Music Review | verfasst 06.01.2015
Baaz
Red Souvenirs
Office Recordings, 2014
Text Kristoffer Cornils
Deine Bewertung:
/
Nutzer
8.6
Redaktion
Cover Baaz - Red Souvenirs

Bastian Völker gehört zur Sorte der Bescheidenen und Beständigen. Sieben Jahre lang hat er als Baaz sich mit einer Reihe von EPs auf Labels wie Sthlmaudio, Quintessentials, Slices Of Life und schlussendlich seinem eigenen Imprint Office Recordings ein festes Standing in der europäischen House-Szene erspielt. Und das, obwohl vom Wahlberliner nie mehr als ein, zwei Singles pro Jahr erschienen. Klotzen ist nicht seine Sache. Wenn Baaz aber kleckert, dann nur zielgenau. Nachdem im Jahr 2014 die Lebenszeichen rar gesät blieben, verabschiedet er sich daraus mit einer kleinen Überraschung im größeren Umfang: »Red Souvenirs« ist das erste Album des im Kasseler Stammheim sozialisierten DJs und Produzenten. Über zehn Tracks spannt Völker ein gekonnten Bogen von ambienten Klangspielereien über Hip Hop-affiner Downbeat-Rafinesse zu geerdeten Deep House-Tracks, die nach Detroit schielen. Auf »Red Souvenirs« rollen tighte Grooves durch tiefe Chords und warme Basslines. Wenn Baaz aber die Kickdrum von ihrer tiefenentspannten Reserviertheit befreit, jackt es an allen Ecken und Enden. Ein Album zum Reinlegen, das multifunktional einsetzbar ist. Entweder als gediegener Soundtrack für den faulen Sonntagmorgen, als Hit-Lieferant für die Samstagnacht oder als treuer Begleiter durch den Alltagstrott. Bei so viel Beständigkeit bedarf es eigentlich keiner Bescheidenheit mehr.

Das Album »Red Souvenirs« von Baaz findest du bei hhv.de: 2LP. Weiterlesen: Baaz hat uns seine »What’s hot?« Vinyl-Charts genannt.
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 13.07.2016
Baaz
Untitled
Nachdem sein Debütalbum auf Storytelling setzte, entwickelt Baaz mit seiner neuen, unbetitelten EP noch mehr Definitionen von Deepness.
Music Kolumne | verfasst 12.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 20 12-inches
Was ist eine 12inch? Die Defintion ist schwammig, wir haben uns für Maxi-Singles und EPs entschieden. Damit standen wir vor einer unüberschaubaren Menge an Material – und haben uns für die 20 besten entschieden.
Music Review | verfasst 19.08.2019
Iron Curtis
And The Temper
Iron Curtis kehrt auf Office Recordings zurück. Seine EP »And The Temper« erzählt eine kleine Geschichte – im House-Bereich eine Seltenheit.
Music Review | verfasst 01.10.2010
Urban Tribe
Urban Tribe
Niemand geringeres als Sherard Ingram, Carl Craig, Anthony »Shake« Shakir und Kenny Dixon Jr stehen Pate für dieses unter dem Namen Urban Tribe fungierendes Release.
Music Review | verfasst 29.09.2010
Tom Clark
Pressure Points
Mit seinem neuen Album hat sich Tom Clark vorgenommen, auf den aktuellen, typischen Club-Sound, der ihn im E-Werk, Tresor und Watergate zum Resident-DJ machte, zu verzichten.
Music Review | verfasst 25.06.2010
Mathew Jonson
Agents Of Time
Bedächtig, zurückhaltend, man könnte sogar meinen, dass Mathew Jonson sein Solodebüt Agents Of Time »balearisch« klingen lässt
Music Review
MLO
Oumuamua
Virtual Dreams, die nächste: Music From Memory zollen dem Ambient-Duo MLO mit einer großen Zusammenstellung Tribut.
Music Review
Le Ren
Leftovers
»Leftovers«, das Debütalbum der kanadischen Sängerin und Songwriterin Le Ren, ist im besten Sinne provinziell.
Music Review
Mac Miller
Faces
»Faces« sollte man hören, wenn man noch nie von Mac Miller gehört hat. Das Mixtape von 2014 ist nun auf Vinyl erschienen.
Music Review
Dos Santos
City Of Mirrors
Latin und Jazz kombiniert zu überzeugend unerwarteten Soings: Die amerikanische Band Dos Santos legt mit »City Of Mirrors« ihr Debüt vor.
Music Review
Efterklang
Windflowers
Ein Buschwindröschen im Eisblock: Selten hat ein Artwork die Musik einer Band besser symbolisiert als die von Efterklang auf »Windflowers«.
Music Review
Fennesz & Ryuichi Sakamoto
Cendre
»Cendre« von Fennesz & Ryuichi Sakamoto ist ein Album der fehlenden halben Sekunde. Jetzt wurde es erstmals auf Vinyl veröffentlicht.
Music Review
Sepehr
Survivalism
Für »Survivalism« bedient sich Sepehr in der Trickkiste des Hardcore Continuums, erweitert den UK-Sound aber noch um andere Facetten.
Music Review
Stef Mendesidis
Klockworks 33
Erwartet toolig: Auf »Klockworks 33« zeigt uns der griechische Producer Stef Mendesidis, wo der Hammer hängt.
Music Review
Ash Ra Tempel
Schwingungen
Genau vor 50 Jahren veröffentlichten Ash Ra Tempel ihr Album »Schwingungen«. Zum Jubiläum wird es jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Akiko Yano
Ai Ga Nakucha Ne
»Ai Ga Nakucha Ne« von Akiko Yano erschien im Jahr 1982, wurde von Ryūichi Sakamoto produziert und bildet einen wilden Stilmix.
Music Review
The Pilotwings
Les Charismatiques
House, Rap, E-Gitarren, Cosmic, aberwitzige Samples: The Pilotwings holen mit »Les Charismatiques« zum Husarenstreich auf der Ulk-Skala aus.
Music Review
BadBadNotGood
Talk Memory
Nach fünf Jahren veröffentlichen die kanadischen Jazzer BadBadNotGood auf XL Recordings ihr neues Album »Talk Memory«.
Music Review
Tara Clerkin Trio
In Spring EP
Plötzlich voll da: Tara Clerkin Trio veröffentlicht die »In Spring EP« und bleiben eine der spannendsten, neuen Bands des Planeten.
Music Review
Xochimoki
Temple Of The New Sun
»Temple Of The New Sun« versammelt Stücke des Projekts Xochimoki, das in den 1980er-Jahren mesoamerikanische Musikformen neu interpretierte.
Music Review
Atmosphere
Word?
»Word?« korrigiert das Level, auf das sich Atmosphere in den letzten Jahren eingependelt haben, mal eben lässig nach oben.
Music Review
Soshi Takeda
Floating Mountains
Soshi Takeda vertont auf »Floating Mountains« für 100% Silk chinesische Gebirgslandschaften im Lo-Fi-House-Modus.
Music Review
Tony Allen
N.E.P.A. (Never Expect Power Always)
Auf dem 1984 veröffentlichten »N.E.P.A. (Never Expect Power Always)« addiert Tony Allen elektronische Elemente zu seinem Afrobeat.
Music Review
The Specials
Protest Songs 1924-2012
Die Wut ist nach innen gewandert: The Specials haben zwölf Protestlieder der letzten 100 Jahre für »Protest Songs 1924-2012« ausgesucht.
Music Review
Sault
NINE
»NINE« von Sault taucht alle Weißen in Salzsäure, schickt schöne Grüße aus den Stax Studios und hält eine Messe wie Yeezus.
Music Review
Cindytalk
Wappinschaw
Einmal begriffen, lebensverändernd: »Wappinschaw«, 1994 veröffentlichter Höhepunkt von Cindytalk, wurde jetzt wiederveröffentlicht..
Music Review
Various Artists
Eins Und Zwei Und Drei Und Vier
Kann eine Compilation über die Neue Deutsche Welle noch neue Einblicke ermöglichen? »Eins Und Zwei Und Drei Und Vier« zeigt, ja, das geht.
Music Review
Tirzah
Colourgate
Tirzah meldet sich mit »Colourgate« zurück. Die Themen haben sich verändert, die Qualität der Songs aber nicht. Und das ist gut so.
Music Review
Palmbomen II
Make A Film
Film ohne Musik ist möglich, aber sinnlos. Dachte sich Palmbomen II und entwarf mit »Make A Film« 24 Musikskizzen, die zum Filmen einladen.
Music Review
Richard Youngs
CXXI
Denk an Arthur Russell, denk an den Tod: Richard Youngs hat sein neues Album »CXXI« auf Black Truffle vceröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Back Up: Mexican Tecno Pop 1980-1989
Auch in Mexiko fand man in den Achtzigern durchaus Gefallen an Synthesizers und Drumcomputern. Nachzuhören auf der Compilation »Back Up«.
Music Review
Brannten Schnüre
Muschelsammlung
»Muschelsammlung«, das vielgesuchte und ziemliche freche Debüt von Brannten Schnüre aus dem Jahr 2017 wurde jetzt wiederveröffentlicht..
Music Review
Nala Sinephro
Space 1.8
Das gelungenste Beispiel für Jazz, der sich im offenen Dialog mit elektronischen Ansätzen behauptet, kommt dieses Jahr von Nala Sinephro.
Music Review
Angel Olsen
Aisles
Auf »Aisles« covert Angel Olsen Songs aus den Achtzigern, die sie als Kind im Supermarkt hörte. Ein kleines Meisterwerk aus fünf Songs.
Music Review
Tata Vasquez & His Orchestra
Ecstasy
Tata Vasquez ist so ein Musiker, bei dem rätselhaft ist, wieso er nicht allzu viele Platten gemacht hat. Immerhin gibt’s »Ecstasy«.
Music Review
Hiro Kone
Silvercoat The Throng
Mit dem Album »Silvercoat The Throng« differenziert Hiro Kone die eigene Handschrift maßgeblich aus, ohne sie zu verlieren.
Music Review
Flying Lotus
Yasuke O.S.T.
Ein bisschen wie Haiku ohne Worte: Mit dem Soundtrack zur Netflix-Serie »Yasuke« zeigt Flying Lotus einmal mehr sein ganzen Können.
Music Review
Larry June
Orange Print
Larry June, Rapper aus San Francisco, hat mit »Orange Print« ein neues Album veröffentlicht. Innovation und Freigeist sucht man vergeblich.
Music Review
Uman
Chaleur Humaine
Freedom To Spend legt »Chaleur Humaine«, das 1992 veröffentlichte Debüt des französischen Geschwisterpaares Uman, neu auf.
Music Review
Little Simz
Sometimes I Might Be Introvert
Vergiß Drake! Kanye West sowieso! Das Rapalbum dieser Tage heißt »Sometimes I Might Be Introvert« und kommt von Little Simz.
Music Review
Sofa
Source Crossfire
»Source Crossfire« stellt restaurierte Songs der kanadischen Post-Punk-Band Sofa, dem ersten Signing auf Constellation, zusammen.
Music Review
Jan Jelinek
The Raw And The Cooked
Da hat uns Jan Jelinek mit »The Raw And The Cooked« ein schönes Süppchen gekocht. Lecker!
Music Review
José González
Local Valley
Auf »Local Valley« zeigt José González, dass man auch leise und zärtlich, statt wütend und unbeherrscht, Missstände anprangern kann.
Music Review
Nancy Sinatra
Boots
Light In the Attic hat jetzt Nancy Sinatras Debütalbum »Boots«, neu gemastert und mit Bonusmaterial versehen, wiederveröffentlicht.
Music Review
Hozan Yamamoto & Yu Imai
Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku
Der von Hozan Yamamoto und Yu Imai komponierte Soundtrack zum 1979er Film »Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku« wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Low
HEY WHAT
Seit 30 Jahren machen Alan Sparhawk und Mimi Parker als Low Musik und erfinden sich dabei immer wieder aufs Neue. So auch auf »HEY WHAT«.
Music Review
Jolly Mare
Epsilon
Mediterrane Sommermusik: Mann muss sich das Meer von Jolly Mare auf »Epsilon« als ein fröhliches vorstellen.