Eventtipps zum Himmelfahrts-Wochenende | 29.5. – 1.6. – Charles Bradley, Onyx, Dauwd, Plaid, Carl Craig et al.

28.05.14
Vor einer Ewigkeit ist die namensgebe Bezugsgröße von »Yeezus« gen Himmel gefahren – lasset die Korken knallen! Damit ihr das lange Wochenende auch feiertagsgerecht statt auf dem Sofa verbringt, gibt es unsere Eventtipps schon heute vorab.

Am Mittwoch wird auf dem Gelände des ehemaligen Maria in Berlin die Wiedereröffnung des Yaams gefeiert. Und zwar nicht mit irgendwem: Den Auftakt der fünftägige Re-Opening-Sause machen Grammy-Gewinnerin Melanie Fiona und DJ Vadim. Hardcore-Rap-Fans folgen am Besten dem Weckruf von Onyx ins Cassiopeia wo diese ihr neues Album »Wakedafucup« präsentieren. Abriss garantiert. Derweil wird neben Trikk im Berliner Prince Charles Produzent-Talent Dauwd mit romantischen Technoklängen verzücken.

In Berlin geht es am Donnerstag direkt mit neuen Hip Hop-Sounds weiter, wenn im Yaam Liveacts wie Dena und Thunderbird Gerard spielen, um danach an die Master an den Decks, an DJ Stickle und K.I.Z.-Mitglied DJ Craft abzugeben. In der niedersächsischen Landeshauptstadt heißt es derweil »Swinging Hannover Auf dem städtischen Jazzfestival gastieren neben interessanten Newcomern wie Anthony Strong auch die Max Herre und Jan Delay erprobten Musiker des Kollektivs Urban Mash Up. Sie mischen, ihren Festivalkollegen von der Rebirth Brass Band ähnlich, klassische Jazzelemente mit Funk, Hip Hop und R’n’B. In Leipzig dürfen sich Electronica-Freunde auf Plaid im Conne Island freuen, wo sie, so darf man nach ihrem neuen Album hoffen, vermutlich in breites Spektrum an elektronischen Musikgeschmäckern bedienen werden.

Danach, also am Freitag, kommen die Herren von Plaid im Berliner Gretchen herum. Rap-Fans kriegen indes ordentlich auf die Fresse, im Lovelite gibt es nämlich »Rap ins Gsicht« Natürlich nur im positivsten Sinne, und Barbacue gibt es obendrauf: Mit Liveacts wie den Verrückten Hunden, Rino Mandingo oder BeatGeek LeBob wird nämlich ehrenhaftes Fundraising betrieben, um das von den BeatGeeks ko-organisierte Basicolors Festivals in Kyrgyzstan zu realisieren. Feiern für einen guten Zweck geht doch immer, oder? Kölner Gleichgesinnte dürfen sich auf den Zwischenstopp der End Of The Weak Germany Splash! CityTour freuen, wo Rapper Mirko Polo ein Heimspiel gibt. Legendär wird es indes in München, wenn an diesem Abend der Mann der Pseudonyme, Carl Craig, im Bob Beaman Club alle Register seines Könnens zieht. Etwas besonders Feines gönnt sich und seinen Feierwütigen der Ulmer Club Sucasa: DJ Marcel Fengler bespielt das achtjährige Jubiläums des Clubs und sorgt als Berghain-Botschafter für gebührend-technoide Geburtstaglieder.

Am Samstag wird es in Köln herzzerreißend: Charles Bradley besingt in der Live Music Hall sozioökonomische Missstände, das jedoch so mitreißend soulig und authentisch, dass keine Zeit zum Trübsalblasen bleibt. Auch in der Rheinstadt wird Jubiläum gefeieert: Das Kölner Gewölbe fährt mit Cassy, Marcel Janovsky und vielen anderen ein Geburtstags-Linup auf, das sich sehen lassen kann. Für Berliner und Noise-Fans im Umland lohnt sich die Anreise nach Fürstenwalde: Das Pretty Noise Indoor-Festival bietet Vielfältiges von Indie bis Post-Rock, zu Noise bis Post-Hardcore. Für Hauptstädter, die lieber daheim bleiben, haben wir ebenfalls zwei Optionen: entweder die jamaikanische Dub-Legende Lee »Scratch« Perry am vierten Tag der Yaam-Wiedereröffnung erleben, oder aber im Prince Charles vorbeischauen. Dort feiert ein gewisses Hip Hop-Magazin die dritte Auflage ihrer Partyreihe mit hypeerprobten Acts wie Psaiko.Dino Einen Überraschungsgast gibt es auch, aber ey: Schon mal einen rappenden Panda im Club gesehen? Im Frankfurter Robert Johnson wiederum legt Hunee , Produzent und DJ aus dem Umfeld von Future Times auf. Ruhig geht es an diesem Abend nur in Münster zu, und das auch nur vorübergehend: Im Der Stur gibt es mit der Stones Throw-Doku »Our Vinyl Weighs a Ton« wahres Rap-Bildungsmaterial vor der anschließenden Fete.

Wer glaubt, dass nach es nach diesem Aufgebot am Sonntag ruhig zugeht, der hat sich – okay, nur zum Teil – geschnitten: Im Berliner Yaam geht es mit Ohrbooten noch mal in die Vollen. In Dresden lässt sich das lange Wochenende schon gesitteter ausklingen lassen, beim Besuch der Vernissage in der Ausstellung »Graffiti in Dresden von 1989 bis 2000« in der Galerie Module