Toro y Moi – Farben hören

06.02.2013
Foto:Malte Seidel
Wie sind Klänge mit dem Sehen verbunden? Wir sprechen mit dem amerikanischen Musiker und Künstler Toro y Moi über seine Albumcover, neueste Videos und die Tendenz Sounds mit Farben zu verbinden…

Wie sind Klänge mit dem Sehen verbunden? Künstler nutzen Albumcover, Videos, Installationen und Kunstwerke um ihre Audiobotschaft zu stärken oder um neue Ebenen zu kreieren. »Seeing Sounds« ist eine reine Konzentration auf die Ästhetik eines Künstlers. Wir sprechen mit dem amerikanischen Musiker und Künstler Toro y Moi über seine Albumcover, neueste Videos und die Tendenz Klänge mit Farben zu verbinden. Als gelernter Grafikdesigner und Künstler kann Chazwick Bundick gar nicht anders als seine persönliche Ästhetik mit in seine Sounds einzubauen.

Kannst du dich an deine ersten kreativen Erfahrungen erinnern?
Toro y Moi: Als ich als Kind malte. Ein Höhepunkt war das erste Lied, das ich schrieb. Es war ein Pop-Punk-Song. Aber den ersten Song, den ich tatsächlich aufgenommen habe und von dem ich dachte, dass er toll war, schrieb ich, als ich fünfzehn war. Auf einer Akustikgitarre. Ich habe eine Drummachine gelooped und es klang ziemlich ausgefallen, ein bisschen wie Toro y Moi. Es war eine ziemlich coole Erfahrung. Es ist eine aufregende Erfahrung, etwas aufgenommen zu hören. Das mag ich am liebsten beim Musikmachen – das Aufnehmen. Zurückzugehen, zu hören was man gemacht hat und zu wissen dass man in der Lage ist, es für immer zu behalten. Das ist ziemlich cool.

Dein aktuellstes Albumcover von »Anything in Return« zeigt ein Foto von dir, das dein Freund nachbearbeitet hat. Du wolltest hier auf ein Foto von Paul McCartney verweisen, auf dem er in eine Decke gewickelt ist. Warum dieser Verweis? Worin liegt seine Wichtigkeit?
Toro y Moi: Es ist ein ikonisches Bild. Ich denke Fotos von berühmten Persönlichkeiten, die etwas mit ihren Händen oder einem Objekt machen, zeigen wie man ein unvergessliches Foto bekommt. Ich wollte etwas Unvergessliches machen. Die Menschen werden Sätze sagen wie: »Ist das das Cover, auf dem er sein Betttuch hebt und seine Brille hält?« Ich wollte nicht, dass es ein zufälliges, mysteriöses Foto wird.

The Harry’s gestalteten deine letzten beiden Videos, »Say That« und »So Many Details«. Kannst du mir etwas von der Arbeit mit ihnen erzählen?
Toro y Moi: Sie sind gute Freunde von mir aus New York City. Meistens machen sie eine Menge Modezeug und so. Ich mag ihre Arbeit und fragte sie, ob sie mit mir arbeiten wollten. Sie haben einen guten Geschmack – machen sehr geradlinige und schöne Sachen.

»Ich kann definitiv Farben sehen, wenn ich Klänge höre. Einige Sachen klingen warm oder kalt. Mit Sicherheit. Das ist etwas was ich wirklich gerne mache: Sounds mit Visuals verbinden.« (Toro y Moi)

Wie sehr waren sie am Konzept des Videos beteiligt? Ist deine Zusammenarbeit mit ihnen der Beginn einer fortwährenden Ästhetik?
Toro y Moi: Es waren so ziemlich alles sie. Ich hatte ein paar Ideen, die ich ihnen mitgab.

In »Say That« spannen deine minimalistischen Bewegungen den perfekten Bogen zwischen audio und visuell. Wie kamst du auf dieses Konzept?
Toro y Moi: Das war die Idee von The Harry’s. Sie hatten das Videokonzept bevor ich den Song ausgewählt hatte, ich fühlte einfach, dass dies der beste Song für die Idee war und es funktionierte auch. Ich weiß nicht, wie die Wirkung gewesen wäre, wenn es eine anderes Lied gewesen wäre. Es ist ein danciger Song, aber kein Tanzsong. Es passieren eine Menge emotionaler Dinge darin. Ich fand es sinnvoll kein Video zu machen, welches nicht mehr als ein Bündel glitzdernder Lichter zeigt. Es war das erste Mal, dass das Viedeokonzept da war, bevor ich mich für einen Song entschied. Ich mochte diese Vorgehensweise sehr. Vielleicht mache ich es noch einmal so.

Kannst du mir ein bisschen was über deine bisherigen Albumcover erzählen?
Toro y Moi: »Causers of This« hatte mehr so eine dunklere ambient-Stimmung, so versuchte ich genau das auch mit dem Cover. Der ganze Unterwasserlook war von den Klängen der Platte inspiriert. Es war alles in allem ein Neunziger-Verweis. »Underneath The Pine« war definitiv ein Siebziger-Ding, wo ich mich stark auf sexuelle 70er Plattencover bezog. Die Farbpalette davon passte auch wieder zum Sound. Das Album war sehr poppig, frech und sehr geradlinig und das sollte sich im Albumcover wiederspiegeln.

Es ist fast als ob deine Arbeit durch Synästhesie beeinflusst wird – die Verbindung von Klang und Farbe.
Toro y Moi: Ich kann definitiv Farben sehen, wenn ich Klänge höre. Einige Sachen klingen warm oder kalt. Mit Sicherheit. Das ist etwas, was ich wirklich gerne mache: Sounds mit Visuals verbinden.

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