Music Kolumne | verfasst 05.06.2013
Aigners Inventur
Mai 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Mount Kimbie, Daft Punk, The-Dream und Vampire Weekend.
Text Florian Aigner

daft punk random access coverFind it at hhv.de: CD | 2LP Ich weiß nicht, wie ich es deuten soll, dass von einem ungeheuren Enthusiasmus für die anstehende Aufgabe über »Random Access Memories« zu schreiben vor gut drei Wochen heute eine ähnlich apathische Leere wie vor einem Besuch auf dem Einwohnermeldeamt geblieben ist. Ich bin mir aber immerhin sicher, dass das wenig bis nichts mit der auf dem vierten Daft Punk Album enthaltenen Musik zu tun hat. Die französische Version von Crosby, Stills & Nash wollen da manche gehört haben, andere die Flohmarktplatten von Earth, Wind & Fire, die grundsätzlich zwischen »Flashdance« und »Born In The USA« stecken. Man kann all das auch in der eigenen Schmalztradition sehen, übersetzt in Midlife-Crisis-Megalomanie, von mir aus auch als Fortsetzung dessen, was Sebastien Tellier in den letzten zehn Jahren so getrieben hat. Man könnte zum x-ten Mal das Marketing-Genie dieser beiden Legenden durchdeklinieren, Roule-Zeiten nachtrauern, in einem Nebensatz »Human After All« als Blaupause für all things Ed Banger anerkennen oder beleidigt, aber richtigerweise darauf verweisen, dass Daft Punk in allem, was sie tun irgendwie so unfickbar meta und gleichzeitig doch so charmant sind, dass der ganze Diskurs der letzten Wochen im Endeffekt nur ein Perpetuum Mobilee journalistischer Wettwichserei ist, in dem es krampfhaft darum geht, eine Blockbuster-Pop-Platte in der Tradition der Reagan-Ära zu etwas zu stilisieren, was sie nicht ist: ein Politikum. In diesem Sinne: Spart euch die klugen Baudelaire-Referenzen für Thom Yorkes nächstes semiautistisches DJ-Set , regt euch nicht so krampfhaft über »Get Lucky« pfeifende Bierbike-Atzen auf und tut bitte nicht so als hätten Bangalter und de Homem-Christo ihre Seele verkauft. Das tun sie nach diesen Maßstäben nämlich schon seit 1996.
 

the-dream iv playFind it at hhv.de: CD | Deluxe Auch die überkritische Rezeption des notorischen Kritikerlieblings Terius Nash und dessen eeeewig verschobenen vierten Albums scheint weniger dessen Unzulänglichkeiten geschuldet zu sein, sondern dem Bedürfnis der medialen Landschaft der jüngeren R&B-Produzenten-Riege die Fackel in die Hand zu drücken. Wobei es stimmt schon: »IV Play« ist definitiv nicht das Meisterwerk, das »Love King« war, dazu fehlen die ganz großen Dramen. Auch lässt sich eine bislang uncharakteristische Ruhe bezüglich der künstlerischen Identität The-Dreams feststellen. Er wollte immer Prince sein, er kam dem manchmal so nahe wie wenige, aber auf »IV Play«scheint Nash nun das erste Mal wirklich geerdet zu sein in der Gewissheit: I run this shit. Und das sorgt für viele große Momente, aber auch für weniger Risiken, vorhersehbareres Songwriting und eine Selbstzufriedenheit, die diesen schwer in Worte zu fassenden The-Dream’ismen weniger Luft gibt als zuvor. Vielleicht sollte er mal wieder Nikki in Dallas besuchen, damit es bei unserem Terius mal wieder richtig doof ist.
 

french montana excuse Talentfrei, frei von künstlerischer Identität, im Grunde der rappende Khaled. – Warum ist »Excuse My French« trotzdem partiell gut? Weil French Montana ein Socializer ist und sich eine Überhook von The Weeknd bestellt. Weil er mit Rozay durch das Trap House poltert. Weil er Beats picken kann. Vielleicht sogar weil nur Kulturpessimisten nicht Schinken gehen zu diesen ganzen bekloppten, häufig ungelenk mit durchgenudelten Samples werkelnden Tracks. Vor allem aber, weil man hier irgendwie selbst damit im Reinen ist, dass es heute nicht mehr primär um Strebertum am Mikrofon gehen muss und eh jeder Alben so zerhackt, dass am Ende drei Neuzugänge für die iPhone-Playlist übrig bleiben. Womit wir wieder bei Kulturpessimismus angekommen wären…
 

nore papi student Ein Streber ist N.O.R.E. nie gewesen, viel zu hemdsärmelig war schon seine Delivery zu War Report Zeiten. Ohnehin passte dieses grimmige QB-Ding eh nur kurz zu diesem Trickster, der wenig später so oft Whut Whut auf einen der prägenden Beats der Jahrtausendwende gebrüllt hatte, dass man ihm auch die anschließenden Reggaeton-Verirrungen nicht nur verzieh, sondern zugestand. Papi heißt er nun, sein Album verbindet herrlich inkohärent Maschinengewehr-Snares und Hypebeasting mit Large Professor Features und Elliot Ness Unantastbarkeit. Das ist nicht unbedingt schlüssig, zur Hölle, manchmal nicht mal im weitesten Sinne gelungene, aber in all seiner Schizophrenie schon ein geiles Statement. Mal wieder.
 

Havoc - 13 LPFind it at hhv.de: CD | 2LP Ob sich Havoc einmal im Monat mit Q-Tip trifft und die beiden gemeinsam the pain away drinken angesichts dessen, dass sie irgendwie nie jemand auf der Liste hat bei der Frage, wer in den Mitneunzigern diese so genannte goldene Ära denn nun entscheidend geprägt hat? Nun gut, Tip wurde von Kanye wiederentdeckt und so sitzt Havoc mittlerweile alleine da, auch der temporäre Waffenstillstand mit Prodigy sollte diesbezüglich nicht überinterpretiert werden, vor allem wenn man Rap als konsequente Fortsetzung der Wrestling-Logik betrachtet. Nun hat Havoc mit »13« tatsächlich sein erstes Soloalbum (äh, ok, sein zweites, danke für den Hinweis, Esvee) veröffentlicht. Das wäre 1996 ein Gamechanger gewesen, 2013 dann eher etwas aus der Rubrik Special Interest, aber auf die eigenen Adoleszenzhelden einzuprügeln, ist und bleibt schwierig. Und vor allem: so scheiße ist das gar nicht, vor allem wenn dann auch noch die üblichen New Yorker Mixtape-Könige von annodazumal vorbeischauen.
 

Talib Kweli - Prisoner Of ConsciousFind it at hhv.de: CD | 2LP Etwas weniger anachronistisch ist »Prisoner Of Conscious« (Story of his life?), das neue Album von Talib Kweli, auf dem sich das gute Gewissen der Rawkus-Ära auf unangenehme Weise von XLR8R-Darling Miguel anschmachten lässt und später auch noch von Kendrick Lamar schwindlig gerappt wird. Überhaupt wirkt Kweli hier häufig wie im Autopilot, der einst so leidenschaftlich-awkwarde Flow kommt seltsam teilnahmslos, so dass das am Ende ein Album sein wird, das schnell aus der Wahrnehmung verschwinden wird, trotz durchaus ansprechenden Produktionen hie und da.
 

tree sunday school 2 Tree wäre sicher nicht glücklich über den Vergleich, aber er macht genau die Musik, die für jenen Kweli heute die perfekte Nische wäre. Druckvolle Soul-Samples gepaart mit der Preset-Ästhetik des Südens dominieren »Sunday School 2«; Trees Reibeisen-Organ ist ein würdiger Herausforderer für die druckvollen, mal an Just Blaze und RZA, mal an UGK und Mannie Fresh erinnernden Beats, die Tree auch noch weitgehend in Eigenregie produziert hat. Statt Brother Ali lädt sich Tree dann selbstverständlich Danny Brown ein und alle sind glücklich. Soul Trap nennt er das selbst, ich nenne es eines der besten Rap-Alben des Jahres, für die auch die zuvor bereits bei French Montana verhandelte Problematik nicht im geringsten zutrifft.
 

Dexter - The Trip LPFind it at hhv.de: CD | LP Auch wenn er grundsätzlich der gute Kumpel eines guten Bekannten ist, ganz egal wo man hingeht: ich finde nach wie vor nicht, dass Dexter diesem Beattape-Scheiß irgendetwas wichtiges hinzufügt. Auf »The Trip« macht er das, was sein englischer Bruder im Geiste Paul White auch vor nicht allzu langer Zeit getan hat: Psych-Platten samplen und dabei entweder exakt wie Madlib oder aber wie dessen kleiner Bruder Oh No klingen. Das wäre notwendig, wenn die Gebrüder Jackson nicht eh schon einen exorbitant hohen Output hätten und nicht jeder deren Theme-Tapes im Regal stehen hätte. So bietet »The Trip« zwar nerdige Qualitätsarbeit, aber insgesamt erschreckend wenige neue Perspektiven.
 

sweatson klank you me coverFind it at hhv.de: CD | 3LP Weniger redundant ist »You, Me, Temporary«, das erste Album, das Take unter seinem neuen Moniker Sweatson Klank veröffentlicht. Auf neun der 16 Tracks traut sich Klank mit Vokalisten zusammenzuarbeiten. Eine weise Entscheidung, lässt sich doch eine allgemeine Ermüdung in diesem Bleepy-Schweepy-Beaty-Ding diagnostizieren. Klank gewinnt Vikter Duplaix für ein kraftvolles »My Love« Update, Ango schmachtet fast so überzeugend wie sonst im Duett mit Jacques Greene und »Fuck & Fight« klingt wie einer dieser schrägen Zebra Katz-Tracks, die man erst beim dritten Versuch checkt. Dann noch ein prominentes Mobb Deep Sample über einen verträumt blinzelnden Sommertrack und ich bin mehr als zufrieden.
 

Bibio - Silver WilkinsonFind it at hhv.de: CD | 2LP Schon wieder neues gibt es von Bibio, der sich für »Silver Wilkinson« an Field Recordings versucht und daraus diese zerbrechlichen Beats baut, die man bei Four Tet zu Rounds-Zeiten für eine kleine Sensation hielt. Nun ist dieser hippieske Beat-Folk nichts schlechtes, aber seit seinem großen Wurf »Ambivalence Avenue« anno 2009 wirkt es so, als würde Bibio nur noch die dort übrig gebliebenen Skizzen zweit- und drittverwerten und dabei vergessen, dass es genau die rauen Kanten waren, die jenes Album speziell machten.
 

Tricky - False IdolsFind it at hhv.de: 2LP+CD | Deluxe Raue Kanten sind Trickys Ding, zumindest wenn es um die Inszenierung seines öffentlichen Ichs geht. Böse Tweets, Interview-Megalomanie – die Social Media Nebengeräusche, die »False Idols« begleiteten, waren fast spannender als das Album selbst, v.a. weil man sich durchaus die Frage stellen darf, wer denn 2013 wirklich eine Rückkehr zu »Maxinquaye« braucht. Letztere Platte ist wie wenige andere ein Produkt ihrer Zeit und so tief im Prä-Milleniumssumpf verortet, dass Trickys Anliegen, sich an seinem definitiven Klassiker zu orientieren, eigentlich nur schief gehen konnte. Das Gute jedoch ist, dass es das Enfant Terrible schafft zwar subtil bei sich selbst zu zitieren, aber dennoch keine Retroplatte gemacht hat, sondern eine erstaunlich stoische, düstere Pop-Platte, der man ihre neun Vorgänger gar nicht anhört. Gut, vielleicht ist er als Internet-Troll immer noch unverzichtbarer als als Diskursführer kontemporärer elektronischer Tanz-Nicht-Tanz-Musik, aber im Quasi-Rentenalter immer noch jeglichem Belächeln zu entkommen, ist ein Schicksal, das wenigen vergönnt ist.
 

Mount Kimbie - Cold Spring Fault Less YouthFind it at hhv.de: CD | 2LP Diskursführer dort sind unbestritten Mount Kimbie, denen wir diesen ganzen Post-Everything-Salat entscheidend mitverdanken, dabei wollten sie vermutlich doch nur dieses Dubstep-Ding aus Clubs und Night Busses ins Wohnzimmer transportieren. Die neue Platte mit dem sperrigen Titel »Cold Spring Fault Less Youth« weist interessanterweise einige Parallen zur Entwicklung James Blakes auf, dem anderen Posterboy jener Generation also. Ähnlich wie Blake ist das Zweitwerk ausformulierter, klassischer, Vocals werden als solche begriffen und weniger fremdelnd eingesetzt. Manchmal meint man Mo’Wax schüchtern um die Ecke spicken zu sehen, dann wieder erinnert das an Darkstar vor ihrer Radiohead-Phase. So oder so: virtuos ist das und es bleibt spannend zu beobachten, ob Album Nummer Zwei ähnliche Folgen haben wird wie »Crooks & Lovers».
 

John Roberts - FencesFind it at hhv.de: CD | 2LP Keine ganz so hohen Wellen geschlagen hat bisher John Roberts’ zweites Album »Fences«, die konsequente Fortführung eines meiner absoluten Lieblingsalben der letzten fünf Jahre. »Fences« ist wieder so subtil, so wunderschön musikalisch, im Tempo variabler und insgesamt weniger House als Glass Eights. Roberts schafft es erneut ein Album im klassischen Sinne zu produzieren, Effekthascherei ist ihm völlig fremd. Manchmal muss ich an einen Dance Mania und Bonnie Prince Billy sozialisierten frühen Blockhead denken, vor allem wenn Roberts sich ganz der Melancholie hingibt. Wobei ihm auch dieser Vergleich nicht gerecht wird, John Roberts klingt schon in diesem immer noch frühen Karrierestadium nur wie John Roberts. Eine Frage jedoch hätte ich noch: Warum um alles in der Welt erscheint dieses Album ausgerechnet im Frühsommer?
 

octo octa between Find it at hhv.de: 2LP Ob sich Octo Octa schon einen Trademark-Sound ans Revers haften darf, ist zumindest zu bezweifeln, immerhin aber ist sein erstes klassisches Album eine typische 100% Silk-Chose. Grelle Synths, Breakbeat-Passagen, DeeLite-Verneigungen, Britbass-Vocalschnippsel, mal dudelig, meist euphorisch. »Between Two Selves« ist dann auch eines der stärkeren Alben, die auf Silk in letzter Zeit erschienen sind, nachdem Madame Brown ihren A&R Midas Touch des Jahres 2011 langsam doch etwas verloren hat.
 

kyle hall boat partyFind it at hhv.de: 2LP Das ewige Wunderkind Kyle Hall veröffentlicht derweil mit »The Boat Party« seinen ersten Vinyl-Doppelpack, auf dem er sehr gekonnt Sample-House neben experimentelle Techno-Stücke stellt. Essentielles aus Detroit, oh Wunder.
 

slava coverFind it at hhv.de: 2LP Die Motor City bleibt in Slavas krudem House-Entwurf nur einer von unzähligen Signifiern. Nach extensivem Vorspiel will Slava erst mit »Girls On Dick« (äh, ok) in den Club, darauf folgt direkt postkoital-seliges Stolpern, ehe die volle Ladung verschossen wird (man entschuldige an dieser Stelle die billige Peep-Metaphorik): 160 BpM Footwork, Breakbeat-Techno, Neon-Synths, alladat. dabei sind gerade die gediegeneren Tracks oft besser, weil Slavas Footwork-Entwurf manchmal ein bißchen wie Machine Drum mit mittlerer Reife klingt.
 

secret circuit lpFind it at hhv.de: 2LP Stilistisch fällt Secret Circuits »Tactile Galactics« diesen Monat etwas raus, auf keinem anderen Album wurde so ungeniert balearischer Schmu mit proggiger Attitüde kombiniert. Dass das über Tim Sweeneys Beats In Space erscheint ist konsequent, aber manchmal würde es Eddie Ruscha Jr., diesem alten Shoegazer, durchaus helfen, wenn er seine verqueren Leftfield-Disco-Opern weniger zukleistern würde. Gerade die kraftvollen Synth-Flächen harmonieren so nicht immer mit dem krautig-erdigen Habitus.
 

cocorosie widow coverFind it at hhv.de: 2LP Wie hoch ist eigentlich die Halbwertszeit von Schrulligkeit? CocoRosie klingen auch auf »Tales Of A Grass Widow« immer noch wie Björks Nichten, die mit einem Cola-Rausch Topfschlagen spielen, aber sobald man Antony Hegarty zum Spielen einlädt, wird aus der ewigen Geburtstagsparty eine Staatsangelegenheit. Antonys Pathos tut den beiden Weirdos gut, ein drolliges Album zwischen dadaistischen Beats und schönen Mädchenballaden.
 

savages silence yourselfFind it at hhv.de: 2LP Die Indie-Band der Stunde hört auf den Namen Savages, reiht sich in den langen Postpunk-Verarbeitungskanon ein, ist dabei aber wesentlich weniger nonchalant als diese ganzen Gang Of Four-Epigonen Mitte der Nullerjahre. Sängerin Jehnny Beth dehnt gerne die letzte Silbe, hat keine Angst vor der Tonleiter und wirkt manchmal so als hätte Glenn Danzig Karen-O ein Netzhemd übergestülpt. Dann aber wechseln die Engländer von früher Yeah Yeah Yeahs-Schraddeligkeit zu suizidalen Balladen und man muss kurz an Beth Gibbons’ Zusammenarbeit mit Rustin Man denken. Wild ist das und schon qua Habitus momentan omnipräsent.
 

Vampire Weekend – Modern Vampires Of The CityFind it at hhv.de: LP+CD | LP+CDVampire Weekend verlieren nie den musikalischen Zusammenhang, obwohl es ( = »Modern Vampires Of The City«) ein solch bunter Mix ist. Von den erwähnten jamaikanischen Einflüssen kommen sie zu klassischem Indie-Pop, nölen sich aus einem akustischen Stück und landen bei einer voll beladenen Pop-Oper. Aber trotzdem: Das Album nervt und strahlt etwas Unangenehmes aus.” Kann man so stehen lassen, Kollege Kunze. Dann mach’ ich jetzt Feierabend.
 

Dein Kommentar
3 Kommentare
05.06.2013 17:06
Esvee:
"13" ist nicht Havoc´s erste Solo-Platte.... das war "The Kush" in 2007
― antworten
05.06.2013 17:37
Florian Aigner:
Ist korrigiert, danke!
― antworten
09.06.2013 13:20
Tobfunka:
Bin mir jetzt nicht sicher aber, magst du jetzt Random Access Momories oder nicht?
― antworten
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The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2020
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.