Music Porträt | verfasst 03.02.2017
New Record Labels #25
Bliq, Dub Disco, Ectotherm und Jazzaggression
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Bliq, Dub Disco, Ectotherm, Jazzaggression
Text Kristoffer Cornils, Niklas Fucks , Übersetzung Sebastian Hinz

BliqFind it at hhv.de: Bliq Music Bliq ist ein 2010 von Manos Mara und Costa Budolas gegründetes, britisches Label aus London. Mara und Budolas, auch unter seinem Pseudonym Bu$$ bekannt, wuchsen in direkter Nachbarschaft im griechischen Thessaloniki auf – und trafen sich doch erst 2006 in Großbritannien. »Wir haben uns sofort super verstanden und angefangen, für eine Weile gemeinsame Partys zu schmeißen«, erinnern sich die beiden an ihre Anfangszeit. Vier Jahre später konkretisierten sich die gemeinsamen Pläne für ein Label und mit einer Debüt des britischen Duos Homepark war Bliq aus dem Digging-Habitus der beiden geboren. Vinyl musste schon sein, allein weil durch das nähere Umfeld genug Material auf dem Schreibtisch landete, das ein ordentliches Release verdient hätte. Anfangs waren das vor allem kenntnisreiche Deep House-Cuts von unter anderem dem niederländischen Senkrechtstarter Lapien, schon 2013 aber öffnete sich der Katalog mit einem Release der isländischen Dub Techno-Legende Exos zunehmend. »Wir interessieren uns nicht dafür, uns auf einen bestimmten Sound oder ein Genre festzulegen. Für uns geht es eher darum, dass die Artists mit uns und unserer Ästhetik harmonieren«, lautet die lapidare Antwort auf die Frage nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner im Bliq-Roster.

Der entwickelte sich zunehmend zu einer internationalen Angelegenheit. Mit Lowjac und Thingamajicks, die gemeinsam als Deemonlover über Bliq veröffentlicht haben, sowie dem mysteriösen DJ Loser und dem mittlerweile nach Berlin emigrierten Seixlack finden sich einige brasilianische Künstler beim griechisch geführten Londoner Label ein. Es ginge ihnen um persönliche Kontakte, erzählen Mara und Budolas mit Blick auf den personell breit gefächerten Roster, der sich über den halben Erdball erstreckt und insbesondere mit der frühen Veröffentlichung von Lapien durch Remixe von Conforce und Fred P die Tür zur Welt auftrat. Für Demos, das versichern die beiden, seien sie aber trotzdem weiterhin auch, obwohl sie vorzugsweise auf dauerhafte Zusammenarbeit mit ihren Artists setzen: Bliq soll eine kleine Familie sein. Deren Aussehen änderte sich ebenfalls im Jahr 2013 schlagartig, als die beiden sich von ihrem vorigen Grafiker in aller Freundschaft verabschieden mussten und stattdessen den Berliner Super Quiet engagierten, der den Releases mit aufwändigen Drucken und grellen Farbgebungen einen ganz neuen visuellen Anstrich gibt, der bestens zu der rumpeligen Rhythmuspsychedelik etwa eines Seixlack zu passen scheint. Die Geschichte von Bliq ist offenkundig die eines sich langsamen Zusammenfindens, nicht allein in geografischer Hinsicht. KC

Bliq bei Facebook | Bliq bei Soundcloud

Dub Disco LogoFind it at hhv.de: Dub Disco Dub Disco ist ein 2016 von Serj Nosé und Aussteiger gegründetes Berliner Plattenlabel. Dub Disco selbst ist zwar erst zwei Releases »alt«, aber die Idee, ein eigenes Label zu gründen, begleitet die zwei schon lange – wenn auch aus recht unterschiedlichen Gründen: Serj Nosé ist ein versierter DJ und hatte aber schon seit langer Zeit »das Bedürfnis, daran beteiligt zu sein, meine eigene musikalische Vision zu kanalisieren. Und da ich selber nie produziert habe, war das für mich der optimale Weg.«. Aussteiger produziert auf der anderen Seite schon seit langer Zeit Genre-übergreifend Musik mit Anleihen bei »House, Disco, Breakbeats, HipHop-Beats usw.« Dementsprechend soll das eigene Label auch dem Veröffentlichen von eigenen, ungewöhnlicheren Werken dienen, so Aussteiger: »Meine DJ Sets bestehen teilweise aus 30-40% eigenen, unreleaseden Tracks, also brauche ich eine Plattform, wo ich eigene Tracks und mega-geile Tracks von Freunden veröffentlichen kann. Außerdem hab ich keine Lust ständig Demos an Labels zu schicken«. Kein Wunder also, dass die Katalognummer 001 die erste EP von Aussteiger schmückt. »Die schwierigste Aufgabe, war es, aus 15 geilen Tracks drei rauszusuchen, die zusammenpassen und unseren Style repräsentieren«

Nach dem zweiten Release, einer EP von den Berliner Italo-Spezialisten S&W im Dezember 2016, steht langsam Dub Disco 003 an, doch die drei Labelbetreiber steigen ins Game ein, ohne sich hetzen zu lassen: »Wir werden 2017 ganz entspannt 2-3 releases machen und die Leute mit dem Sound überraschen«, erzählt der Aussteiger. Überraschen ist ein wichtiger Begriff im Wortschatz von Dub Disco, denn das junge Label möchte sich unter keinen Umständen auf einen Stil festlegen. »Es gibt so viele Labels, die zwar gute Musik releasen, im Endeffekt aber immer das selbe machen, Das wollen wir auf keinen Fall!«, erzählt er weiter und Serj ergänzt: »Einer der Hauptaspekte, über die wir uns von Anfang an einig waren, ist, dass wir kein stilistisch homogenes Label haben wollen. Es gibt genügend reine House, Techno etc. Labels. Auch im Bezug darauf, dass wir gerne Sachen von Freunden releasen, wollen wir da eher frei bleiben und uns nicht einschränken. Wenn wir was geil finden wird’s gepresst «

Die bisherigen Releases eint ihre Dancefloor-Tauglichkeit, ihre Ungewöhnlichkeit und, dass sie auf Vinyl gepresst wurden, worauf die beiden trotz Bandcamp-Downloads viel Wert legen. Mehr Kohärenz muss und soll aber nicht sein, auch wenn der Name des Labels als Genre-Fixierung verstanden werden könnte. »Wir sind schon ordentlich Disco heads, auch wenn wir grundsätzlich sehr breit aufgestellt sind, und eigentlich so gut wie allem etwas abgewinnen können, wenn es denn gut gemacht ist«, gesteht Serj »Und so verhält es sich denn auch mit den Releases: Ich würde wohl immer ein Disco Release einem Techno Release vorziehen, aber im großen und ganzen ist bei uns alles erlaubt.« NF

Dub Disco bei Soundcloud | Homepage von Dub Disco | Dub Disco bei Facebook | Dub Disco auf Bandcamp

EctothermFind it at hhv.de: Ectotherm Ectotherm ist ein 2016 von den DJs Najaaraq Vestbirk (alias Courtesy) und Sara Svanholm (alias Mama Snake) gegründetes, dänisches Plattenlabel aus Kopenhagen. In ihrer Heimatstadt machten sich die beiden als Mitglieder des DJ-Teams Apeiron Crew einen Namen, deren unkonventioneller Ansatz mittlerweile auch internationale Erfolg nach sich zieht. Kopenhagen, wo Vestbirk mittlerweile nur noch die Hälfte ihrer Zeit verbringt und deshalb auch nicht mehr fester Teil der Crew ist, steht allerdings im Fokus vom gemeinsamen Projekt Ectotherm, das seinen Auftakt mit einer EP des regionalen Produzenten Schacke nahm. »Ein Label zu gründen, war schon lange unser gemeinsamer Traum«, erinnert sich Svanholm. Den ersten Impuls gab ein Demo des Technoproduzenten Rune Bagge, der die zweite Katalognummer bestreiten sollte. »Najaaraq und ich hingen nach einer unserer Partys in Kopenhagen miteinander rum und als wir uns das Demo anhörten, entschieden wir uns dazu, es verdammt noch mal zu machen.« Wer so viel Engagement in die eigene Szene steckt, wird von der auch belohnt: Beim Vertrieb griff dem DIY-Projekt sogleich der Freundeskreis unter die Arme. Der wechselseitige Austausch setzt auch gewisse Richtlinien in der Labelpolitik. »Wir werden nur mit Leuten arbeiten, die wir auch persönlich kennen«, stellt Vestbirk klar. Demos werden zwar fleißig angehört, der persönliche Draht aber ist essentiell.

Obwohl Svanholm und Vestbirk strikt zwischen der Apeiron Crew und ihrer Arbeit mit Ectotherm trennen: Deren aus dem Altgriechischen übernommene Name – zu Deutsch »ohne Grenzen« – ist jedoch auch bei Ectotherm Programm. Schon die ersten beiden Releases zeichneten sich einerseits durch klare Dancefloor-Kompatibilität aus, bezogen ihre Einflüsse aber ebenso aus anderen Subgenres der Dance Music wie Dub oder Anleihen an Noise und Industrial. »Ich denke wirklich, dass diese Releases den Sound der Kopenhagener Techno-Szene einfangen«, sagt Svanholm. »Dank der Leute dahinter, die aktive DJs sind und Raves überall in der Stadt organisieren.« Das familiäre Miteinander mache den speziellen Ectotherm-Vibe aus, die Klangsprache wird von den Artists geprägt. Starke visuelle Akzente werden derweil von Lukas Højlund gesetzt, dessen roughes Design den schmutzig-rohen Techno der Releases ergänzt und der als Teil des Kollektivs Fast Forward Productions nicht nur Veranstaltungen mitorganisiert, sondern auch Teil einer Agentur ist, die wiederum die Ectotherm-Artists repräsentiert. So greift alles ineinander über, wie es im von Lukas Højlund gestalteten Logo durch den Ouroboros – die sich in den Schwanz beißende Schlange – angedeutet wird. Davon, dass der Spaß nicht auf der Strecke bleibt, spricht hingegen der Acid-Smiley im Zentrum. Vestbirk und Svanholm werden ihr Herzensprojekt nicht allein aus Eigeninteresse als DJs weiter verfolgen: Die beiden planen bereits, ein Sublabel zu eröffnen und dort mit einigen Überraschungen aufzuwarten. KC

Ectotherm bei Facebook | Ectotherm bei Soundcloud

Jazzaggression LogoFind it at hhv.de: Jazzaggression Jazzaggression ist ein finnisches, 2007 von Johan Fredrik Lavik gegründetes Label, das sich auf Releases von unveröffentlichtem oder kaum zu findendem Jazz spezialisiert hat. Alles begann vor knapp 10 Jahren, als Laviks Kumpel Lars Findbrouk, der das Label Plastic Strip leitet, in den Archiven des Sängers Arne Bendiksen unveröffentlichte Aufnahmen des Jazz- und Disco-Keyboarders Webster Lewis fand. »Wir fanden die Musik zu gut, um sie vorbeiziehen zu lassen. Also schmissen wir Geld zusammen und veröffentlichten das Album« Johans Leidenschaft fürs Diggen hat ihre Wurzeln in seiner Jugend, als er anfing in den Sammlungen seiner Mutter und seines Onkels zu wühlen. In den letzten 20 Jahren konzentrierte er sich zunehmend auf Jazz und fand so immer mehr vergessene und obskure Releases. »Im Jazz kann man alles finden, es gibt immer etwas neues zu entdecken und es wird nicht langweilig.«

Langweilig wird es auch im bisher recht kompakten Katalog von Jazzaggression nicht. Auf zehn bisher erschienenen LPs, drei 10inches und drei 7Inches findet sich eine faszinierende Vielfalt, die von unveröffentlichtem estnischen 60er-Bop über obskuren Bonner Soul-Jazz der Siebziger bis hin zu finnischen Avant-Garde-Gruppen von heute reicht. Obskure Releases und deren Urheber findet Johan heute weitestgehend über das Internet, aber auch regelmäßig in staubigen Archiven von Radios oder Musikern, hin und wieder auch mit Hilfe von anderen Labelbesitzern wie Lars Findbrouk oder Martin Jõela vom auf unveröffentlichte estnische Raritäten konzentrierten Frotee. Letztes Jahr organisierte Johan sogar ein gemeinsames Konzert von alten und jungen Jazz-Interpreten und er hofft in den kommenden Monaten noch einiges an frischem norwegischem Jazz herauszubringen.

Wie diese Musik in die Welt gesetzt werden soll ist für Johan klar: »Vinyl ist das einzige Format, das mir wichtig ist. Ich habe immer schon Platten gediggt und da sind einfach viel mehr Gefühle mit verbunden als mit irgendeinem digitalen Format. Es gibt nichts Besseres, Vinyl ist King.« Dass man bei Jazzaggression und dem Schwesterlabel Afro7, auf dem seit 2015 Reissues afrikanischer Raritäten erscheinen, viel für das schwarze Gold übrig hat, merkt man den Releases an. Zusätzlich zu den in Jazz-Kreisen obligatorischen CDs gibt es regelmäßig liebevoll bedruckte, limitierte Vinyl-Auflagen, die auch meist recht schnell vergriffen sind. 2017 sollen wohl drei Releases auf Jazzaggression kommen, unter anderem ein Reissue des ultra-obskuren britischen Jazz-Albums »Bird Curtis Quintet« von 1967 und eine 7inch mit einem unveröffentlichten Track des Paris Smith Quintet, dessen LP »Thought Seeds« das Label bereits neu aufgelegt hat. Wer keine Lust hat zu spät zur Party zu kommen und in die Discogs-Röhre zu gucken, oder einfach nur Lust hat, seinen jazzigen Horizont zu erweitern, sollte sich Jazzaggression hinter die Ohren schreiben. NF

Jazzaggression bei Facebook | Jazzaggression bei Soundcloud | Website von Jazzaggression

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 24.11.2016
DJ Loser
DJ Loser
Sex und Sehnsucht mit DJ Loser. So ungooglebar der griechische Produzent auch sein mag, sein Bliq-Debüt gehört auf den Notizzettel.
Music Review | verfasst 09.07.2019
Pedro Ruy-Blas
Cyber Dolores
Mit »Cyber Dolores« veröffentlicht Jazzaggression überwiegende instrumentale Aufnahmen des in Spanien populären Sängers Pedro Ruy-Blas.
Music Review | verfasst 26.06.2020
Oiro Pena
2
Der finnische Multiinstrumentalist Antti Vauhkonen veröffentlicht Versponnes mit seiner bei Jazzaggression erschienenen Vinyl 10-inch »2«.
Music Essay | verfasst 09.07.2020
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Porträt | verfasst 04.05.2017
New Record Labels #28
Blue Tapes, Night Tide, Utopia
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Black Pearl, Blue Tapes, Night Tide, Utopia
Music Porträt | verfasst 07.03.2017
New Record Labels #26
Parallel Berlin, Power Vacuum, Superfly und Super Rhythm Trax
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Parallel Berlin, Power Vacuum, Superfly und Super Rhythm Trax.
Music Porträt | verfasst 06.04.2017
New Record Labels #27
Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour.
Music Porträt | verfasst 01.06.2017
New Record Labels #29
Arjunamusic, Flash Forward, Unknown Precept, Yerevan Tapes
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Arjunamusic, Flash Forward, Unknown Precept und Yerevan Tapes.
Music Porträt | verfasst 06.07.2017
New Record Labels #30
Don't Be Afraid, Giallo Disco, I/Y, Kalakuta Soul
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Don’t Be Afraid, Giallo Disco, I/Y und Kalakuta Soul.
Music Porträt | verfasst 09.08.2017
New Record Labels #31
Avian, Comb & Razor, Dizzy Tunes, Sahel Sounds
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Avian, Dizzy Tunes, Comb & Razor, Sahel Sounds
Music Porträt | verfasst 13.09.2017
New Record Labels #32
Disco Halal, Discotexas, Foul-Up, Uncage
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Disco Halal, Discotexas, Foul-Up und Uncage
Music Porträt | verfasst 05.10.2017
New Record Labels #33
Four Flies, Idle Hands, Omnidisc, Radio Martiko
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Four Flies, Idle Hands, Omnidisc, Radio Martiko.
Music Porträt | verfasst 01.11.2017
New Record Labels #34
Argot, Discrepant, Gqom Oh!, Philophon
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Argot, Discrepant, Gqom Oh!, Philophon
Music Porträt | verfasst 17.01.2018
New Record Labels #35
Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords & Meakusma
Jeden Monat stellen wir euch Plattenlabels vor, die neu bei uns im Webshop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Death Is Not The End, Lullabies For Insomniacs, Mainrecords und Meakusma
Music Porträt | verfasst 01.05.2018
New Record Labels #36
Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Glitterbeat, Hypermedium, Isle Of Jura und Rhythm Section International.
Music Review | verfasst 09.03.2017
The Scorpios
The Scorpios
Die sieben Musiker von The Scorpios kommen ursprünglich aus dem Sudan. Ihr in der neuen Heimat London aufgenommenes Debüt ist beeindruckend.
Music Review | verfasst 25.06.2018
Black Savage
Black Savage
Black Savage aus Kenia haben in den 1970er Jahren nur eine Hand voll Songs veröffentlicht. Jetzt werden sie wiederveröffentlicht.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.