Music Kolumne | verfasst 12.03.2014
Records Revisited
Paul Simon's Graceland, 1986
Mit »Graceland« veröffentlichte Paul Simon 1986 das erfolgreichste Album seiner Karriere und eines der umstrittensten Werke der Musikgeschichte. Ein Album, das sowohl musikalische wie auch politische die Grenzen sprengte.
Text Eric Bernheiden
Records_revisited_paul-simon-graceland_1024x685px

Mit »Graceland« veröffentlichte Paul Simon 1986 das erfolgreichste Album seiner Karriere und eines der umstrittensten Werke der Musikgeschichte. Dem Hype um die Platte folgte eine politische und moralische Debatte, die bis heute den musikalischen Wert des Werkes zu überschatten droht. Es wird vielfach übersehen, dass er mit dem Album nicht nur seine eigene Karriere rettete, sondern auf brillante Art die gute alte Kunst des Songwriting vor dem Aussterben bewahrte.
Aber von vorne: Anfang der 1980er Jahre hatte die Zunft der Singer/Songwriter den gewissen Status des »altehrwürdigen« erreicht. Die Liedermacher waren etablierte Künstler, die auf großen Festivals ihren alternden Fangemeinden aus Elfenbeintürmen zuwinkten und die große Show väterlich einer neuen Generation von Musikern überließen. Als Paul Simon mit »Hearts and Bones« im Jahr 1983 sein erstes Album, auf dem kein veritabler Hit vorhanden war, veröffentlichte, erklärte die Plattenindustrie auch ihn endgültig für gestrig. Dieser tote Punkt in seiner Karriere kam Paul Simon gerade recht, denn das gab ihm die Möglichkeit, aufzunehmen, was er wollte, ohne Druck von der Plattenfirma. Was er wollte, war African Music. Betrachtet man das Album von einem anderen Gesichtspunkt aus, so erkennt man eines der interessantesten Werke in der ewigen Debatte um Copyrights und Songwriting. Er war nahezu besessen von den traditionellen Rhythmen Südafrikas und entschloss sich, dass er dorthin gehen musste, ins Mutterland aller Musik, um das aufzunehmen, was er nur von Kassetten kannte. Doch das Land Südafrika befand sich Mitte der 1980er Jahre auf der Höhe der Unruhen gegen das Apartheidsregime und der African National Congress (ANC) hatte einen Kulturboykott verhängt, der internationale Künstler von der Einreise abhalten und die rassistische Regierung schwächen sollte. Paul Simon jedoch, der von einer Gruppe schwarzer Musiker zum Jammen offiziell eingeladen worden war, fühlte sich in seiner künstlerischen Mission von politischen Restriktionen ausgeschlossen. Er flog also hin und kehrte mit Aufnahmen aus Jam-Sessions mit verschiedenen Bands und Chören zurück nach New York, City verwandelte die Recordings in Songs, drückte ihnen seinen Stempel auf und machte die Musik mit englischen Texten kompatibel für den westlichen Markt. Doch kurz nach dem Release von »Graceland« im Juni 1986 und mit dem internationalen Erfolg des Albums begann die große Kontroverse um das Projekt. Nicht nur seine Ignoranz des Boykotts wurde ihm zum Vorwurf gemacht. Politiker, Künstler und Journalisten sahen in ihm den reichen weißen Musiktouristen, der die Kultur der Dritten Welt stiehlt. Noch immer ist für viele die Frage offen, ob Paul Simon die Musik des schwarzen Kontinents ins westliche Bewusstsein integrieren wollte oder in der Zusammenarbeit mit den großartigen Sängern und Instrumentalisten schlicht eine Möglichkeit sah, seine Karriere zu exhumieren.

Betrachtet man das Album von einem anderen Gesichtspunkt aus, so erkennt man eines der interessantesten Werke in der ewigen Debatte um Copyrights und Songwriting. Tatsache ist, dass auf einigen Songs des Albums, die beteiligten Musiker neben Paul Simon als Co-Writer eingetragen sind und bis heute Royalties beziehen. Die Vokalistengruppe Ladysmith Black Mambazo konnte durch ihr Mitwirken auf »Graceland« eine internationale Karriere aufbauen. Der Gitarrist Ray Phiri bekam einen arrangement credit für sein weltberühmtes Riff auf dem Hit »You Can Call Me Al« und konnte seine Bekanntheit ebenfalls nutzen um seine Band Stimela erfolgreich zu machen. Der Bassist des Albums, Bakhiti Kumalo, arbeitet bis heute mit Größen wie Herbie Hancock, Chaka Khan und Harry Belafonte zusammen. In einigen Songs, die traditionell afrikanische Rhythmik enthalten, ist Paul Simon als alleiniger Songwriter angegeben. Es kommt nun mal auf die Akkorde an und ein Songwriter mag sich manchmal schwer tun, eine Co-Autorenschaft zu akzeptieren, gar nicht unbedingt des Geldes wegen. Im Fall von Paul Simon ist es wohl mehr eine Frage des Egos. Laut eigener Aussage will er schließlich der beste Songwriter aller Zeiten sein, noch vor Bob Dylan.
»Graceland« war, 1986 veröffentlicht ,der Missing Link in der Evolution auf Grooves basierender Musik. Die Graceland-Musiker indes schätzen ihn als einen Freund und respektieren ihn als großartigen Künstler, soviel ist aus der Dokumentation »Under African Skies« von 2012, bei der Simon eine Reunion mit den Südafrikanern veranstaltet, ersichtlich. Abgesehen von Los Lobos, der Americano-Gruppe aus Los Angeles, die den Song »All Around the World or the Myth of Fingerprints« aufnahm und bis heute behauptet, Paul Simon hätte den Song von ihnen gestohlen, sind sich alle einig, dass »Graceland «ein Meisterwerk ist und die Welt offener gemacht hat für afrikanische Musik. Selbst wem sich bei den protodigitalen 80er-Jahre-Halleffekten normalerweise sämtliche Nackenhaare kräuseln, der Magie von »Graceland« kann man sich nicht entziehen. Warum das so ist, beantwortet Paul Simon in »Under African Skies« überaus pointiert: »Es ist Popmusik.« In Reinkultur eben, mit Rhythmen, die komplex sind und die doch jeder fühlen kann. Genau wie Paul Simons Lyrics, die das Bindeglied zur westlichen Welt darstellen, uns verstehen lassen, wo die Musik herkommt, wo wir eigentlich alle herkommen. »This is the story of how we begin to remember… /These are the roots of rhythm and the roots of rhythm remain«, heißt es im Song »Under African Skies«. »Graceland «weckte das Bewusstsein für die Ursprünge der Musik und zeigte gleichzeitig auf, wohin sie sich entwickelt hat. Es ist so etwas wie der Prototyp eines perfekten musikalischen Yin-und-Yang-Modells: Es ist das Songwriting, es sind die Harmoniewechsel, die Untrennbarkeit von Rhythmus und Klang.; es sind Stimme und Musik, es sind alt und neu und es sind weiß und schwarz, die zu einer runden Einheit verschmelzen. »Graceland« war, 1986 veröffentlicht ,der Missing Link in der Evolution auf Grooves basierender Musik. Nur die Frage nach seinen wahren Intentionen bleibt offen und die Gestalt Paul Simon polarisiert auch heute wie kaum eine andere im Musikgeschäft. Wenn man »Graceland« hört, ist das aber egal.

Das Album »Graceland« von Paul Simon findest du bei hhv.de.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 22.06.2016
Paul Simon
Stranger To Stranger
30 Jahre nach »Graceland« zieht Paul Simon noch einmal alle Register und schafft mit »Stranger To Stranger« ein zeitgemäßes Alterswerk.
Music Kolumne | verfasst 27.03.2018
Records Revisited
The Streets’ Original Pirate Material, 2002
Mike Skinner wollte mit seinem Debüt ein echtes englisches Hip-Hop-Album machen, das auf US-Klischees verzichtet. Herausgekommen ist ein äußerst präzises Porträt des Lebens britischer Millennials zwischen 9 to 5 und Binge Drinking.
Music Kolumne | verfasst 05.07.2018
Records Revisited
Björk – Debut (1993)
Björks »Debut« zog vor allem einen Schlussstrich. Dazu ist der Titel des Album eine dreiste Lüge. Eine größere Wahrheit hätte Björk damit allerdings ebensowenig aussprechen können.
Music Kolumne | verfasst 13.09.2018
Records Revisited
Talk Talk – Spirit Of Eden (1988)
»Spirit of Eden« erzählt vom Erschöpfungszustand eines Jahrzehnts, von einer Schöpfungslust ohne revolutionäre Inhalte oder Genie dahinter. Vor 30 Jahren erschienen, gilt das Album als Meilenstein der Popmusik. Wieso eigentlich?
Music Kolumne | verfasst 22.06.2020
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Review | verfasst 13.05.2014
Thievery Corporation
Saudade
Den Diebstahl haben sich Thievery Corporation einst auf den Namen geschrieben. Gesampled wird auf »Saudade« gar nicht mehr.
Music Review | verfasst 23.07.2014
Jorge Ben
Samba Esquema Novo
Pünktlich zur WM re-released. Jorge Bens »Samba Esquema Novo« kündete bereits 1963 von einer musikalischen Zeitenwende.
Music Kolumne | verfasst 22.02.2013
Records Revisited
Ornette Coleman's The Shape Of Jazz To Come, 1959
»The Shape of Jazz to Come«, die dritte Veröffentlichung von Ornette Coleman, ist eines der einflussreichsten Werke der Jazzgeschichte. Sie wird dennoch zu selten gehört, zu selten gesamplet, zu selten erwähnt.
Music Kolumne | verfasst 08.03.2013
Records Revisited
Gil Scott-Heron's Small Talk At 125th And Lenox, 1970
Als Gil Scott-Heron im Sommer 1970 auf Drängen des Produzenten Bob Thiele ein kleines New Yorker Studio betrat, war er Autor. Wenige Stunden später verließ er das Studio als Musiker.
Music Kolumne | verfasst 16.10.2013
Records Revisited
Bob Dylan's Blonde On Blonde, 1966
»Blonde On Blonde« ist das erste Doppelalbum der Rockmusikhistorie. Es ist am 16.5.1966 bei Columbia Records erschienen. Das war ein Montag und Janet Jackson erblickte das Licht der Welt.
Music Kolumne | verfasst 22.01.2014
Records Revisited
Ice-T's Rhyme Pays, 1987
Als das Debüt von Ice-T 1987 erschien, entstand ein neuer Ton im Rap. Das darauf enthaltene »6 ‘N The Mornin’« ist der Blueprint des Gangster Rap. Es legt aber auch offen, wie Rap funktioniert: »It’s all game. I’m just working these niggas«
Music Kolumne | verfasst 27.03.2014
Records Revisited
Dr. Dre's The Chronic, 1992
»The Chronic« gilt als Meilenstein, als »Game Changer«. In Records Revisited blicken wir auf Dr. Dre’s Solodebut zurück – eine Platte die zurecht als Meisterwerk gilt, aber auch Fragen aufwirft.
Music Kolumne | verfasst 24.04.2014
Records Revisited
Manfred Krug's Ein Hauch von Frühling, 1972
Eigentlich hätte es diese Platte gar nicht geben dürfen. Mit seiner Mischung aus Humor, Wortdreherei und Nonchalance hat Manfred Krug es 1972 geschafft, ausgerechnet in der DDR die beste deutsche Soul-Platte aller Zeiten aufzunehmen.
Music Kolumne | verfasst 13.08.2014
Records Revisited
Brian Eno's Ambient 1: Music For Airports, 1978
Mit »Ambient 1: Music For Airports« hat Brian Eno einem Genre seinen Namen gegeben. Wenn wir heute von »Ambient« reden, verwenden wir den Begriff nicht in seinem ursprünglich gedachten Sinne. Doch was hatte der britische Musiker im Sinn?
Music Kolumne | verfasst 20.08.2014
Records Revisited
Absolute Beginner's Flashnizm (Stylopath), 1996
Heute völlig zu Unrecht im Schatten ihrer zweiten LP »Bambule« stehend, kann »Flashnizm« der Absoluten Beginner als eines der an Experimentierfreude und Ausdrucksvielfalt reichsten umschiffenden Deutschrapalben überhaupt gedeutet werden.
Music Kolumne | verfasst 01.10.2014
Record Revisited
Devo's Q: Are We Not Men? A: We Are Devo!
De-Evolution statt Evolution. Der Ansatz steckt schon im Namen. Devo haben 1978 mit ihrem Debüt »Q: Are We Not Men? A: We Are Devo!« ein Statement vorgelegt, dass bis heute nichts an Relevanz und Frische verloren hat.
Music Kolumne | verfasst 07.01.2015
Records Revisited
Fennesz' Venice, 2004
Vor zehn Jahren veröffentlichte Christian Fennesz sein bis dahin viertes Album »Venice«. Darauf gab der Wiener Gitarrist seine eigentümliche Synthese von Noise und Pop eine neue Wendung.
Music Kolumne | verfasst 03.09.2014
Records Revisited
Aphex Twin's Selected Ambient Works II, 1994
Vor 20 Jahren erschien Aphex Twins »Selected Ambient Works II«. Das Album war nicht nur eine Umkehrung der gerade aktuellen Ambient Music. Es war auch ein weiterer Erfolg der kontinuierlichen Totalverweigerung eines Sturkopfes.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?
Music Porträt
Roza Terenzi
Rave in der Zeitkapsel
Roza Terenzi stellt die Dance-Vergangenheit auf den Kopf und bürstet mit Jungle-Breaks und Eso-Techno drüber. Auf ihrem Debütalbum »Modern Bliss« landet sie endlich in der Zukunft.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.