Music Review | verfasst 14.09.2015
Avalon Emerson
Shtum009
Uncanny Vally, 2015
Text Felix Hüther , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Avalon Emerson - Shtum009

Wer bei Avalon Emerson in Klischees denkt, ist schlecht beraten. Zierliches ist von der zierlichen Produzentin nicht zu erwarten. Ihre Veröffentlichungen sind vielseitig und forsch, und lassen stets einen Hang zu bissigen Grooves durchblicken. Retrospektiv verdichten sich Emersons Produktionen von knallharten Peaktimegranaten über souligere afrikanische Einflüsse bis hin zu modernem House und DJ-Tool Techno. Ähnlich ihren DJ-Sets, in denen sie späten 80er Acid-House mit funkigem Disco kombiniert, um kurz darauf wieder die Technokeule zu schwingen. »Constantly My Cure« knüpft im Prinzip da an, wo Emerson bei »Let Me Love & Steal« aufgehört hat. Also voll Kanne Arme in die Höhe bis die Gelenke vor Euphorie schmerzen, jedoch in langsamerem Tempo, was dem Groove entgegenkommt und mit der Extraportion Acid. Ein Faible für überdrehte Melodiebögen deutete sich hier bereits an, dieser wird jedoch erst in »Sword And Rose Forever« maximal ausgereizt. »Hurdy Gurdy DJ Tool« setzt dann nochmal eine Schippe drauf, was die Bissigkeit angeht, und knallt brachial und rotzig aus den Soundsystemen. Bilanziert lässt sich vermelden, dass Emerson gewohnte Qualität abliefert und gleichzeitig trotz Wandlungsfähigkeit die eigene Handschrift immer stärker zum Tragen kommt. Da darf man gespannt auf ein hoffentlich bereits in der Planung befindliches Album sein.

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