Kunst, die Freiheit nicht abbildet, sondern als Möglichkeit erfahrbar macht – das ist eine alte Forderung. Horse Lords erfüllen sie. Ihr Anspruch: »We try to make music that challenges the status quo and offers a path toward liberation for the listener«. Demand to Be Taken to Heaven Alive!, das vierte Studioalbum der Band erscheint am 12. Juni 2026 bei RVNG Intl.
Die 2010 in Baltimore gegründete Band – bestehend aus Owen Gardner (Gitarre), Max Eilbacher (Bass), Sam Haberman (Schlagzeug) und Andrew Bernstein (Altsaxofon) – erweitert ihre rhythmisch verschachtelte Klangarchitektur hier durch zusätzliche Bläser: Madison Greenstone (Bassklarinette) und Weston Olencki (Posaune) sowie erstmals durch Vocals, gesungen von Nina Guo und Evelyn Saylor.
Kollektivität ohne Hierarchie
Zu hören ist das gleich zu Beginn auf »Eureka 378-B« und »Brain of the Firm«, die heute hier Premiere feiern. Erst Sacred-Harp-Musik des 19. Jahrhunderts: gemeinschaftlicher Gesang ohne Publikum, Kollektivität als Klangprinzip. Dann dieselben Stimmen im rhythmisch verschachtelten Gefüge von Horse Lords.
Politisch wird es explizit in »After the Last Sky«. Der Titel bezieht sich auf ein Gedicht des palästinensischen Dichters Mahmoud Darwish, geschrieben über die Erfahrung von Vertreibung und Heimatverlust. Befreiung als Forderung – entweder für alle oder gar nicht. Horse Lords machen diese Befreiung hörbar.

