Music Review | verfasst 11.12.2017
Apollo Brown & Planet Asia
Anchovies
Mello Music Group , 2017
Text Christian Neubert
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7.5
Redaktion
Cover Apollo Brown & Planet Asia - Anchovies

Planet Asia, logisch, da hat der geneigte Hip Hop Head noch so einiges auf dem Schirm seines Baseball Caps. Die »Definition of Ill« 12 Inch, die ihn featurete, oder die Cali Agents LP »How The West Was One«. Das waren schon Nummern. Damals, ist ja alles schon fast 20 Jahre her. Der kalifornische MC war da Anfang, Mitte 20. Heute ist er Anfang 40. In der Zwischenzeit kam er zwar ständig mit neuem Output um die Ecke, aber größere Weihen auch abseits szeneinterner Fist Bumps blieben ihm verwehrt. Geht´s um ihn, schielt man heute gerne Richtung Classics. Nun aber kommt er mit »Anchovies« um die Ecke, vollständig produziert von Apollo Brown. Der hat in den letzten Jahren nicht nur einmal ein gutes Händchen für stimmige Soundscapes bewiesen, was z.B. seine »Twelve Reasons To Die«-Remixes oder seine Zusammenarbeit mit Guilty Simpson belegen. Kollabos mit ihm sind nie willkürlich, er bleibt als der Mann an den Reglern immer auch als Narrativ und Narrateur erkennbar. Für die Albumproduktion von »Anchovies« besteht sein Verdient darin, dass er sich stark zurückgenommen hat, ohne dabei selbst in den Hintergrund zu geraten. 15 Tracks lang kocht er gechoppte Soul Samples ein, fügt hier und da lediglich ein paar Drums zu. In seiner staubigen, reduzierten Ästhetik weist das in Wu Tangs frühe Kammern, wenngleich Apollo Browns Boom Bap hier oft ohne Bap auskommt. Mit Planet Asias dunkel getöntem Patriarchen-Flow verträgt sich das sehr gut, weswegen man kein Nostalgiker sein muss, um die »Anchovies« auch im Hauptgang zu servieren. Auch wenn man sich zwei, drei Happen der 15 Tracks langen Speisenfolge vielleicht lieber spart.

»Anchovies« von Apollo Brown & Planet Asia findest du bei hhv.de: Vinyl LP | CD
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