Was ja alles mal wieder etwas mehr vertragen könnten – vielleicht sogar im Sinne eines Gegengifts – ist ein klein wenig Verzauberung. Es geht ja doch sehr mechanisch zu hier bei uns im Westen.
Empfehlung: im November nach Utrecht fahren. Es muss wirklich niemand in den Dschungel fliegen und mit traumatisierten white guys an Lianen saugen. Guck dir diese Laternen an, die kleinen schiefen Häuschen, dicht an dicht und windschief an die Krachten gebaut. Man geht auf Pflasterstein, unter dem besonderen Läuten des Carillions im Utrechter Dom, einem Glockenspiel mit 50 Glocken aus dem 17. Jahrhundert.
Wie ein Raumschiff in diese kleine märchenkutschenhafte Zauberwelt gebaut: das Tivoli Vredenburg. Dort findet auch in diesem Jahr wieder, vom 5. bis zum 8. November, das Le Guess Who? statt. Mit seiner ganz eigenen Magie.
Musik als interkulturelle Konversation
Dieses Jahr geht das Festival in seine zwanzigste Runde. Wie immer wird ein Teil des Programms von Künstler:innen selbst kuratiert. Diese Ehre kommt in der Jubiläumsausgabe Aja Monet, Los Thuthanaka, Tropical Fuck Storm und KMRU zu. Das Line-Up umfasst wie immer eine sehr kennerhafte Auswahl der globalen experimentellen Musik-Szene, inklusive Legenden und Newcomer:innen.
Darüberhinaus wird es einige spezielle Programmpunkte geben. Zum Beispiel 24 Hour Dub. Das ist, was der Name sagt: ein Tag und eine Nacht Dub nonstop. Oder Sounds of Cabo Verde, das sich der Musik und ihrer Tradition auf den Kap Verden so wie der kapverdischen Diaspora in den Niederlanden widmet. Und natürlich Lesungen, Film, Radio. Denn das Le Guess Who? bearbeitet immer auch in den Kontext mit, in dem es stattfindet.






