Review Jazz

Aaron Shaw

And So It Is

Leaving • 2026

And So It Is hätte nach Jahren der Lehre und der Arbeit mit und für andere Musiker*innen ein jubelndes Debütalbum werden sollen. Aaron Shaw hat mit allen musiziert, die sich in Los Angeles in der Nähe von Rasseln aufhalten: Pan Afrikan Peoples Arkestra, Carlos Niño und Kamasi Washington. Aber auch jenseits der Stadtgrenzen und Genregrenzen ist Shaw bekannt, er hat von Phil Ranelin und Herbie Hancock gelernt, mit Tyler, The Creator, Anderson .Paak oder Nightmares on Wax gespielt.

Aber And So It Is ist nicht das Ergebnis der freigelegten und kulminierten Energie des multitalentierten Musikers geworden. Sondern das Zeugnis eines noch viel größeren Könnens: Der Fähigkeit, das Unausweichliche zu akzeptieren. Diagnose: Knochenmarkversagen.

Die Musik stampft nicht, springt nicht, explodiert nicht. Langsam findet sich der Geist ein, der Opener sucht. Und findet, dann doch: einen Groove. Es wirkt wie ein Versuch von Normalität. Nur dahinter hängen die Streicher, wie ein Omen. In »Windows Of The Soul« hat das Album wenig später seine stärkste Stunde. Das zurückhaltende Saxophon wäre immer göttlich gewesen, ganz ohne Geschichte, aber wenn das Klavier anfängt zu tänzeln und tippeln, wenn das nach McCoy Tyner klingt, wenn da Noten der Freude und Leichtigkeit auf schmalen Beinen im Raum einen vorsichtigen Tanz wagen, dann hat das schon auch durch das Drumherum zusätzliches Gewicht.


Danach zu viel Carlos Niño an der Creative Direction, so wirkt es zumindest. »The Path To Clarity« soll als Passage wirken — das Synth-Stück mit Meeresrauschen bleibt allerdings flach. »Jubilant Voyage« hat sehr speziellen LA-Spiri-Vibes. Muss man mögen können. Die Flöte nervt, da kann es keine zwei Meinungen geben. Es ist komisch: Das Album verliert mit zunehmender Spielzeit eher an Fokus, als dass es ihn gewinnt. Das vom Schicksal aufgezwungene Konzept hätte ja anderes vermuten lassen. Ganz am Ende wird es noch mal richtig gut. Dwight Tribe fühlt es sehr. Dazu ein ruhiges, bestimmtes Schlagzeug, Sam Reids bemerkenswert tolles Klavierspiel auch hier, und Aaron Shaw am Saxophon, ganz bei den Dingen.

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