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Comb & Razor Sound (Plattenlabel)
Comb & Razor* ist ein amerikanisches Plattenlabel aus Boston, das 2011 von Uchenna Ikonne gegründet wurde. Das Label ist spezialisiert auf Reissues und Compilations westafrikanischer Musik. Comb & Razor begann als Blog, den Ikonne zwischen 2006 und 2009 intensiv betrieb. In der damals florierenden Rapidshare-Blogosphäre begann er, Rips von westafrikanischen Platten zu posten, »aber ich war bei weitem nicht der einzige. Es gab viele ähnliche Blogs, doch ich glaube, was mich hervorhob war die Menge an Kontext, die ich der Musik geben konnte. Für mich waren das nicht nur staubige Plastikscheiben, viele von ihnen waren der Soundtrack meiner Kindheit. Also versuchte ich mithilfe meiner verschwommenen Erinnerungen die Musik in den Vordergrund zu stellen und die Geschichten der Künstler und ihres Einflusses auf die Gesellschaft zu erzählen«. Trotzdem war Ikonne unzufrieden mit seiner Arbeit: »Da ich einer der Wenigen war, die die Geschichte dieser Musik aktiv dokumentierten, fühlte ich mich verpflichtet, das ganze präziser anzugehen und mich nicht auf 30 Jahre alte Erinnerungen zu verlassen. Also ging ich eine Weile nach Nigeria, machte Künstler ausfindig und hörte mir ihre Geschichten an.« Durch seine Arbeit vor Ort wurde Ikonne auch von einigen Reissue-Labels kontaktiert, denen er bei Compilations half – »Tracks lizensieren, rare Fotos finden, Liner Notes schreiben, all sowas«. Ikonne half unter anderem bei Releases wie »Wake Up! The Rise And Fall of Nigerian Rock« oder »Doing it in Lagos« mit. Während seiner Zeit in Nigeria, begann er auch mit der Arbeit an seinem eigenen Label, welches er 2011 der gefeierten Compilation »Brand New Wayo« einläutete – und eine bis heute währende Begeisterung für nigerianischen Boogie und Disco gleich mit. Auf Comb & Razor sind über die Jahre nur eine handvoll Compilations und Alben veröffentlicht worden, auch weil Ikonne hohe Ansprüche an seine Releases stellt: _»Ich mache kaum Reissues kompletter Alben, aber wenn man das machen möchte, sollte man es mit einem Album machen, das mindestens aus 70% guten Tracks besteht. Und mit guten Tracks meine ich, dass sie funky sind und ein westliches Publikum ansprechen – welches einen sehr anderen Geschmack hat, als das originale afrikanische Publikum«_, erklärt Ikonne. Allzu lange wird der Historiker und Autor allerdings keine Platten mehr pressen. _»Auf Comb & Razor werden noch ein paar Releases erscheinen, aber ich werde nicht mehr ewig im Reissue-Business weitermachen. Ich muss meine Energien auf Anderes konzentrieren«
Comb & Razor Sound in Features
Music Porträt | verfasst 09.08.2017
New Record Labels #31
Avian, Comb & Razor, Dizzy Tunes, Sahel Sounds
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Avian, Dizzy Tunes, Comb & Razor, Sahel Sounds. Also genauer gesagt, ein Leftfield-Techno-Label mit Drum’n’Bass Vergangenheit, ein Reissue-Label aus Boston, ein House-Label aus Berlin, ein Label für westafrikanische Musik aus Portland. Eine bunte Mischung diesmal.
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Music Kolumne | verfasst 01.08.2020
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Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
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Music Porträt | verfasst 11.08.2020
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music News | verfasst 09.07.2020
Logic System
Neu aufgelegt: »Venus«
Das erstmals 1981 veröffentlichte Album »Venus« des im Umfeld des Yellow Magic Orchestra agierenden Hideki Matsutake alias Loi´gic System wird jetzt bei Wewantsounds neu aufgelegt. Exklusiv bei HHV Records in einer limitierten Edition.
Music Kolumne | verfasst 21.07.2020
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.