John Peel – 100.000 Schallplatten zu durchstöbern

29.09.14
Der 2004 verstorbene, legendäre britische Radiomoderator John Peel hatte eine 100.000 Exemplare umfassende Schallplattensammlung. Für die »John Peel Record Boxes«-Sessions werden diese jetzt durchstöbert.

John Peel wurde nicht nur als britischer DJ und einflussreicher Radiomoderator bekannt. Er erntete auch viel Neid für seine mehr als 100.000 Exemplare umfassende Schallplatten- und CD-Sammlung. The Space, eine Kunstinitiative der BBC und des Arts Council of England, macht sich nun an die Sisyphusarbeit, dieser Sammlung ihre Geschichten zu entlocken. In aktuell sechs geplanten »John Peel Record Boxes«-Sessions erhalten Wegbegleiter von John Peel die einmalige Chance, durch das Archiv des Music Junkies zu stromern und ihre ganz persönliche Record Box zusammen zu stellen. Den Anfang macht mit Joe Boyd einer der großen Kenner der Musikszene der Sechziger und Siebziger. Der gebürtige Amerikaner produzierte neben den frühen Pink Floyd, Nick Drake und 10,000 Maniacs auch Fairport Convention und REM und führte in den späten 1960er Jahren den legendären (und kurzlebigen) UFO Club in London. Die liebevoll gestaltete Webseite zur »John Peel Record Boxes«-Session begleitet Joe Boyd in einem halbstündigen Video durch das Archiv, stellt die ausgesuchten Platten separat vor und erlaubt das Anhören ausgewählter Titel von den Scheiben. Boyd entpuppt sich als großer Kenner der britischen Folk und Psychedelic-Szene, voller Anekdoten und Hintergrundwissen. Am Ende wird aber selbst er überrascht. John Peels Sammlung bleibt eben unerreicht. Oder wie es Joe Boyd selbst betont: »Search me as I leave«.