Music Kolumne | verfasst 02.10.2012
Aigners Inventur
September 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: The XX, Flying Lotus, Xavas, Mala und Robert Hood.
Text Florian Aigner

Good Music - Cruel SummerFind it at hhv.de: CD Pflichtbewusst wie eh und je beginnen wir mit dem auf dem Papier größten Spektakel des Monats. Kanye schert seine Schäfchen um sich und auch wenn »Cruel Summer«, wie Kollege Philipp Kunze richtigerweise attestierte, große künstlerische Visionen fehlen und mindestens ein Drittel der Tracks nominell besser unter dem Banner »iTunes Bonus« erschienen wäre: das G.O.O.D. Music Camp ist in seiner hingerotzten Arroganz und demonstrativen Lebensfreude eine große Bereicherung, auch wenn Ye die üblichen 29 N*ggas in Paris Encores als Künstler vielleicht langfristig nicht gut getan haben. Dass ich mich für diese Kaffesatzleserei spätestens beim nächsten großen Solo-Album in Grund und Boden schämen werde, ist mir jedoch auch bereits klar. Oh und habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich immer noch bei jedem Vers von Herrn Thornton leicht zu schwitzen beginne?
 

luep fiasco - food liquor 2Find it at hhv.de: CD Während die ganze Welt Kanyes Douchebagismen als achte Todsünde ausmachen will, gäbe es hierfür weitaus passendere Kandidaten. Nun will ich nicht die ollen ATCQ-Kamellen aufwärmen, aber nicht erst seit diesem Zeitpunkt nehme ich Lupe Fiasco als relativ unangenehmen Zeitgenossen wahr, der zwar ein bemerkenswertes Talent als Schreiber hat, daraus aber einen heuchlerischen Zeigefinger-Habitus ableitet, den ich in meinem Rap Post-KRS-One einfach nicht mehr haben will. Das Gute an »Food & Liquor II« ist aber immerhin, dass Lupe nach der absoluten Katastrophe, »Lasers«, musikalisch wieder in der Spur ist und nicht auf jeder zweiten Hook ein Tim McGraw-Double Kalendersprüche für die Soccer Muttis rezitieren lässt. im Gegenteil, hier findet sich sogar einiges, was an Lupes Glanztaten »Kick Push« und «The Cool« anknüpfen kann.
 

dmx undisputedFind it at hhv.de: CD Eher tragischer Natur ist DMXs steter Abstieg in die musikalische Belanglosigkeit. Für zynische Jenny Elvers-Gags ist mir des Chefbellers crackinduzierter Gesundheitszustand zu kritisch, aber wenn man auf »Undisputed« immer wieder bemerkt, wie X seine einst mächtige Präsenz am Mikro fast vollständig verloren hat und viele Verse kraftlos wegnuschelt, überlegt man doch kurz 200 Kopien des ersten DMX Albums in fünf Jahren zu bestellen. Irgendjemand muss ja die Reha finanzieren.
 

project pat belly fullFind it at hhv.de: CD Um Project Pat muss man sich unterdessen nach eigenen Angaben keine Sorgen machen. Der Magen ist voll, die Hündinnen spuren, das Sirup wird mit genügend Aspirin runtergespült und Pferdestärken sind auch genügend vorhanden. Natürlich hat Pat das auch schon alles zwingender gemacht, aber »Belly On Full 2« ist ein weiteres Ignant-Festspiel und ich hoffe vor allem, dass gerade Pat endlich zählbar von der momentanen Trap-Manie profitiert. Lieber er als wieder einer dieser Johnny Come Latelys, die Diplo am Höhepunkt jedes Hype-Zyklusses vor seinen Karren spannt.
 

asap mob lords never worry Vom A$AP-Hype kann man meinetwegen auch genervt sein, ich bin es nicht. Auch »Lord$ Never Worry«, das Mixtape der gesamten Meute, hat nämlich genügend Momente, die vergessen lassen, dass auch beim A$AP Mob einiges an Ausschuss produziert wird. Im MP3-Zeitalter ist das jedoch zu verschmerzen, ob nun dank Jim Jones’ supergeilem Gastspiel in Grenzdebilität oder Rockys überslicker Bumsorgie Purple Kisses.
 

lil b based jam Es mag historisch falsch sein, aber in zehn Jahren dürfte der Based God als derjenige in Erinnerung geblieben sein, der diesen ganzen Viral-Shit erfunden hat. Nun ist es schwierig, Lil B und seinem absurden Output zu folgen, aber zwischen all dem spontanen Wahnsinn findet sich alle paar Monate auch wieder ein Mixtape, das man in voller Länge hören sollte. »Based Jam« ist ein solches, ist vermutlich in den beiden Tagen entstanden als Lil B beschlossen hatte, Kevin Durant zu verfluchen und beweist, dass der Auserwählte über Sample-lastigen Kram immer noch am besten klingt. Und wer ihn nach Sachen wie dem Titeltrack immer noch als Gimmick verkennt, hat wenig bis nichts verstanden.
 

kreayshawn album 90% Gimmick bleibt hingegen Kreayshawn, jene Bratze also, die ihren Major Deal zu sensationell schwachbrüstigen 3900 verkauften iTunes-Downloads in der ersten Woche nutzte. Nicht, dass Verkaufszahlen im Marketingkonzept für die spätpubertäre Princess Superstar gone Förderschule die entscheidende Rolle spielen würden, aber irgendwie ist es dann doch gerecht, dass der weibliche Money Boy als YouTube-Amüsement besser funktioniert.
 

Die Orsons Das Chaos und die Ordnung LPFind it at hhv.de: CD Auch ganz schlimm: der auf größere Kapazitäten erweiterte Gassenhauer-Pop der Orsons, deren Erfolg eigentlich ja sympathisch ist, die aber mittlerweile klingen wie eine von der FSK beauftragte Vorschüler-Version von K.I.Z.
 

xavasFind it at hhv.de: 3LP+CD Sehr unangenehm ist auch »Gespaltene Persönlichkeit«, das Kollaboalbum der frisch gebackenen Eurovision Songcontest Fahnenträger Xavas, aka Naidoo und Savas. Nun will ich Xavier Naidoo nicht per se verteufeln, nach einer 4:0 Hinrichtung Argentiniens ist dessen Pathos bierselig bisweilen erträglich, aber wie er mit seinem esoterischen Kirchentagsgewurschtel auch Kool Savas zu fiesesten Gunter Gabriel Weisheiten animiert, ist schon ziemlich ekelhaft. Fehlen nur noch die Kinderchöre.
 

Homeboy Sandman - first of a living breed Cover Find it at hhv.de: CD | 2LP Das absolute Kontrastprogramm kann sich der Wortsportinteressierte bei Homeboy Sandman abholen. Der debütiert mit »First Of A Living Breed« auf Albumlänge auf Stones Throw und spielt nicht nur mit einer fast schon grotesken Vielfalt verschiedener Flows und Reimschemata, auch musikalisch lässt sich der Vieldenker auf keinen Stil reduzieren. Golden Era, Psych, 8Bit – you name it, he’s got it. Beeindruckend wäre ein passendes Adjektiv. Hätte er jetzt nur noch eine etwas bemerkenswertere Stimme…
 

pacewon mr greenFind it at hhv.de: CD Eine solche hat Pacewon, dessen Karriere nicht unbedingt so verlaufen ist, wie man sich das zu Outsidaz-Zeiten gewünscht hätte. Daran wird auch »The Only Number That Matters Is Won« nichts ändern, seine Zusammenarbeit mit Mr. Green, die genau so auch im Jahre 1999 hätte erscheinen können. Wäre Pacewon irgendein Newcomer würde ich das an dieser Stelle vermutlich bigott anprangern, weil Pacey Pace aber ein alter Favorit ist, geht das schon klar, vor allem, weil eine andere Ausrichtung auch einfach nicht passen würde.
 

snowgoons dynastyFind it at hhv.de: CD Wie kommt es eigentlich, dass man gefühlt jeden zweiten Monat ein neues Snowgoons Album besprechen – äh – darf? Schon klar, dass die ganzen arbeitslosen Duck Downer und Babgrandeler irgendwie beschäftigt werden wollen, aber irgendjemand muss diese belanglosen Stoupe-Demos doch auch produzieren?! »Snowgoons Dynasty« ist ungefähr das zwanzigste identische Album unserer Exportschlager, dieses Mal auch direkt im Doppel-CD-Format, weil 80 Minuten Punchlines und Beats straight outta Napster-Ära scheinbar nicht reichen. Ganz ehrlich: wer braucht das?
 

Flying Lotus Until the Quiet Comes LPFind it at hhv.de: Deluxe | 2LP Die ganze westliche Hemisphäre braucht dafür Flying Lotus, nicht nur, weil der diesem so schal gewordenen IDM-Scheiß alle drei Jahre eine Frischzellenkur verpasst, sondern auch, weil ein neues Fly Lo-Album auch immer ein Anlass sein sollte, dass diese ganzen ach so deepen Jazzcats ihre Stolperinstrumentals einmotten und uns nicht weiter mit der zweitausendfünfhundertsten Meiso-meets-Fantastic-Vol.2-Scheiße langweilen. »Until The Quiet Comes« ist vielleicht das aufgeräumteste aller bisherigen Lotus-Alben und damit auch das im ersten Moment am wenigsten packende. Nach einigen Durchgängen offenbart sich aber erneut, warum Steven Ellison ein Ausnahmenproduzent ist. Sphärischer Space-Jazz macht Platz für die druckvolle B-Seite, das esoterische Techtelmechtel mit Frau Badu ist spätestens nach dem futuristischen Boogie-Stück »The Nightcaller« vergessen und Laura Darlington verzaubert gen Ende über den schüchternsten House-Beat des Jahres. Das mag nicht mehr ganz so viel Vorsprung haben, aber nach wie vor gilt: wenn man sich 2012 nur ein seltsames Frickelalbum für verwirrte Sonntagmittage kaufen will, dann hat das auch dieses Jahr jener Ellison produziert.
 

The Gaslamp Killer Breakthrough LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Er mag einer der meistdiskutierten DJ-Derwische sein, aber ein Ausnahmeproduzent ist Gaslamp Killer hingegen nicht. »Breakthrough« schleppt sich mit den erwarteten Psych-Tropen, schlampigen Drums und viel Fieps und Beeps ins Ziel, begeistert aber seltenst. Dafür wurde das alles schon viel zu oft in ähnlicher Form angerichtet und in der jüngsten Vergangenheit beispielsweise von Paul White und Samiyam wesentlich zwingender vorgetragen.
 

Mala Mala In Cuba LPFind it at hhv.de: CD | 4LP Den Impuls beim Stichwort »Kuba« im musikalischen Kontext die Ohren sofort mit einer halben Stunde Three 6 Mafia ausspülen zu wollen, ist immer noch den Spätfolgen von Wim Wenders Töpferkurs-Favorit Buena Vista Social Club geschuldet. Dass »Mala in Cuba« damit wenig zu tun hat, war glücklicherweise zu erwarten. Dass sich Gilles Peterson beim Anpreisen dieses Albums im besten Mary Anne Hobbs-Stil vergallopiert hat, jedoch gewissermaßen auch. »Mala in Cuba« ist definitiv nicht die Rettung Dubsteps in seiner ursprünglichen Form und auch kein visionäres Projekt. Als Teil von DMZ zu Recht als Säulenheiliger in der britischen Bass-Historie etabliert, läuft Mala hier eher auf Autopilot, obwohl oder trotz des ungewöhnlichen Ausgangsmaterials für seine 140 BPM Bass-Collagen. Zwar verzichtet er auf die mittlerweile untragbar gewordenen Wobble-Attacken der frühen Dubstep-Schule, dennoch wirkt Mala etwas ratlos, was denn diesem Genre noch hinzuzufügen ist, so man denn nicht auch auf House und Techno umsatteln will.
 

dasaflexFind it at hhv.de: CD | LP Eine überzeugendere Antwort auf diese Frage liefern Dusk & Blackdown, deren »Dasaflex« sich ebenfalls nicht so auf House im klassischen Sinne versteift, wie das beispielsweise im Hause Hotflush Usus geworden ist. Stattdessen hauchen sie dem, seltsamerweise seit der Trap-Manie am Stock gehenden, Genre Grime neues Leben ein, verblüffen mit einer bleepigen Burial-Kollabo und eröffnen gar mit einer traurigen Ninja Tune anno 2001 Nummer. Nicht alles unbedingt so schlüssig wie auf dem Erstling, aber sympathisch querköpfig.
 

LV - Sebenza LPFind it at hhv.de: CD | LP Gar nicht meine Baustelle ist »Sebenza«, die Zusammenarbeit des Hyperdub-Trios LV mit drei südafrikanischen MCs. Das klingt mir viel zu oft wie eine Ethno-Version von Spank Rock und irgendwie ist es auch befremdlich, wenn einer der afrikanischen Rapper mit dickstem Buntu-Akzent über einen billigen Kwaitro-Beat seine Comme Des Garcons-Garderobe anpreist und zwei Stücke später bekommen wir wieder Peace & Understanding-Plattitüden aufgetischt. Ne, muss nicht sein.
 

silent servant fascinationFind it at hhv.de: 2LP Dann doch lieber nihilistischer Techno. Silent Servant scheint die Auflösung des Sandwell Districts kreativ beflügelt zu haben. Nicht, dass das Kollektiv bisher dafür bekannt gewesen wäre besonders gutgelaunt auf die Zwölf zu dreschen, aber »Negative Fascination« ist nochmal eine ganze Ecke – ja – faszinierender als die letzten SD-Veröffentlichungen. Die sieben Stücke wirken alle sehr kontemplativ und um sich selbst kreisend, Tanzflächen hat Silent Servant höchstens peripher im Auge und dennoch ist das Rhythmusgerüst so stark, dass das hier ebenfalls für verbrannte Erde sorgen kann, aber nicht zwangsweise muss. Autoren-Techno nennt man sowas dann gerne, hier trifft es aber wieder mal tatsächlich den Nagel so auf den Kopf, dass man auch diese Rentnervokabel guten Gewissens reanimieren darf.
 

robert hood motor 3Find it at hhv.de: 3LP+CD Wer dachte, dass wäre bereits das beste Technoalbum des Monats, liegt falsch. Robert Hood, eine Legende vor dem Herrn, haut nochmal richtig einen raus. Der dritte Teil seiner Motor-Reihe ist ein 80-minütiges Techno-Epos mit soziokulturellem Überbau, Downtempo-Sequenzen, wüsten Acid-Störfeuern und diesen Flächen, wie sie nur aus der Roboter-Stadt kommen können. Völlig ohne Redundanzen auskommend und für die heutige Zeit fast schon unheimlich nach der ganz großen zweiten Welle des Hi-Tech Souls klingend. Ein Muss.
 

Juju Jordash Techno Primitivism LPFind it at hhv.de: 3LP Silent Servant ebenfalls ausgestochen haben Juju & Jordash, deren »Deep Blue Meanies« im Club immer noch ein spirituelles Erweckungserlebnis ist. »Techno Primitivism« tischt nun ganz dick auf, die von den beiden Israelis gewohnte Musikalität wird aufs Äußerste ausgereizt, ohne uns penetrant anzuproggen. Ebenfalls auf drei LPs ausgebreitet, beweisen die Beiden, dass das durchaus funktionieren kann mit dem Albumformat und Techno. Noch ein Muss.
 

nathan fake steamFind it at hhv.de: 2LP Ganz schön geworden ist auch die neue Nathan Fake. Die Drums sind wieder härter, die Melodien so schön wie immer und wer im ersten Drittel so oft Chicago zitiert, wie der falsche Nathan, hat mich eh eingewickelt. Erscheinen tut »Steam Days« natürlich wieder auf Border Community.
 

Jacob Korn You Me LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Zum Kritikerliebling scheint sich derweil Jacob Korn gemausert zu haben. Die bisherigen Reaktionen auf »You & Me« waren medial bisweilen so überschwänglich, dass man entweder misstrauisch oder feucht im Schritt werden musste. Im Endeffekt ist Korns erste Langspielrille eine solide Sache, aber im Gegensatz zu einem Gros der Kollegen habe ich eher das Gefühl, dass Korns Konzept auf jedem Track mit jemandem zusammenzuarbeiten ihn kreativ eher gelähmt hat. Natürlich gibt es so auch besondere Glanzlichter, wie das mit Spezi Kuthead entstandene Cut-Up-Disco-House-Monster »Makin Love«, aber auch Belanglosigkeiten von Christopher Rau, San Soda oder Kid A.
 

breakbot by your sideFind it at hhv.de: 2LP Keinen Bock auf Herbst? Vielleicht hilft da »By Your Side«, das quietschfidele Album von Breakbot. Das eigentlich Erstaunliche ist, wie unpeinlich und mühelos der Franzose hier sowohl frühen Disco-Bombast, lockere Boogie-Nummern, als auch den geil aufgebohrten Sleaze-Rock eines Electric Light Orchestras oder der Herren Hall & Oates emuliert. Und wenn er mal nicht nach den späten Siebzigern oder frühen Achtzigern klingt, hat man zumindest das Gefühl, dass Phoenix ihm über die Schultern geschaut haben. Das bisher luftigste Ed Banger Release überhaupt.
 

woolfy loveFind it at hhv.de: LP Mehr Ned Doheny als ELO haben vermutlich Woolfy vs. Projections gehört, gleich zu Beginn begrüßt uns ein verpeilt-balearisches Yacht-Nümmerchen, welches Soft Rock nicht nur umarmt, sondern direkt behutsam penetriert. »The Return Of Love« halt. Und weil das auf Permanent Vacation erscheint, ist auch sichergestellt, dass das kein Glückstreffer war, denn auch danach schwüler Pop mit zahllosen Achtziger-Zitaten wohin man hört. Ich feier’ das.
 

minerva happinessFind it at hhv.de: LP Wieder mal die Verpeiltheit in Person ist Maria Minerva. Die Estin hat schon wieder eines dieser Lo-Fi-Kleinode aufgenommen, skizzenhaft, wild zitierend, unorthodox wie immer. »Will Happiness Find Me?« ist Psych-Rock mit Daft Punk-Zitaten, New Wave mit Frühstücks-Jingles, Nico mit Strictly Rhythm-Sozialisation. Dafür muss man sie nach wie vor gern haben, aber ich fürchte auch, dass das noch eine Weile dauert mit der Happiness, wenn man allein schon für vierzig Minuten ihrer Musik ein Nervenkostüm braucht wie Larry Bird.
 

The xx - CoexistFind it at hhv.de: Deluxe | LP+CD Dass The xx einen Hit davon entfernt sind, an genau gleich vielen Litfasssäulen zu kleben wie die Del Rey, sollte für die Evaluation von »Coexist« keine Rolle spielen. Ein sicheres Album ist es geworden, das aus Künstlerperspektive albtraumhafte zweite. Risikofrei platziert man den Übersong direkt am Anfang, weil sich Jamie xx in den letzten Jahren elektronisch genügend ausgetobt hat, ist man noch stiller geworden und wenn man damit nicht für 74,45 Prozent deutscher Pärchen zwischen 20 und 30 den perfekten Rotwein-Soundtrack geschrieben hat, verstehe ich nichts vom Geschäft. Weil: mich haben sie damit auch wieder gekriegt, verdammt.
 

How To Dress Well - Total LossFind it at hhv.de: Deluxe | LP Selbstbewusster ist hingegen How To Dress Well geworden, was dazu führt, dass »Total Loss« endlich das Album geworden ist, zu dem der Vorgänger zwar bereits hochgejazzt wurde, de facto aber nicht wahr. Die Melodien sind nicht mehr so fragil, die Stimme bleibt brüchig, aber ist nun tatsächlich ausdrucksstark und selbst das Aaliyah-Cover »Running Back« wirkt nicht wie ein billiger Hipster-Gimmick. Das ist nun tatsächlich entsexualisierter, postmoderner R&B, der in seiner Verletzbarkeit und Desillusionierung womöglich irritiert, aber eine sinnvolle, enttestosteronisierte Ergänzung zum Kraftmeiertum von The Weeknd und dem in all seiner Verletzlichkeit trotzdem unantastbar maskulin bleibenden The-Dream ist.
 

raveonettesFind it at hhv.de: LP | LP Warum ich immer noch auf die Raveonettes stehe, obwohl auch die alle 18 Monate das selbe Album aufnehmen? Ich weiß es nicht, aber auch »Observator« liegt bereits wieder im Warenkorb. Suck it!
 

Dinosaur Jr - Give A Glimpse Of What Yer Not Find it at hhv.de: LP Für J. Mascis muss sich sicher keiner entschuldigen, der hat seit Urzeiten den Stempel »Geile Sau« auf der Stirn. Den trägt er auch auf »I Bet On Sky«, dem mittlerweile dritten Dinosaur Jr Album nach der großen Reunion, stolz spazieren und wenn ein Gitarren-Verweigerer wie ich nichts gegen Midtempo-Rock-Songs zu sagen hat, dann müssen diese einfach gut sein. Warum ich manchmal trotzdem kurz an Eddie Vedder denken muss, ist eine solch exorbitant dämliche Bemerkung, dass ich an dieser Stelle wieder vier Wochen schweigen sollte.
 

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Art Kolumne | verfasst 25.08.2011
Yaneqdoten
Wireless Lan
Yaneq erzählt einen Witz und darüber, wie er diesen Witz erzählt und gibt ganz nebenbei Einblicke in sein kleines Repertoire an Witzen und in seine Versuche als Statist beim Film Fuß zu fassen.
Music Kolumne | verfasst 23.09.2011
Keine halben Sätze
Proband: Sepalot
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unser Interviewpartner ergänzt diesen dann in seinem Sinne. Diesmaliger Proband: Sepalot, DJ, Produzent, langjähriges Fünftel vom Blumentopf, Geburtsjahr: 1974, Geburtsort: Neumünster, lebt in: München
Music Interview | verfasst 29.03.2012
Demograffics
»I kann eh net guat deutsch, waßt?«
Die Demograffics aus Regensburg veröffentlichen in diesen Tagen ihr zweites Album. Ein Gespräch mit Maniac und DJ Rufflow über Butter, Käse und den Gebrauch der englischen Sprache.
Music Kolumne | verfasst 03.05.2012
Zwölf Zehner
April 2012
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.06.2012
Zwölf Zehner
Mai 2012
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Bericht | verfasst 23.10.2012
10 YRS MPM & hhv.de Party
Live am 4.10. im Festsaal Kreuzberg in Berlin
Melting Pot Music und hhv.de feierten am 4.10. gemeinsamen ihren zehnten Geburtstag und zeigten uns an diesem Abend die Vielzahl der Gesichter, die ihr Wiegenkind Hip-Hop im Repertoire hat.
Music Kolumne | verfasst 01.02.2013
10 YRS of hhv.de in the Mix
Djeez
Im Rahmen unseres diesjährigen Jubiläums haben wir eine Mix-Reihe etabliert, in der DJs die Zeit seit der Gründung von hhv.de bis heute musikalisch Revue passieren lassen. Dieses Mal hat Djeez die Gelegenheit genutzt.
Music Bericht | verfasst 23.10.2013
Kool Keith
Live am 17.10. im Club Gretchen in Berlin
Am vergangenen Donnerstag ging es weniger um Klischees und ihre Erfüllung auf Nachfrage: Kool Keith war in der Hauptstadt und verführte das Publikum mit einem waghalsigen Konzept zu tumultartigen Zuständen.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.
Music Interview
Jan Schulte
Mein Name sei Bufiman
Jan Schulte ist der Mann mit den vielen Namen. Jetzt veröffentlicht er auf dem niederländischen Label Dekmantel sein Debüt »Albumsi« als Bufiman. Wir trafen ihn im Wolf Müller Flanger Studio und sprachen mit ihm darüber.