender Snare und bouncenden Kopfnick-Rhythmen. Eine saftige Frühlingsrolle für die Ohren! (Andreas Margara)
 

Panda Bear - TomboyFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Es klingt schon beinahe floskelhaft, wenn man schreibt, dass man mit Panda Bear’s Nachfolger zu Person Pitch, einem der vielleicht wichtigsten Alben der letzten zehn Jahre, genau das bekommt, was man erwartet. Von einem Album allerdings, dessen Erwartungshaltung so hoch waren, diese Erwartungen dann erfüllt zu sehen, beweist nur einmal mehr das Ausnahmetalent von Noah Lennox. Tomboy huldigt zwar weniger dem Experiment, ist aber dafür über und über gespickt mit kleinen Hits. Panda Bear bedient sich wieder aus dem Archiv der Popgeschichte, durchwühlt die Zeitleiste horizontal und vertikal, um daraus etwas ganz eigenes zu machen. Sollen die anderen doch der »Retromania« verfallen, bei Panda Bear hört man die Zukunft von Pop. Auch in diesem Jahr. (Sebastian Hinz)
 

Peaking Lights - 936Find it at hhv.de: 2LP | CD Wer zum ersten Mal das Peaking Lights Album 936 hört, könnte sich wegen des schräg verdrehten Grooves eventuell wieder abwenden. Ihre abgehangenen, verspult verwunschenen Stücke zwischen traditionellem Songwriting und freier Improvisation nagen sich erst nach mehrmaligen hören tief im Kopf fest. Ist das geschehen, will man sie nur noch im Loop hören und mit dem Duo aus Madison, Wisconsin abtauchen in eine glückseelig vernebelte New-Age-Welt, in der man tanzen, träumen und sein Selbst an Musik verlieren kann, die sich keine Gedanken um ihre Verwertbarkeit macht. Ihr elektronisch versetzter Hippie-Pop kommt direkt von der Seele und genau deshalb schließt man 936 auch unwiderruflich ins sein Herz. (Michel Leuffen)
 

Pharoahe Monch - WARFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review 2011 hat sich der Pharoahe des Rap zurückgemeldet. Fake-MC’s und der Industrie erklärt er auf W.A.R. den, ja genau, Krieg. Neben anspruchsvollen Rap-Lyrics ist sein Waffenarsenal jedoch vor allem mit einer geballten Portion Soul bestückt. Jill Scott, Phonte und MeLa Machinko können davon ein Liedchen singen. Shine zählt zweifelsohne zu den einprägsamsten Titeln 2011. (Andreas Margara)
 

Random Axe - Random AxeFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Lange hatten Black Milk, Sean P. und Guilty Simpson mit ihrem Supergroup-Projekt Random Axe auf sich warten lassen. Nachdem zwischendurch unzählige aufgenommene Spuren verloren gingen, war es im Juni dann endlich soweit. Typischer instrumentaler Wahnsinn, größtenteils auf der Grundlage psychedelischer Rock-Samples, des einzig legitimen »Dilla-Nachfolgers« Black Milk trifft auf zwei wahre Punchline-Könige. Ein kompromissloses Rap-Album, weit entfernt von Experimenten und der Anbiederung an neue Trenderscheinungen. Auch wenn sich Kritiker und Fans nicht ganz einig werden wollten, war Random Axe eines der Highlights im Rap-Jahr 2011. (Carlos Steurer)
 

The Rapture - In The Grace Of Your LoveFind it at hhv.de: 2LP | 2LP Your Rating?: Go to Review In The Grace Of Your Love von The Rapture schaffte, wie in diesem Jahr kaum eine andere Platte, den Spagat zwischen extrovertierter Hookline und introvertierter Nachdenklichkeit. Das nach fünf Jahren Abwesenheit erschienene Meisterwerk ist eine mitreißende, euphorische Platte, die zugleich eine undurchdringbare und lyrisch wohl vielschichtigste der Band ist. Als Album konzipiert, funktionieren die Songs auch am besten in eben jenem Kontext und sie werden mit jedem Hören nur besser. (John Luas)
 

Rick Wilhite - Analog AquariumFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Dass Rick Wilhites Analog Aquarium so klingen würde wie andere Platten aus der Motor City, nach denen wir uns hier monatlich die Finger lecken, konnte man getrost voraussetzen. Und wenn das Patenkind Detroits zum langerwarteten Debüt bittet, lassen sich illustre Gäste wie Theo Parrish, Marcellus Pittman und Osunlade nicht lange bitten und partizipieren bereitwillig wie spielerisch an einem fulminanten Erstlingswerk. Hier wird House-Musik nicht programmiert, hier wird sie gespielt, gejammt, gelebt und mit sakraler Hingabe gepredigt. Fulminant. (Paul Okraj)
 

Rise - MessagesFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Ähnlich wie Quantic wechselt auch Rise verschiedene musikalische Entitäten wie andere ihre Sneakers, um so genregerecht und -authentisch die dazugehörigen Stilarten zu bedienen. Messages, sein jazziges-bis-boombapiges Instrumentalalbum spiegelt diese Wandlungsfähigkeit wider und will uns stimmungsmäßig in eine eigene Welt, irgendwo zwischen DJ Shadow’s Entroducing und Aim’s Cold Water Music locken. Diese Platte hätte die Grundlage für Guru’s Jazzmatazz Vol. 5 werden können. (Florian Triesch)
 

Rustie, Glass SwordsFind it at hhv.de: LP | CD Your Rating?: Go to Review Beginnen wir doch gleich mit dem soziokulturellen Link zur im Kalenderjahr 2011 omnipräsenten Retromania-Debatte: Rustie bedient sich auf seinem Debütalbum Glass Swords u.a. den aufgeladenen Gefühlen des Glam-Metals der Achtziger und schlägt gleich mehrere Haken zu Van Halen und Co. Es wabert, schimmert, leuchtet, glänzt. Auf dem 13 Stücke umfassenden Album vereint der 27-jährige Glasgower eine krude Anzahl schier unpassend anmutender Einflüsse, die bei aller Dialektik – und das ist die Kunst dabei – chirurgisch exakt zusammengeführt werden. Keine Frage: Glass Swords ist ein großer Wurf. Oder wie es gleich der knackigste Soundcloud-Kommentar zu repräsentativen Ultra Thizz auf den Punkt bringt: »Next level vintage future made from some crystaline substance from space, designed to be listened to at full bass in a Cadillac Escalade with 5 15† speakers. Dubstep is dead. This is next level vintage future.« (Paul Okraj)
 

Shabazz Palaces - Black UpFind it at hhv.de: CD | LP Mal ehrlich, Black Up dürfte so ziemlich die Platte gewesen sein, die das Gewissen der meisten Indie-Magazine dahingehend beruhigte, doch nicht den Anschluss in Richtung Hip Hop verloren zu haben. Spiritualität, verdrehte Takte, Dub-Einflüsse, Afrozentrismus und Beats direkt aus der Voodoopuppe geschüttelt – was Ishmael Butler und Tendai Maraire als Shabazz Palaces auffuhren, überzeugte wie es verstörte. Clear some space out, so we can space out. Einmal Hirn frei blasen und Synapsen neu verknüpfen auf etwas mehr als einer halben Stunde. Und das mit einer der besten Platten des Jahres. Ganz ehrlich. (Björn Bischoff)
 

Toro y Moi - Underneath The PineFind it at hhv.de: LP Your Rating?: Go to Review Chillwave ade. Auf dem zweiten Album nimmt sich Chaz Bundick lieber 70ies-Funk, Krautrock und Frensh Pop an. Große Melodien, analoge Wärme und knackige Grooves anstatt Samples und Laptop-Frickeleien stehen Toro y Moi ausgezeichnet zu Gesicht. Eine Weiterentwicklung, die einem Quantensprung gleichkommt, und obwohl mit New Beat und Still Sound zwei lupenreine Hits vertreten sind, präsentiert sich Underneath The Pine (auch durch den verhallten Gesang) als atmosphärisches und rundes Gesamtwerk. (Martin Silbermann)
 

Twit One - Stepping Stone Album CoverFind it at hhv.de: LP Your Rating?: Go to Review »Ach, verdammt, der Song war so guuut – warum ist er nur schon wieder vorbei« denkt man sich oft beim Hören dieses Albums, auf dem der längste Track eine Spielzeit von 2:35 besitzt. Doch der Gedanke währt stets nur kurz – weil: Der nächste Track auf Stepping Stones ist immer mindestens genauso gut, wie der vorige; »skippen« ist keine Option! Zeitlose Samples werden vom Kölner Twit One zu einem sprießenden Gemisch aus HipHop, Soul und Jazz zusammengemischt – Nostalgie in ihrer belebendsten Form. (Philipp Kunze)
 

Tyler The Creator- GoblinFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Dem überlebensgroßen Internet-Hype der OFWGKTA folgte mit Goblin der nächste logische Schritt in den internationalen Mainstream. Auch wenn die Wenigsten eigentlich verstehen konnten, warum Tyler the Creator hier Frauen vergewaltigen und Schwule beleidigen musste, sahen sich selbst provinzielle Kulturredaktionen gezwungen, auf den Zug aufspringen. Das paranoide Psychogramm Rap’s enfant terrible, geprägt von Selbstmord-Fantasien und der Auseinandersetzung mit dem Fehlen des väterlichen Elternteils, lieferte ganz nebenbei mit Yonkers eines der besten Videos und einen der besten Rapsongs der letzten Jahre. (Carlos Steurer)
 

Virgo Four - ResurrectionFind it at hhv.de: 2LP | CD Eric Lewis und Merwyn Sanders waren und sind dank Rush Hour jetzt wieder Virgo 4. Resurrection versammelt Material, das in den Jahren 1984 bis 1990 entstanden ist und zementiert das, was spätestens seit dem letzten Jahr alle wissen: Virgo 4 sind die historisch unterbewertetste House-Combo aller Zeiten. Da können manche Kollegen noch so oft schreiben, dass nicht alles auf dieser monströsen 5er-LP essentiell sei und manche Tracks eher Skizzen gleichen würden. Banausen, ihr! Für mich sind diese subtilen und tiefen Tracks nicht nur eine Reise in das sagenumwobene Chicago der Achtziger, sondern so ziemlich das Beste, was 2011 hätte passieren können. Da kann sich der Rest der heutigen House Nation noch so oft durch die Roland-Palette durchdeklinieren: this is how it’s supposed to be done! (Florian Aigner)
 

The Weeknd - House Of Balloons R&B war für Menschen mit Musikgeschmack ja lange Zeit eine eher schwierige Angelegenheit: zu oberflächlich, zu schmierig, zu schmalzig, zu eindimensional, zu dumm. Wenn man Soul haben wollte, dann suchte man eher in der Historie oder bei der, nun ja, Conscious-Fraktion – bis dieses Jahr House Of Balloons von The Weeknd bei so ziemlich jedem mit Internetzugang und Ohren die Haltung zu R&B gehörig auf den Kopf stellte: Hypnotische Musik irgendwo zwischen Drake und Burial, Abel Tesfaye singt dazu wie ein junger Dionysos über Gefühle, Drogen, Sex, Sex und Sex – so geht das klar. Von wegen nur »für die Ladys«. (Marc Leopoldseder)
 

Wye Oak - CivilianFind it at hhv.de: LP | LP Your Rating?: Go to Review Das Ambivalente, das Hin- und Hergerissensein, zwischen Euphorie und Abgrund pendelnd, das Kratzen und Streicheln, das Küssen und Beissen haben uns Wye Oak mit Civilian in diesem Jahr musikalisch zurückgebracht. Sonic Youth, My Bloody Valentine, PJ Harvey, Seely so ungefähr vor zwanzig Jahren stecken da drin. Eine Platte, die so ein bisschen aus der Zeit ist und gleichzeitig so aktuell (da haben wir sie wieder, die Ambivalenz). Das beste Indie-Rock-Album seit Jahren! (Sebastian Hinz)
 

Zomby - DedicationsFind it at hhv.de: 2LP | CD Your Rating?: Go to Review Künstlerisch sich seiner selbst noch nie so sicher war Zomby. Das mag seltsam klingen, zieht sich durch Dedication doch ein depressiver Fatalismus, der den halluzinogenen Neon-16Bit-Bleep-Sounds seiner vorherigen Veröffentlichungen fehlte. Genau durch jene Unsicherheit, die wohl auch damit zu erklären ist, dass Zomby in der Entstehungszeit den Tod seines Vaters zu verarbeiten hatte, gewinnt der Künstler Zomby aber eine Facette, die ihn aus der freigeistigen Dubstep-Not-Dubstep-Außenseiter-Nische befreit und zum potentiellen nächsten Thom Yorke Ziehsohn macht. Ob der – zumindest via Twitter – durchaus kapriziös wirkende Zomby eine solche Entwicklung begrüßen würde, darf zwar durchaus bezweifelt werden, dass Dedication ein tolles Album ist jedoch nicht. (Florian Aigner)
 

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Die 50 Alben des Jahres findest du bei hhv.de.
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Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.