Music Review | verfasst 12.01.2016
The Analog Roland Orchestra
Roden Crater Vision EP
Ornaments, 2016
Text Sebastian Hinz , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover The Analog Roland Orchestra - Roden Crater Vision EP

Der amerikanische Land Art-Künstler James Turrell kaufte 1974 ein inmitten der Wüste von Arizona gelegenes Gebiet. Dessen Zentrum bildete ein 400.000 Jahre alter, erloschener Vulkan. Er gab ihm und der umliegenden Steppe den Namen Roden Crater. James Turrell bearbeitete diesen Berg dann auf seine Weise. Er fräste ein Netz von Gängen und Räumen in den Krater, in einer Weise, dass durch die himmelwärts geöffneten Räume das Licht einzelner Himmelskörper fließen könnte. Ein gewaltiges Wahrnehmungsobjekt. Diese »Roden Crater Vision« steht nun titelgebend Pate für die neueste EP des in Berlin lebenden Technoproduzenten Michal Matlak aka The Analog Roland Orchestra. Tatsächlich werden ein paar schöne Synergien zwischen dem übergeordneten Thema und der EP gesetzt. Das fängt bei der Aufmachung an: Das Vinyl ist überzogen mit einer geologisch-anmutenden Musterung, in deren Mitte das Label eine formschöne Caldera bildet, durch dessen Loch Licht fließt. »Lightlandscape«, das einführende Stück, ist ein gen Kosmische dahingleitendes Ambientstück. »Roden Crater Vision«, der Titeltrack, arbeitet interessant mit Hall, was die Illusion einer Begehung des Kraters herstellt. Immer wieder finden sich Stücke solcher Art, die sich entweder zum Esoterischen hin (»Curvature«) oder vom Weltlichen weg (»Orange Rainrain«) bewegen. Leider hält The Analog Roland Orchestra dieser Fluchtbewegung nicht durchgehend stand. Immer wieder macht die Musik eine 180°-Wendung (»Impact«) und kehrt in weltliche Gefüge (»Melody 4«, »Melody 8«), als würde The Analog Roland Orchestra seiner eigens aufgebauten Vision nicht trauen.

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